Backup-Sicherheit, Firmen

Backup-Sicherheit: 89% der Firmen Ziel von Cyberangriffen

15.06.2026 - 19:20:06 | boerse-global.de

Unternehmen und Privathaushalte müssen ihre Widerstandsfähigkeit gegen Cyberattacken und physische Notfälle stärken.

Resilienz-Strategien: Schutz vor Cyberangriffen und Krisen
Backup-Sicherheit - Abstrakte Darstellung von Datensicherheit und Resilienz mit leuchtenden Datenknoten, die ein zentrales Element schützen. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ob Cyberangriff, Stromausfall oder Naturkatastrophe – die Fähigkeit, nach Krisen schnell wieder handlungsfähig zu sein, rückt immer stärker in den Fokus. Experten betonen: Wer realistische Zeitpläne und technische Hürden ignoriert, gefährdet seine Sicherheit.

Cyber-Bedrohung: Backup-Systeme im Visier der Angreifer

Die Bedrohungslage für Unternehmen ist alarmierend. Laut einer Veeam-Erhebung aus dem Jahr 2026 waren 89 Prozent der angegriffenen Organisationen mit Attacken konfrontiert, die gezielt die Backup-Systeme angriffen. Trotz dieser Gefahr setzen nur 32 Prozent der Firmen auf unveränderlichen Speicher (Immutability), der Daten vor Manipulation schützt. Die Folge: Nur etwa jeder zehnte Betroffene konnte mehr als 90 Prozent seiner Daten nach einem Vorfall wiederherstellen.

Anzeige

Angriffe auf die digitale Infrastruktur nehmen stetig zu und erfordern professionelle Abwehrmechanismen für Unternehmen. Dieses kostenlose E-Book liefert fundierte Strategien, um Sicherheitslücken proaktiv zu schließen und die IT-Sicherheit langfristig zu stärken. Jetzt kostenloses E-Book zum Schutz vor Cyberangriffen sichern

Als aktueller Standard gilt die 3-2-1-1-0-Regel. Sie empfiehlt drei Datenkopien auf zwei verschiedenen Medientypen. Eine Kopie sollte extern und eine unveränderlich gelagert werden. Das Ziel: Null Fehler bei regelmäßigen Wiederherstellungstests, idealerweise vierteljährlich. Die Kennzahlen RPO (maximal akzeptierter Datenverlust) und RTO (maximale Wiederherstellungsdauer) definieren den Rahmen der Strategie.

Auch für Endanwender gibt es Neuerungen. In Windows 11 testet Microsoft derzeit ein Verfahren zur kurzfristigen Systemwiederherstellung (Insider Build 29576.1000). Der „Point-in-Time Restore“ sichert Apps, Einstellungen und lokale Dateien über den Volume Shadow Copy Service für maximal 72 Stunden. Im Unternehmenseinsatz sind flexible Intervalle zwischen vier und 24 Stunden vorgesehen.

Physische Vorsorge: Was Privathaushalte beachten sollten

Digitale Sicherheit allein reicht nicht. Auch die physische Vorsorge bleibt zentral. Fachleute vom Katastrophenschutz, etwa von den Maltesern, raten zu schrittweisen Vorräten ohne Panikkäufe. Für längere Stromausfälle empfehlen sie Notfallradios, geladene Powerbanks und für Innenräume zugelassene Gaskocher.

Anzeige

Ein technischer Defekt oder Systemfehler kann die digitale Handlungsfähigkeit sofort einschränken – ein externer Rettungs-Stick ist hier die ideale Vorsorge. Der Gratis-Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen Windows 11 Boot-Stick als Notfall-Lösung für defekte Systeme erstellen. Kostenlose Anleitung für den Windows 11 Notfall-Stick herunterladen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Notvorrat für mindestens zehn Tage. Pro Person und Tag sollten etwa zwei Liter Trinkwasser eingeplant werden. Besonderes Augenmerk gilt dabei vulnerablen Gruppen wie Pflegebedürftigen oder Säuglingen. Auch alternative Heizmöglichkeiten wie Kachelöfen und Decken sowie Kühlmöglichkeiten für Lebensmittel sollten in die Überlegungen einfließen.

Internationale Zusammenarbeit: Schutz kritischer Infrastruktur

Mitte Juni 2026 findet in Tirana eine Dialogveranstaltung statt. Sie bildet den Auftakt für einen regionalen Lernprozess in Südosteuropa und dem Südkaukasus. Teilnehmer aus neun Ländern, darunter Albanien, Deutschland, die Ukraine und die Türkei, befassen sich mit dem Schutz kritischer Infrastruktur.

Im Zentrum des einjährigen Prozesses stehen Risikoanalysen und die Identifikation von Schwachstellen in kommunalen Systemen. Durch den Austausch sollen Handlungsschwerpunkte definiert werden, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber großflächigen Störungen zu erhöhen.

Der unterschätzte Faktor: Realistische Zeitplanung

Ein oft übersehener Aspect der Resilienz ist die realistische Einschätzung von Zeiträumen. Das zeigt sich etwa bei der Planung komplexer Reisen. Für kompakte Gebiete genügen sieben Tage. Für Hauptrouten sollten zehn Tage eingeplant werden. Bei Inselwechseln oder Inlandsflügen sind bis zu 21 Tage realistisch.

Ein häufiger Fehler: Reine Reisetage als Erlebnistage zu zählen. Fixpunkte wie Fähren oder erforderliche Genehmigungen bestimmen oft zwangsläufig die Reihenfolge der Planung. Diese Prinzipien lassen sich auf viele Bereiche der Krisenvorsorge übertragen. Zeitpuffer schaffen die notwendige Flexibilität für unvorhergesehene Ereignisse.

de | wissenschaft | 69546456 |