AWS EC2 G7: Blackwell-GPUs liefern 4,6x mehr KI-Leistung
19.06.2026 - 05:34:20 | boerse-global.de
Die Amazon Web Services haben am Donnerstag die allgemeine Verfügbarkeit ihrer EC2 G7-Instanzen bekannt gegeben. Erstmals integriert damit ein großer Cloud-Anbieter die Nvidia RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition GPUs in seine Infrastruktur. Die neuen Instanzen zielen auf KI-Inferenz und grafikintensive Workloads ab – von Sprachübersetzung über Videoanalyse bis hin zu anspruchsvollem Game-Streaming.
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Deutlicher Leistungssprung zur Vorgängergeneration
Die G7-Instanzen übertreffen die vorherige G6-Generation deutlich. Nach Unternehmensangaben liefert die Blackwell-Hardware bis zu 4,6-fache Leistung bei KI-Inferenz und 2,1-fache Grafikleistung im Vergleich zum Vorgänger.
Die technische Ausstattung kann sich sehen lassen: Bis zu acht Nvidia RTX PRO 4500 Blackwell GPUs mit je 32 GB dediziertem Speicher – insgesamt 256 GB in der höchsten Konfiguration. Fünfte Generation der Tensor Cores erledigt komplexe Rechenaufgaben.
Als Prozessoren kommen Intel Xeon 6 zum Einsatz. Die Architektur umfasst bis zu 192 vCPUs und 768 GiB RAM. Für hohe Datenraten sorgen 700 Gbps Elastic Fabric Adapter (EFA) Networking und 7,6 TB lokaler NVMe-SSD-Speicher.
Aktuell sind die Instanzen in den AWS-Regionen US East (Ohio) und US West (Oregon) verfügbar. Die Abrechnung erfolgt wahlweise On-Demand, als Spot-Instanzen oder über verschiedene Sparpläne.
Blackwell erobert den Servermarkt
Die Blackwell-Plattform findet sich nicht nur bei Amazon. Auf der HPE Discover am 17. Juni 2026 kündigte Hewlett Packard Enterprise eine erweiterte Integration von Nvidia-Technologien in seine AI-Factory-Plattform an.
Konkret sollen Private Cloud AI und die gesamte AI Factory künftig Nvidia RTX PRO Blackwell GPUs nutzen – ergänzt durch Spectrum-X Networking und BlueField-3-Komponenten. Für 2027 plant HPE zudem den ProLiant DL394 Gen12 mit Nvidia Vera CPU. Ein weiterer Baustein: Nvidia Confidential Computing für mehr Datensicherheit in der AI Factory.
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Ebenfalls am 17. Juni erweiterte OpenMetal sein v5-Hardware-Portfolio um neue Bare-Metal-GPU-Server. Dazu gehört der RP6000-Server mit der Nvidia RTX PRO 6000 Blackwell GPU – 96 GB GDDR7-Speicher und 24.064 CUDA-Cores. Die Systeme basieren auf Intel Xeon 6000 und sind zunächst am Standort Ashburn, Virginia, verfügbar.
Strategischer Ausbau der KI-Infrastruktur
Die Einführung der Blackwell-Hardware fällt mit einem breiteren Trend zusammen: „Agentic AI“ – autonome Systeme, die komplexe Aufgaben mit minimalem Eingriff erledigen. Auf dem AWS Summit in New York am 17. Juni stellte das Unternehmen passende Dienste vor: AWS Context, ein Wissensgraph für Unternehmensdaten, und AWS Continuum für Sicherheitsanwendungen.
Parallel dazu prüft AWS offenbar den kommerziellen Verkauf seiner eigenen Trainium-KI-Chips an Dritte. Wie am 18. Juni bekannt wurde, laufen Gespräche über ein eigenständiges Chip-Geschäft. Die Nachfrage nach den Spezialchips ist hoch, künftige Generationen sind bereits stark nachgefragt.
Um die KI-Entwicklung weiter zu vereinfachen, hat AWS zudem die allgemeine Verfügbarkeit des Amazon Bedrock AgentCore Harness angekündigt. Das Tool bietet eine API-gesteuerte Umgebung für produktionsreife KI-Agenten mit integriertem Speicher und Multi-Modell-Unterstützung – optimiert für die neueste GPU-beschleunigte Infrastruktur.
