Ayurveda: Globale Expansion mit Fahrplan bis 2047 geplant
02.07.2026 - 22:10:18 | boerse-global.de
Der traditionelle AYUSH-Sektor steht vor einem radikalen Umbau: Ayurveda soll von einer Nischen-Heilmethode zum globalen Gesundheitsstandard werden. Ein strategischer Fahrplan bis 2047 und milliardenschwere Investitionen zeigen die Ambitionen.
Strategischer Fahrplan bis 2047
Ein am heutigen Donnerstag veröffentlichter Bericht der Denkfabrik NITI Aayog und PwC skizziert die Vision: Ayurveda soll bis 2047 weltweit als tragende Säule der Gesundheitsversorgung etabliert sein. Derzeit ist die Heilkunst in rund 30 Ländern offiziell anerkannt. Die Exporte stiegen von 1,09 Milliarden US-Dollar (2014) auf 2,16 Milliarden US-Dollar (2023). Doch das Problem: Bisher werden vor allem Nahrungsergänzungsmittel exportiert - nicht zugelassene Arzneimittel.
Der Fahrplan sieht eine schrittweise Expansion vor. Bis 2029 steht die flächendeckende Zertifizierung nach WHO-GMP-Standards im Fokus. Bis 2035 sollen Registrierungen in der EU folgen. Das langfristige Ziel: die vollständige Integration in die Gesundheitssysteme von 20 weiteren Ländern. Zum Vergleich: China hat für seine Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bereits über 30 Überseezentren etabliert. Indien verfügt über mehr als 355.000 ausgebildete Ayurveda-Praktiker - 95 Prozent arbeiten jedoch im Inland.
Qualitätsoffensive und globale Marken
In Neu-Delhi diskutierten heute Regierungsvertreter und Industrie über die Stärkung der globalen Marktposition. Handelssekretär Rajesh Agrawal betonte die Notwendigkeit starker globaler Marken für AYUSH-Produkte. Kern der Strategie: die beschleunigte Umsetzung von Qualitätszertifikaten wie dem „Ayush Mark“ und dem Standard „Ayurveda Aahar“ für Lebensmittel.
Die Branche setzt zudem auf Freihandelsabkommen, um den Marktzugang in rund 150 Länder zu erleichtern. AYUSH-Sekretär Vaidya Rajesh Kotecha unterstrich die Bedeutung von Innovationen und Investitionen. Ergänzt werden die Bemühungen durch das „Ayush Visa“ von 2022, das den Medizintourismus nach Indien fördern soll.
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Milliarden für neue Kliniken und KI
Parallel zur globalen Strategie treiben die Bundesstaaten den Ausbau voran. Uttar Pradesh genehmigte für 2026-27 einen Aktionsplan über 613 Millionen Rupien. Geplant sind 23 neue medizinische Einheiten und KI-Kurse an 17 AYUSH-Colleges. Zudem entstehen digitale Klassenzimmer und neue homöopathische Kliniken in Jhansi und Shahjahanpur.
In Bihar wurde heute ein Entwurf zur Standardisierung der Beschaffung von AYUSH-Arzneimitteln vorgelegt. Odisha bemüht sich um ein „All India Institute of Ayurveda“ - die Zentralregierung plant insgesamt drei neue solche Institute im Haushalt 2026-27.
Forschung als Schlüssel zur Akzeptanz
Während Indien Milliarden in neue Kliniken und KI-Kurse investiert, drohen Herstellern ohne WHO-konforme Qualitätsstandards Wettbewerbsnachteile. Dieser Fahrplan zeigt, wie Sie Ihre Produkte zertifizieren und den EU-Markt erschließen. WHO-GMP-Fahrplan jetzt sichern
Die wissenschaftliche Untermauerung traditioneller Verfahren ist entscheidend für die internationale Anerkennung. Gestern unterzeichneten Dr. SHREEVARMA's Wellness und das SRM Institute of Science and Technology eine Kooperationsvereinbarung. Im Fokus: phytochemische Analyse, Standardisierung pflanzlicher Arzneimittel und klinische Pharmakologie.
In der Praxis zeigt sich der Trend bereits. In Kerala wird Ayurveda verstärkt in der Frauenheilkunde eingesetzt - mit Methoden wie der Pulsdiagnose (Nadi Pariksha) für personalisierte Behandlungen. Solche Modelle gelten als Prototypen für die angestrebte globale Positionierung des Sektors.
