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Autonome Roboter: Waymo ruft 3.791 Fahrzeuge nach Ausfällen zurück

27.05.2026 - 01:22:03 | boerse-global.de

Wachsende Flotten autonomer Lieferroboter in US-Städten führen zu mehr Unfällen und rufen lokale Behörden auf den Plan.

Autonome Roboter: Waymo ruft 3.791 Fahrzeuge nach Ausfällen zurück - Foto: über boerse-global.de
Autonome Roboter: Waymo ruft 3.791 Fahrzeuge nach Ausfällen zurück - Foto: über boerse-global.de

Die rasante Ausbreitung autonomer Lieferflotten auf amerikanischen Bürgersteigen sorgt für wachsenden Unmut und verschärfte Regulierung. Im Mai 2026 stockte Serve Robotics seine Flotte in Los Angeles massiv auf: 500 neue Roboter rollen nun durch 40 Stadtteile – ein gewaltiger Sprung gegenüber gerade einmal zwei Bezirken im Jahr 2023. Während Befürworter die emissionsfreie Zustellung der letzten Meile preisen, mehren sich Berichte über Kollisionen mit Fußgängern und Sachschäden.

Los Angeles: Lieferroboter im Alltagstest

Die neuen Maschinen sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Neben Serve Robotics betreibt Coco Robotics rund 300 Einheiten in der kalifornischen Metropole. Die bis zu 45 Kilogramm schweren Gefährte bewegen sich mit maximal sieben Kilometern pro Stunde fort und navigieren mithilfe von Sensoren und Fernüberwachung. Einige Modelle zeigen sogar digitale Bitten an, Passanten mögen doch die Ampelknöpfe für sie drücken.

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Die Reaktionen der Anwohner fallen gemischt aus. Was den Verkehr entlasten soll, blockiert oft Gehwege und wird zum Hindernis für Menschen mit Behinderungen. In vielen Vierteln hat sich eine Hassliebe entwickelt: Manche bedauern die Roboter, andere empfinden sie als störend. Kinder klettern auf die Maschinen, auf schmalen Wegen kommt es zu Beinahe-Unfällen. Die Konflikte sind programmiert – nur 6,8 Prozent der US-Bevölkerung leben in wirklich fußgängerfreundlichen Gegenden, Bürgersteigfläche ist ein knappes Gut.

Unfälle häufen sich – Sicherheitsbilanz unter Druck

Mit der wachsenden Flotte steigt auch die Zahl dokumentierter Zwischenfälle. Die OECD hat mehrere Vorfälle als KI-Unfälle eingestuft. Besonders schwer wiegt ein Zusammenstoß in New Jersey: Ein Avride-Roboter erfasste einen Radfahrer, der eine Kopfverletzung und einen Schlüsselbeinbruch erlitt. In Chicago zertrümmerte ein Lieferroboter die Glasscheibe einer Bushaltestelle – ein Beleg für die Wucht, die diese Maschinen bei Fehlfunktionen entwickeln können. Aus Los Angeles liegen Aufnahmen einer Kollision zwischen einem Roboter und einem Rollstuhlfahrer vor.

Bereits 2024 war in Los Angeles ein Waymo-Robotaxi mit einem Lieferroboter zusammengestoßen – ein Vorgeschmack auf die Komplexität, wenn unterschiedliche autonome Systeme aufeinandertreffen.

Städte reagieren: Von Moratorien bis zu neuen Bewertungsmodellen

Angesichts der Zwischenfälle überdenken mehrere Kommunen ihre liberale Haltung. Während Los Angeles weiter expandieren lässt, erwägt das benachbarte Glendale ein Moratorium. Chicago hat bereits Beschränkungen erlassen, nachdem erste Einsätze zu Bürgersteig-Staus und Sachschäden geführt hatten.

Forscher der Cornell University haben einen „Robotability Score" entwickelt – eine Kennzahl, die die Eignung von Stadtteilen für Roboter bewertet. Kriterien sind Gehwegbreite, Fußgängerdichte und Infrastrukturqualität. Damit könnten Kommunen künftig festlegen, welche Zonen sich für den Betrieb eignen, ohne die Zugänglichkeit für Fußgänger zu beeinträchtigen.

Technische Hürden und Branchenwandel

Die Probleme der Lieferroboter sind Teil eines größeren Trends. Im Mai 2026 musste Waymo seinen Robotaxi-Dienst in mehreren Städten einstellen – Softwareausfälle bei Starkregen und Überschwemmungen waren die Ursache. Der Konzern rief 3.791 Fahrzeuge zurück, weil die Systeme der fünften und sechsten Generation bei Wasserkontakt keine Notbremsung auslösten. Es war Waymos dritter großer Rückruf binnen 15 Monaten.

Während die einen mit technischer Zuverlässigkeit kämpfen, setzen andere auf Expansion: Uber stockte seinen Anteil an Delivery Hero auf 19,5 Prozent auf. May Mobility schloss mit Ecarx eine strategische Partnerschaft im Wert von rund 700 Millionen Euro für den Bau spezialisierter Robotaxis.

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Blick nach Asien: Singapur als Testfeld

Trotz der Reibungen in den USA treibt die Branche die internationale Expansion voran. Grab Holdings plant einen Roboter-Lieferpilot im singapurischen Bezirk Punggol – noch 2026 soll es losgehen. Acht verschiedene Firmen beteiligen sich an dem Testfeld. Bereits im April hatte Grab in Jakarta den Roboter „Carri" vorgestellt, der nach der Übernahme des chinesischen Robotik-Unternehmens Infermove entwickelt wurde.

Carri soll die ersten und letzten 100 Meter der Lieferkette automatisieren. Zunächst ist der Einsatz in malaysischen Einkaufszentren geplant. Ob technische Verbesserungen und Werkzeuge wie der Cornell-Score die Sicherheitsprobleme lösen können, wird sich zeigen – die Welt schaut nach Los Angeles und Chicago.

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