Autonome Lkw: Hyundai und Kia erproben Level 4 auf 100- und 400-Kilometer-Routen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 20. Oktober 2026 haben Hyundai Motor und Kia im Namyang-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hwaseong eine Absichtserklärung für ein Level-4-Pilotprojekt im autonomen Lkw-Güterverkehr unterzeichnet.
Zu den Partnern der Kooperation gehören Hyundai Mobis, der Logistikdienstleister Hyundai Glovis sowie die Softwareunternehmen Mars Auto und RideFlux. Ziel der Initiative ist die Erprobung und Weiterentwicklung fahrerloser Technologien im kommerziellen Güterverkehr unter realen Betriebsbedingungen.
Praxisnahe Flottentests bis Ende 2027
Für den praktischen Testbetrieb stellen Hyundai Motor und Kia zwei Pilotfahrzeuge bereit, die Anfang 2027 an die Projektpartner ausgeliefert werden sollen. Dabei handelt es sich um eine Brennstoffzellen-Zugmaschine des Typs XCIENT Fuel Cell sowie eine konventionell angetriebene XCIENT-Zugmaschine. Beide Fahrzeuge verfügen über angepasste elektronische Steuergeräte und fahrzeugseitige Schnittstellen.
Die Erprobung läuft nach Angaben der beteiligten Unternehmen bis Ende 2027 auf zwei unterschiedlichen Streckenprofilen. Vorgesehen sind Fahrten auf einer kombinierten Autobahn- und Stadtroute über rund 100 Kilometer sowie auf einer Langstrecken-Autobahnroute mit einer Länge von etwa 400 Kilometern.
Hyundai Mobis und Hyundai Glovis bringen hierfür bestehende Logistikverbindungen in das Projekt ein, um die Einbindung in alltägliche Transportabläufe abzubilden. Mars Auto und RideFlux stellen die dafür erforderlichen Softwarelösungen für das autonome Fahren auf Level-4-Niveau bereit.
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Der technische Fokus der Fahrten liegt auf der Fahrzeugsteuerung, der allgemeinen Systemzuverlässigkeit, der Betriebssicherheit sowie redundanten Sicherheitssystemen für schwere Nutzfahrzeuge.
Bereits am 1. Oktober 2026 hatten Hyundai Motor und Kia zudem eine Vereinbarung mit der Stadt Seoul zur Kommerzialisierung autonomer Level-4-Stadtbusse geschlossen.
Internationale Dynamik im autonomen Straßengüterverkehr
Das Vorhaben reiht sich in eine wachsende Zahl weltweiter Initiativen ein, die auf den fahrerlosen Transport im Logistiksektor abzielen. In den USA meldete Kodiak AI eine Steigerung seines internen Sicherheitsmaßstabs für fahrerlosen Fernverkehr von 84 Prozent im Februar 2026 auf 93 Prozent Ende August 2026. Das Unternehmen strebt den Start fahrerloser Einsätze auf dem Highway bis Ende 2026 an, unter anderem auf der Interstate 45 zwischen Dallas und Houston. Im Permian Basin absolvierte ein Fahrzeug von Kodiak AI im Dauerbetrieb 64 aufeinanderfolgende Tage ohne Systemneustart.
Auch andere Branchenakteure treiben entsprechende Vorhaben voran:
- Waabi und Warrior Logistics: Warrior Logistics befördert auf der Verbindung Dallas–Houston seit dem zweiten Quartal 2026 Frachtgüter mit umgerüsteten Zugmaschinen und Sicherheitsfahrern an Bord. Waabi beabsichtigt, künftig fahrerlos mit werksgefertigten Volvo-Lkw zu agieren, deren Fertigstellung für Anfang 2027 erwartet wird.
- Daimler: Der Hersteller fertigt ab Werk eine für den autonomen Betrieb vorbereitete Variante des Freightliner Cascadia mit redundanten Systemen. Finanzchefin Eva Scherer erwartet den ersten fahrerlosen Routeneinsatz bis Ende 2026 und eine breite Kommerzialisierung um das Jahr 2028.
- Gatik: Das Unternehmen betreibt bereits fahrerlose Transporte im B2B-Bereich auf mittleren Strecken ohne Personal an Bord.
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In Europa erprobt Konboi seit April 2026 auf einer täglichen Rundstrecke von etwa 800 Kilometern in Frankreich autonome Systeme im Autobahnnetz, wobei die Tests bis September 2027 angesetzt sind. In Asien schloss Neolix eine Finanzierungsrunde über fast 400 Millionen US-Dollar ab, um das eigene Betriebsnetz und lokale Servicezentren für autonome Lieferflotten international weiter auszubauen.
