Azure-Ausfall: Gewitter legt Copilot und sieben Dienste lahm
30.05.2026 - 15:06:43 | boerse-global.deTausende Nutzer weltweit konnten weder auf den KI-Assistenten Copilot noch auf andere Cloud-Anwendungen zugreifen. Besonders betroffen: Unternehmen, die auf die Microsoft-Cloud angewiesen sind.
Gewitter legt Rechenzentrum lahm
Auslöser der massiven Störung waren schwere Gewitter, die zu einem Stromausfall in einem Azure-Rechenzentrum führten. Laut dem Störungsportal Downdetector meldeten bereits am Freitagmittag mehr als 2.600 Nutzer Probleme. Die Ausfälle konzentrierten sich dabei auf zwei Bereiche: Rund 66 Prozent der Beschwerden betrafen die Copilot-Anwendung, etwa 33 Prozent die Weboberfläche.
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Doch die Probleme gingen weit über den KI-Assistenten hinaus. Gleich mehrere Azure-Dienste waren betroffen – darunter Azure Functions, PostgreSQL, MySQL, Databricks, Redis, SQL und Kubernetes. Microsofts offizielle Statusseite zeigte die Dienste zunächst als funktionsfähig an, erst später bestätigte der Konzern erhöhte Latenzzeiten und Verbindungsabbrüche in verschiedenen Regionen.
Regionale Probleme in Schweden und den USA
In der Region Sweden Central kämpfte der Azure OpenAI Service ab 09:39 UTC mit erhöhten Fehlerraten und zeitweiligen Unterbrechungen. Die Techniker konnten die Probleme bis 12:46 UTC beheben. In der Region USA West 2 hingegen blieben einige PostgreSQL Flexible Server über 90 Minuten im Status „Wird aktualisiert" hängen – ein Albtraum für Unternehmen, deren Anwendungen von diesen Datenbanken abhängen.
Weitere Pannen Ende Mai
Der Cloud-Ausfall war nicht die einzige technische Störung der vergangenen Tage. Am Donnerstag legte ein fünftstündiger Zusammenbruch des malaysischen Einwanderungssystems MyIMMs den Grenzverkehr zu Singapur lahm – zehntausende Reisende strandeten. Und am Samstag verzögerte ein technischer Fehler des Dienstleisters TCS die indischen CUET-UG 2026-Prüfungen um bis zu zwei Stunden. Die Organisatoren gewährten den Kandidaten jedoch Ausgleichszeit.
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Neue Ransomware-Bedrohung entdeckt
Unabhängig von den aktuellen Ausfällen warnte Microsoft Threat Intelligence vor einer neuen Erpresserbande namens „The Gentlemen" (auch Storm-2697). Die Gruppe setzt auf einen in Go programmierten Verschlüsselungstrojaner und hat es auf Krankenhäuser, Finanzinstitute und Bildungseinrichtungen abgesehen. Zudem schwelt ein Konflikt mit einem Sicherheitsforscher, der mehrere Zero-Day-Lücken in Windows Defender und BitLocker veröffentlichte – ein Vorgehen, das Microsoft als „niemals zu rechtfertigen" bezeichnete.
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