Autonome Taxis in London: Uber und Wayve starten noch 2026
09.06.2026 - 03:10:29 | boerse-global.deUber und das britische KI-Startup Wayve bringen selbstfahrende Taxis nach London – noch in diesem Jahr.
London steht vor einer Premiere: Die britische Hauptstadt könnte als erste europäische Stadt einen kommerziellen autonomen Taxidienst erhalten. Am Montag, dem 8. Juni 2026, gaben Uber und das KI-Unternehmen Wayve bekannt, dass sie eine Interessensliste für Londoner Bürger eröffnet haben. Nutzer können sich über die bestehende Uber-App für bevorzugten Zugang zu selbstfahrenden Fahrten registrieren.
Der Schritt markiert den Übergang der autonomen Fahrzeugtechnologie von Teststrecken zu öffentlichen Pilotprojekten in Großbritannien. Zwar steht die endgültige behördliche Genehmigung noch aus, doch die Partner rechnen damit, dass die Fahrten innerhalb weniger Monate für die Öffentlichkeit verfügbar sein könnten.
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Elektro-Flotte mit KI-Technologie
Die Zusammenarbeit zwischen Uber und Wayve setzt auf eine Flotte vollelektrischer Ford Mustang Mach-E SUVs. Diese Fahrzeuge sind mit Wayves proprietärer „verkörperter KI" (embodied AI) ausgestattet. In der Anfangsphase werden menschliche Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer sitzen, um den Betrieb zu überwachen.
Ein besonderes Merkmal des Dienstes: Er ist direkt in die Uber-Plattform integriert. Wenn der Dienst startet, können Fahrgäste, die eine Fahrt über die Kategorien UberX, Electric oder Comfort anfordern, mit einem autonomen Fahrzeug verbunden werden. Die Preise sollen identisch mit denen herkömmlicher Fahrten sein. Wer möchte, kann das autonome Fahrzeug ablehnen und einen menschlichen Fahrer bevorzugen.
Wayves Ansatz namens AV2.0 setzt auf End-to-End-Deep-Learning statt auf die hochauflösende Kartierung vieler Konkurrenten. Die Technologie soll Londons komplexes Stadtbild mit engen Straßen und unberechenbarem Verkehr meistern, indem sie in Echtzeit auf Basis roher Sensordaten Entscheidungen trifft.
Wettbewerb um den Londoner Markt
Die Ankündigung verschärft den Wettbewerb um die Vorherrschaft im britischen Markt für autonome Mobilität. Auch Waymo, eine Tochter von Alphabet, hat seine Präsenz in der Hauptstadt deutlich ausgebaut. Seit April 2026 testet Waymo eine Flotte von 100 Jaguar I-Pace-Fahrzeugen in einer 260 Quadratkilometer großen Zone in London. Bislang sind nur Mitarbeiter und Sicherheitsfahrer unterwegs, doch das Unternehmen plant den Start eines vollwertigen Passagierdienstes für das vierte Quartal 2026.
Auch andere internationale Player haben London im Visier. Der chinesische Technologiekonzern Baidu hat in Partnerschaft mit Lyft Pläne für einen fahrerlosen Dienst angekündigt. Uber selbst verfolgt eine regionale Strategie und erkundet ähnliche autonome Partnerschaften in Tokio und München.
Rechtlicher Rahmen und wirtschaftliche Bedeutung
Der kommerzielle Rollout stützt sich auf den Automated Vehicles Act 2024, der die rechtliche Grundlage für selbstfahrende Autos auf britischen Straßen schuf. Im Mai 2026 erreichte die Umsetzung einen kritischen Punkt: Das Verkehrsministerium und das Centre for Connected and Autonomous Vehicles (CCAV) öffneten die Anträge für das Self-Driving Vehicle Pilot Scheme. Dieses Programm erlaubt Unternehmen, die nötigen Genehmigungen für Passagierdienste ohne „verantwortlichen Nutzer" zu erhalten.
Die Regierung rechnet mit erheblichen wirtschaftlichen Effekten. Schätzungen des Verkehrsministeriums zufolge könnte die Branche bis 2035 rund 42 Milliarden Pfund wert sein und bis zu 38.000 Arbeitsplätze schaffen. Verkehrsbeamte betonen zudem, dass die Technologie die Verkehrssicherheit verbessern könnte, indem sie Unfälle durch menschliches Versagen wie Müdigkeit oder Ablenkung reduziert.
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Finanzierung und globale Expansion
Dem Start in London ging eine Phase rasanten finanziellen Wachstums bei Wayve voraus. Anfang 2026 sicherte sich das Unternehmen eine Investitionsrunde von über einer Milliarde Dollar, die das Unternehmen mit rund 8,6 Milliarden Dollar bewertete. Zu den Geldgebern zählen namhafte Technologie- und Automobilkonzerne wie Microsoft, Nvidia, SoftBank und Uber.
Der Fokus liegt zunächst auf der britischen Hauptstadt, doch Wayve-Manager haben den Londoner Pilot als Vorlage für die globale Expansion bezeichnet. Das Unternehmen plant, sein „kartenloses" KI-Modell zu nutzen, um den Dienst in den kommenden Jahren auf Tokio und zehn weitere Städte auszuweiten. Ziel ist es zu beweisen, dass die Technologie mit minimalem Nachschulungsaufwand auf neue urbane Umgebungen übertragbar ist.
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