Azure, Microsoft

Azure knackt 100-Milliarden-Marke: Microsoft wächst 43 Prozent

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 17:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft passt Abschreibungsfristen für KI-Rechenzentren an und meldet starkes Azure-Wachstum mit erstmals über 100 Milliarden Euro Umsatz.

Microsoft verlängert Nutzungsdauer von Rechenzentren auf 25 Jahre
Reihen glühender Server-Racks in einer modernen, hochtechnologischen Rechenzentrumseinrichtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologieriese reagiert auf Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz und schont damit die Bilanz.

Microsoft hat seine Bilanzierungsstrategie für Rechenzentren grundlegend geändert. Ab sofort wird die Nutzungsdauer der Infrastruktur von 15 auf 25 Jahre verlängert. Die Ankündigung fällt in eine Zeit massiver Investitionen: Im vierten Geschäftsquartal 2026 gab der Konzern 41 Milliarden Euro für neue Anlagen aus – ein Anstieg um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Milliardenbudget trotz Bilanzkosmetik

Während Wettbewerber wie Alphabet und Meta ihre Ausgabenprognosen zuletzt nach oben korrigierten, bleibt Microsoft bei seiner Jahresprognose von rund 175 Milliarden Euro. Ohne die verlängerten Abschreibungsfristen hätte der Wert bei 190 Milliarden Euro gelegen.

Die längere Nutzungsdauer erlaubt es dem Konzern, die unmittelbaren finanziellen Belastungen des KI-Ausbaus abzufedern. Microsoft rechnet künftig mit mehr Operating-Leasing-Verträgen und niedrigeren Investitionsausgaben in der Bilanz. Die reale Expansion bleibt jedoch ungebremst: Allein im Schlussquartal kamen 31 neue Rechenzentren hinzu, insgesamt waren es im Geschäftsjahr 88.

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Azure knackt die 100-Milliarden-Marke

Die Milliarden-Investitionen zahlen sich aus. Die Cloud-Sparte Azure überschritt erstmals die Umsatzschwelle von 100 Milliarden Euro – angetrieben durch ein Wachstum von 43 Prozent im vierten Quartal. Damit übertraf Microsoft die Analystenerwartungen von rund 40 Prozent.

Der Gesamtumsatz stieg auf 90 Milliarden Euro (plus 18 Prozent), der Nettogewinn auf 35,8 Milliarden Euro. Der kommerzielle Auftragsbestand wuchs um 84 Prozent auf 678 Milliarden Euro – ohne Berücksichtigung der Partnerschaft mit OpenAI.

Effizienzgewinne durch Eigenentwicklungen

Microsoft setzt zunehmend auf eigene Hardware. Die hauseigenen Maia-200-Chips liefern eine um 30 Prozent bessere Leistung pro investiertem Euro. Die Cobalt-200-Prozessoren sind bereits in über 25 Rechenzentren im Einsatz. Zudem steigerte der Konzern die Energieeffizienz seiner KI-Modelle um bis zu 40 Prozent.

KI-Abos wachsen, PC-Geschäft schwächelt

Microsoft 365 Copilot zählt inzwischen über 30 Millionen bezahlte Nutzer – ein deutlicher Sprung von zuvor 20 Millionen. Analysten hatten mit 26,9 Millionen gerechnet. Dennoch: Das entspricht weniger als sieben Prozent der insgesamt 450 Millionen kommerziellen Plätze.

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Die Sparte „Intelligent Cloud" mit Azure erzielte 39,3 Milliarden Euro Quartalsumsatz (plus 32 Prozent). Das PC-Geschäft hingegen schrumpfte um vier Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Besonders die Windows-OEM-Erlöse und die Xbox-Inhalte gaben nach.

Ausblick: KI-Wachstum beschleunigt sich

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Microsoft einen Umsatz zwischen 89,9 und 91 Milliarden Euro. Das Azure-Wachstum soll auf rund 45 Prozent anziehen. Engpässe bei KI-Kapazitäten werden nach Einschätzung des Managements noch bis Ende 2026 anhalten – der globale Ausbau läuft auf Hochtouren.

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