Autonome Lieferungen: Neolix knackt 160-Millionen-Kilometer-Marke
05.06.2026 - 23:50:52 | boerse-global.de
Die Branche für autonome Lieferungen und Robotik erlebt einen rasanten Wandel von der Testphase zur kommerziellen Nutzung. In Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika fließen Milliarden in die Flottenexpansion – und auch der deutsche Markt rückt zunehmend in den Fokus.
Rekordfahrt: Neolix übertrifft 160 Millionen Kilometer
Der chinesische Entwickler Neolix hat am heutigen Freitag einen Meilenstein vermeldet: Die Flotte des Unternehmens hat insgesamt über 160 Millionen Kilometer autonomer Fahrt zurückgelegt. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als 4.000 Erdumrundungen. Neolix betreibt mittlerweile mehr als 16.000 Fahrzeuge in über 300 Städten in knapp 20 Ländern – darunter die Bereiche Expresslieferung, Einzelhandel und urbane Distribution.
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Erst im Februar dieses Jahres lag die Marke noch bei 100 Millionen Kilometern. Die Beschleunigung ist enorm. In Singapur arbeitet Neolix mit dem Logistikdienstleister QuikBot zusammen, um durchgängige Lieferlösungen zu entwickeln, die Straßentransport mit Gebäudesystemen wie Aufzügen und Zugangskontrollen verbinden. Dieses Pilotprojekt gilt als Blaupause für den weiteren Ausbau in Asien und dem Nahen Osten.
Meituans Drohnen liefern in Rekordzeit
Auch der chinesische Gigant Meituan macht mit seiner Drohnensparte Keeta Drone Tempo. Seit Anfang Juni betreibt das Unternehmen mehr als 70 Lieferrouten in Großstädten wie Shenzhen, Peking und Shanghai – sowie in Dubai. Knapp 880.000 Lieferungen wurden bereits absolviert. Die Standardvorgabe: Ziele innerhalb von drei Kilometern in nur 15 Minuten erreichen.
Milliarden-Investments in die letzte Meile
Die Finanzierungswelle in der Branche reißt nicht ab. Am Donnerstag gab BlueFive Capital eine Investition von 250 Millionen Euro in CargoX bekannt, ein in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässiges Startup für autonome Lieferungen. Das Unternehmen hat bereits Fahrzeuge für die letzte Meile und den Fernverkehr getestet und bereitet nun die vollständige Kommerzialisierung in Dubai und Abu Dhabi vor.
Gleichzeitig bestätigte Amazon am Donnerstag, mehr als zehn Milliarden Euro in seine europäische Logistikinfrastruktur zu stecken. Ein zentraler Bestandteil: eine neue Generation von Robotern. Dazu gehört Proteus, ein Roboter, der natürliche Sprachbefehle versteht, sowie Vulcan – Amazons erster Roboter mit Tastsinn. Das kollaborative Behälter-Handhabungssystem STARK soll bis 2027 in europäischen Logistikzentren zum Einsatz kommen.
Uber setzt auf Nuro und Hyundai
Im Ride-Hailing- und Robotaxi-Sektor kündigte Uber ebenfalls am Donnerstag zwei Großprojekte an. Das Unternehmen investiert knapp 500 Millionen Euro in Nuro, um eine Flotte von 35.000 Robotaxis auf Basis des Lucid Gravity SUV aufzubauen. Zudem präsentierte Uber einen Prototypen auf Basis des Hyundai Ioniq 5 – ausgestattet mit 14 Kameras sowie mehreren Lidar- und Radarsensoren. Bis Ende 2026 sollen 500 dieser Fahrzeuge im Einsatz sein.
Vom Wäschetransport bis zum Bergbau
Die Anwendungsfelder autonomer Roboter werden immer spezialisierter. Serve Robotics gab am Mittwoch eine Partnerschaft mit NoScrubs bekannt, um in Los Angeles einen autonomen Wäschelieferdienst zu starten. Das Unternehmen unterhält bereits 2.000 Roboter und plant, sein Angebot auf Apotheken, Lebensmittel und den allgemeinen Einzelhandel auszuweiten.
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Auch in der Industrie zeichnet sich ein Strategiewechsel ab. Atoms, ein Robotikunternehmen unter der Leitung von Travis Kalanick (Mitgründer von Uber), beendete am Donnerstag eine achtjährige Entwicklungsphase. Statt auf humanoide Roboter setzt das Unternehmen nun auf spezialisierte Radmaschinen für industrielle Infrastruktur – etwa im Bergbau und in der Lebensmittellogistik.
Marktprognose: Explosives Wachstum erwartet
Laut einer Studie von Maximize Market Research war der Markt für autonome Lieferroboter 2025 rund 2,54 Milliarden Euro schwer. Bis 2032 soll er auf über 41 Milliarden Euro anwachsen – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 49 Prozent. Treiber sind die steigende Nachfrage nach kontaktlosen Lieferungen, verbesserte KI-Navigation und die Automatisierung der letzten Meile.
Weitere Belege für die geografische Expansion: Tesla kündigte am Donnerstag an, seinen unbeaufsichtigten Robotaxi-Dienst auf den gesamten Großraum Wien auszuweiten. Und ein türkischer Entwickler KI-gestützter Lieferroboter sucht seit Freitag nach Finanz- oder Joint-Venture-Partnern, um seinen ersten Prototypen in Serie zu produzieren – für Märkte in den USA, China und den VAE.
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