Azure-Kampagne: 1,7 Millionen McDonald's-Datensätze gestohlen
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten haben eine umfangreiche Kampagne zum Diebstahl von Azure-Zugangsdaten identifiziert, die eine Vielzahl international agierender Großunternehmen betrifft.
Unter dem Pseudonym „TheHatman“ werden derzeit Millionen von Datensätzen zum Kauf angeboten, die mutmaßlich aus den Azure- und Entra-Umgebungen namhafter Konzerne stammen. Ersten Analysen zufolge liegt der Fokus des Bedrohungsakteurs primär auf dem Vertrieb von Mitarbeiterverzeichnissen.
Umfangreiche Datensätze führender Weltkonzerne betroffen
Die im Rahmen der Kampagne exponierten Datenmengen betreffen verschiedene Branchen, von der Systemgastronomie über die IT-Dienstleistung bis hin zum Telekommunikationssektor. Berichten von Sicherheitsforschern zufolge weist das von „TheHatman“ angebotene Material erhebliche Volumina auf. Demnach entfällt der größte Anteil der identifizierten Datensätze mit etwa 1,7 Millionen Einträgen auf den Gastronomie-Konzern McDonald's.
Auch namhafte IT- und Beratungsunternehmen stehen im Fokus der Veröffentlichungen. So wurden dem Dienstleister TCS etwa 800.000 und dem Unternehmen HCL circa 250.000 betroffene Datensätze zugeordnet. Im Bereich der Telekommunikation sind rund 425.000 Einträge des Anbieters Vodafone Teil der Kampagne.
Weitere Betroffene umfassen Kyndryl mit etwa 170.000, den Hotelbetreiber IHG mit rund 185.000 sowie die Modekette Gap mit etwa 80.000 Datensätzen. Kleinere Datenmengen wurden für Hexaware (etwa 20.000) und den Hotelkonzern Wyndham (etwa 9.000) registriert.
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Das Sicherheitsunternehmen Hudson Rock, das die Glaubwürdigkeit der angebotenen Informationen untersuchte, bestätigte, dass es sich bei dem Material um authentische Mitarbeiterverzeichnisse aus Azure- beziehungsweise Entra-Tenants handele. Die Experten wiesen darauf hin, dass die Zusammenstellung der Daten gezielt auf die interne Struktur der betroffenen Organisationen ausgerichtet sei.
Identitätsbasierte Angriffe statt technischer Schwachstellen
Technisch betrachtet basieren die aktuellen Vorfälle nicht auf einer Sicherheitslücke innerhalb der Azure-Plattform von Microsoft. Vielmehr handelt es sich um eine rein identitätsbasierte Angriffsform.
Analysen der kompromittierten Zugangsdaten ergaben, dass die Informationen in den meisten Fällen auf Infostealer-Infektionen zurückzuführen sind. Dabei handelt es sich um Schadsoftware, die direkt auf den Endgeräten von Mitarbeitern Anmeldedaten abgreift, sobald diese im Browser oder in Anwendungen eingegeben werden.
Ein besonders kritisches Element dieser Kampagne ist der Zugriff auf privilegierte Konten. Hudson Rock stellte fest, dass sich unter den entwendeten Zugangsdaten auch Informationen für Administratorkonten befanden. Dies ermöglicht potenziellen Käufern der Daten unter Umständen weitreichende Zugriffe auf die Cloud-Infrastrukturen der betroffenen Firmen, die über das einfache Auslesen von Mitarbeiterlisten hinausgehen.
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Trotz der Bestätigung einiger Datenbestände bleibt die Verifizierung in anderen Bereichen lückenhaft. So berichteten Beobachter von Dark Web Intelligence über einen Beitrag in einem Untergrundforum, in dem ein umfassender Daten-Dump zu McDonald's-Mitarbeitern behauptet wurde.
Für diese spezifische Behauptung liegen jedoch bislang weder technische Details noch eine unabhängige Verifizierung vor. Der Einstiegsvektor für die gesamte Kampagne wird weiterhin mit der Verbreitung von Infostealern in Verbindung gebracht, auch wenn letzte Details zum exakten Ablauf der Datengewinnung in einigen Fällen noch unklar bleiben.
