Autonome Fahrzeuge: Über 20 Verletzungen bei Waymo und Zoox
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 23:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Auswertung von Daten der US-Arbeitsschutzbehörde OSHA (Occupational Safety and Health Administration) liefert neue Erkenntnisse über die Risiken für das Personal in der autonomen Fahrzeugindustrie.
Den Berichten zufolge erlitten Testfahrer der Unternehmen Waymo und Zoox in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt über 20 Verletzungen. Die Vorfälle verdeutlichen die physischen Belastungen, denen Sicherheitsfahrer ausgesetzt sind, wenn die Systeme der Fahrzeuge abrupt reagieren.
Steigende Verletzungszahlen bei Waymo-Dienstleistern
Der Mobilitätsdienstleister Transdev, der als Partner für Waymo tätig ist, meldete für den Zeitraum 2024 bis 2025 insgesamt 16 Verletzungsfälle. Die dokumentierten Vorfälle ereigneten sich in den operativen Einsatzgebieten San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Dabei ist ein deutlicher Aufwärtstrend in der Statistik erkennbar: Während Transdev für das Jahr 2024 noch 5 Verletzungsfälle bei Waymo-Einsätzen registrierte, stieg diese Zahl im Jahr 2025 auf 11 Fälle an.
Die Art der Verletzungen steht in engem Zusammenhang mit der Fahrweise der autonomen Systeme. Berichten zufolge klagten die betroffenen Fahrer über Verstauchungen, Rückenschmerzen und Schleudertrauma. Diese gesundheitlichen Probleme resultierten meist aus starkem Bremsen oder plötzlichen, unvorhersehbaren Manövern der Fahrzeuge, die die menschlichen Insassen unvorbereitet trafen.
Schwere der Vorfälle führt zu monatelangen Ausfallzeiten
Die OSHA-Daten geben zudem Aufschluss über die Schwere einzelner Vorfälle, die für die betroffenen Mitarbeiter teils erhebliche Konsequenzen hatten. In einem dokumentierten Fall kam es während eines Parkmanövers zu einem Handgelenksbruch, der einen zweimonatigen Arbeitsausfall nach sich zog.
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Besonders lange Ausfallzeiten wurden nach Zwischenfällen durch abruptes Bremsen registriert. In Phoenix führte eine Bremsung des Systems, für die laut den Unterlagen kein ersichtlicher Grund vorlag, zu einer Arbeitsunfähigkeit von 157 Tagen.
Ein ähnlicher Vorfall in Los Angeles, bei dem das Fahrzeug wegen spielender Kinder am Straßenrand eine Vollbremsung einleitete, verursachte bei dem Testfahrer Verletzungen, die einen Ausfall von 175 Tagen zur Folge hatten. Mehrere Beschäftigte fielen aufgrund solcher Manöver über Wochen oder sogar Monate hinweg aus.
Sicherheitsbedenken und technische Herausforderungen bei Zoox
Neben Waymo geriet auch der Wettbewerber Zoox in den Fokus der Datenanalyse. Das Unternehmen meldete im gleichen Zeitraum 8 Verletzungsfälle. Innerhalb des Unternehmens werden für bestimmte Fehlreaktionen des Systems spezifische Begriffe verwendet. So bezeichnet Zoox abrupte Bremsmanöver intern als „brake jabs“, während andere problematische Systemzustände als „nogo“ klassifiziert werden.
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Diese Berichte fallen in eine Phase, in der die Zuverlässigkeit der Zoox-Software bereits unter Beobachtung stand. Zuvor hatte das Unternehmen 105 seiner Robotaxis zurückrufen müssen, da Softwareprobleme identifiziert worden waren. Die nun bekannt gewordenen Verletzungen der Sicherheitsfahrer unterstreichen die Schwierigkeit, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine bei abrupten Systemreaktionen sicher zu gestalten.
Die Analyse der OSHA-Daten verdeutlicht, dass trotz des Ziels, durch autonomes Fahren die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen, das Risiko für das Personal innerhalb der Testflotten ein relevantes Problem bleibt. Die Häufung von Verletzungen durch Bremsmanöver deutet darauf hin, dass die Feinabstimmung der Fahrkinematik eine zentrale Herausforderung für die Entwickler darstellt.
