Azure Linux 4.0 im Preview: Databricks migriert 100.000 VMs
06.06.2026 - 16:46:15 | boerse-global.de
Azure Linux 4.0 steht ab sofort als öffentliche Vorschauversion zur Verfügung. Der Schritt unterstreicht Microsofts wachsendes Engagement für Open-Source-Technologien.
Der US-Konzern erweitert sein Cloud-Angebot um ein eigenes Linux-Betriebssystem. Azure Linux 4.0 ist ab sofort als Public Preview über den Azure Marketplace verfügbar. Das System basiert auf Fedora und wurde speziell für Workloads in der Microsoft-Cloud optimiert.
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Bereits heute laufen mehr als zwei Drittel aller Kunden-Cores auf der Azure-Plattform unter Linux. Mit Azure Linux 4.0 bietet Microsoft nun erstmals ein eigenes Linux-Betriebssystem an, das Kunden direkt aus dem Marketplace beziehen können. Bislang war die hauseigene Linux-Distribution nur intern genutzt worden.
Fedora-Basis mit modernen Komponenten
Die neue Distribution setzt auf eine Fedora-Grundlage und bringt aktuelle Kernkomponenten mit. Dazu gehören der Linux-Kernel 6.18 LTS, die Bibliothek glibc 2.42 sowie systemd 258. Das Paketmanagement wurde auf dnf5 und RPM 6.0 aktualisiert. Die Sicherheits- und Entwicklungs-Stack umfasst OpenSSL 3.5 und Python 3.14.
Microsoft arbeitet zudem an einer FIPS 140-3-Zertifizierung, um die strengen Sicherheitsanforderungen von Regierungs- und Unternehmenskunden zu erfüllen. Die Vorschauversion ist allerdings nicht für den Produktionseinsatz oder als Desktop-Betriebssystem gedacht – der Support beschränkt sich auf Azure-spezifische Szenarien.
Leistungssprung bei Großkunden
Erste Implementierungsdaten zeigen deutliche Leistungssteigerungen. Der Datenanalyse-Spezialist Databricks hat bereits eine Migration mit über 100.000 virtuellen Maschinen und mehr als einer Million CPU-Kernen abgeschlossen.
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Die technischen Kennzahlen dieser Migration sprechen für sich: Die Umgebung erreichte 27 Prozent schnellere Image-Pull-Zeiten und eine fünfprozentige Steigerung der Abfragegeschwindigkeit. Diese Optimierungen sind auf die enge Integration zwischen Betriebssystem und Azure-Infrastruktur zurückzuführen.
Ausblick: Kubernetes und WSL-Integration
Die aktuelle Vorschau konzentriert sich auf virtuelle Maschinen und VM Scale Sets. Microsoft hat jedoch bereits weitere Schritte angekündigt. Zukünftige Updates sollen unter anderem die Integration in Azure Kubernetes Service (AKS) und das Windows Subsystem for Linux (WSL) ermöglichen.
Darüber hinaus plant Microsoft, die Verwaltungstools tiefer mit dem Betriebssystem zu verzahnen. Geplant sind native Kompatibilitäten mit Azure Defender, Azure Monitor und Azure Migrate. Das soll Administratoren eine nahtlosere Verwaltung ihrer Linux-basierten Cloud-Umgebungen ermöglichen.
Unabhängig von Microsofts offizieller Roadmap haben Entwickler bereits erste Experimente gestartet. Eine Demonstration zeigte kürzlich, wie Azure Linux 4.0 mit der XFCE-Desktop-Umgebung in einem Windows-Fenster läuft. Solche Konfigurationen bleiben jedoch experimentelle Spielereien und werden für den professionellen Einsatz nicht unterstützt.
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