Axia-App gewinnt Innovationspreis: Digitale Wende bei Rheuma-Therapie
02.05.2026 - 19:38:38 | boerse-global.deGleich zwei Entwicklungen zeigen, wohin die Reise geht.
Auf dem 132. Internistenkongress im Frühjahr 2026 wurde die Gesundheits-App Axia mit dem ersten Preis des Peter-Müller-Innovationspreises ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für die Standardversorgung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen zugelassen wurde. Zeitgleich stellten der AOK-Bundesverband und das aQua-Institut am 2. Mai 2026 neue Qualitätsstandards für die Behandlung chronischer Schmerzen in Hausarztpraxen vor.
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Digitale Bewegungstherapie auf Rezept
Die von Applimeda in Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Würzburg und der Deutschen Morbus Bechterew Gesellschaft (DVMB) entwickelte App bietet personalisierte Übungsprogramme mit über 250 Anleitungsvideos. Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 200 Teilnehmern, veröffentlicht in den Annals of the Rheumatic Diseases, belegte signifikante Verbesserungen bei Krankheitsaktivität, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität.
Mehr als die Hälfte der Probanden erreichte eine klinisch relevante Therapieresponse. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis unterstreicht das Potenzial digitaler Bewegungstherapie als Ergänzung zur klassischen Behandlung. Für Patienten, die langfristig Physiotherapie und Symptomkontrolle benötigen, schließt die App eine wichtige Versorgungslücke.
Neue Qualitätsstandards für Hausärzte
Mit der Erweiterung des QISA-Systems (Qualitätsindikatoren in der Chirurgie und ambulanten Versorgung) um Band C5 führen AOK und aQua-Institut 13 spezifische Qualitätsindikatoren ein. Sie zielen auf die Verbesserung der Prozessqualität bei der Langzeitversorgung von Schmerzpatienten ab.
Die Standards entstanden im Rahmen des RELIEF-Projekts, einer vom Bundesforschungsministerium geförderten Initiative (2022–2027). Drei Indikatoren befassen sich mit dem angemessenen Einsatz von Opioiden, andere raten von Injektionen mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) ab. Neu ist auch die verpflichtende Erfassung psychosozialer Risikofaktoren. Das QISA-System umfasst nun 16 Bände mit über 200 Indikatoren.
Wenn Rheuma anders kommt: Die Altersfrage
Die Krankheitsbilder der axialen Spondyloarthritis unterscheiden sich je nach Alter der Betroffenen erheblich. Eine 2025 in Joint Bone Spine veröffentlichte Studie zeigt: Patienten, die nach dem 50. Lebensjahr erkranken, weisen einen eigenen Phänotyp auf.
Während jüngere Patienten häufiger unter Achsensymptomen, Augenentzündungen und HLA-B27-Positivität leiden, dominieren bei Älteren periphere Arthritis, Daktylitis (Finger- oder Zehenentzündungen) und Befall der Halswirbelsäule. Die Symptome ähneln oft der Polymyalgia rheumatica oder der Spätform peripherer Spondyloarthritis (LOPS). Die klassische Fokussierung auf Achsensymptome führt bei älteren Patienten daher häufig zu Fehldiagnosen.
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ADHS und Schmerz: Ein unterschätztes Duo
Forscher der Universität Tokio veröffentlichten am 2. Mai 2026 in Nature eine Studie mit rund 1.000 Patienten: Demnach traten ADHS-Symptome bei chronischen Schmerzpatienten 2,4-mal häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Mehr als ein Viertel der Patienten mit extrem hohen Schmerzwerten testete positiv auf ADHS. Die Autoren empfehlen einen ganzheitlichen Therapieansatz mit kognitiver Verhaltenstherapie und Psychoedukation.
Cortison: Timing ist entscheidend
Forscher der Universität Jena und der Harvard Medical School klärten in PNAS, wie Cortison das Enzym 15-Lipoxygenase reguliert. Das Hormon fördert entzündungsauflösende Resolvine in frühen M1-Makrophagen, kann aber die Heilung in späten M2-Makrophagen unterdrücken. Die an Morbus-Crohn- und COVID-19-Patienten bestätigten Ergebnisse zeigen: Cortison muss zeitlich begrenzt eingesetzt werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren.
Ausblick: Multidisziplinäre Versorgung wird Standard
Die Behandlung der axialen Spondyloarthritis wird zunehmend fachübergreifend. Psychische Gesundheitschecks könnten bald zur Standardversorgung gehören. Auch nicht-invasive Technologien wie transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) und Vagusnervstimulation (VNS) stehen im Fokus der Forschung. Erste Studien zu VNS zeigen stimmungsaufhellende Effekte bereits nach 15 Minuten Stimulation.
Bis 2027 erwartet die Fachwelt weitere Daten zur Langzeitwirkung der neuen QISA-Indikatoren. Ziel ist eine nahtlose Versorgungskette, in der digitale Anwendungen wie Axia, standardisierte Hausarztprotokolle und rheumatologisches Spezialwissen zusammenwirken – für mehr Eigenständigkeit der Patienten und bessere Behandlungsergebnisse.
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