Autonome, Fahrzeuge

Autonome Fahrzeuge: NHTSA stellt Waymo Ultimatum bis 31. Juli

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 09:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

US-Behörde fordert von Waymo bis Ende Juli Sicherheitsnachweise für Rettungskräfte. Trotz Pannen treibt der Konzern seine Expansion in neue Städte voran.

Waymo unter Druck: NHTSA-Ultimatum gefährdet Expansionspläne
Ein Waymo-Robotaxi steht an einer städtischen Kreuzung, die Scheinwerfer spiegeln sich auf nassem Asphalt. Der Hintergrund ist mit Stadtlichtern verschwommen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Aufsichtsbehörden stellen ein Ultimatum: Bis Ende Juli müssen Waymo und andere Betreiber autonomer Fahrzeuge nachweisen, dass ihre Systeme keine Gefahr für Rettungskräfte darstellen. Der Vorstoß kommt zu einem kritischen Zeitpunkt – der Branchenprimus treibt seine Expansion in neue Städte voran.

Ultimatum für die Sicherheit

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat Waymo und anderen Anbietern eine klare Frist gesetzt. Bis zum 31. Juli 2026 müssen die Unternehmen technische Lösungen präsentieren, die verhindern, dass ihre Fahrzeuge Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten behindern.

NHTSA-Direktor Jonathan Morrison begründete die Forderung mit Dutzenden Vorfällen, bei denen Roboter-Taxis die Arbeit von Ersthelfern erschwerten. Besonders brisant: Ein Vorfall im März 2026 in Austin, bei dem ein Waymo-Fahrzeug den Zugang von Rettungskräften zu einem Massen-Shooting blockierte. Nur wenige Tage zuvor hatte ein Fahrzeug in San Antonio Absperrungen an einem Hausbrand durchbrochen.

Die Behörde macht deutlich: Fahrzeuge, die nicht sicher mit Einsatzkräften interagieren können, sind eine Gefahr für die Öffentlichkeit.

Pannen am Unabhängigkeitstag

Verschärft wurde die Kritik durch Vorfälle am 4. Juli in San Francisco. Während der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag blieben mehrere Waymo-Fahrzeuge liegen – sie waren in der Menschenmenge gefangen und konnten die Straßen nicht passieren. Waymo erklärte, nicht kommunizierte Straßensperrungen hätten die Fahrzeuge verwirrt. Einige Roboter-Taxis entluden ihre Batterien und mussten abgeschleppt werden.

Expansion trotz Gegenwind

Dennoch treibt Waymo seine Pläne ungebremst voran. Am 8. Juli startete das Unternehmen den vollautonomen Betrieb in Las Vegas. Weitere Städte wie Denver, San Diego und Tampa sollen noch dieses Jahr folgen. Sogar eine Expansion nach London ist für Ende 2026 geplant.

Um dieses Wachstum zu finanzieren, sicherte sich Waymo kürzlich eine Finanzierungsrunde über 16 Milliarden Euro. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei rund 126 Milliarden Euro. Aktuell betreibt Waymo eine Flotte von etwa 3.500 bis 4.000 Fahrzeugen und absolviert wöchentlich 500.000 Fahrten. Das Ziel: Bis Ende 2026 soll sich die Zahl der bezahlten Fahrten auf eine Million pro Woche verdoppeln.

Anzeige

Wer die Auswirkungen des NHTSA-Ultimatums auf seine Flotte einordnen will, findet in diesem kostenlosen Report die wichtigsten Compliance-Hebel – von Sicherheitsprotokollen bis Haftungsminimierung. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern

Waymo verweist auf beeindruckende Sicherheitszahlen: Bei über 350 Millionen gefahrenen Kilometern ohne menschlichen Fahrer habe die Technologie 92 Prozent weniger schwere Unfälle verursacht als menschliche Fahrer.

Streit um den Markt in Washington

Der Vorstoß in die Hauptstadt Washington, D.C. stößt auf erbitterten Widerstand. In einer Anhörung des Stadtrats am 14. Juli debattierten Abgeordnete über ein Gesetz, das kommerzielle Fahrten mit autonomen Fahrzeugen erlauben würde.

Während Behindertenverbände die größere Unabhängigkeit durch Roboter-Taxis begrüßten, fürchten Fahrer von Uber und Lyft um ihre Arbeitsplätze. Uber hat sich zum Wortführer der Gegner gemacht und argumentiert, das Gesetz könnte Waymo ein Monopol verschaffen. Stattdessen schlägt Uber ein Hybrid-Modell vor: Autonome Fahrzeuge müssten zwingend neben menschlichen Fahrern operieren.

Der Streit ist kein Zufall: Erst Ende Juni kündigte Uber die Partnerschaft mit Waymo in Phoenix. In Austin und Atlanta arbeiten die beiden Unternehmen weiterhin zusammen.

Der Gesetzesentwurf für Washington sieht strenge Auflagen vor: Maximal 200 autonome Fahrzeuge bis Januar 2028 und eine Steuer von 15 Cent pro Meile für die Finanzierung von Umschulungsprogrammen.

Rückruf und technische Pannen

Anzeige

Kommunen und Flottenbetreiber, die bereits autonome Fahrzeuge einsetzen, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan für die Interaktion mit Rettungskräften – bevor regulatorische Prüfungen verbindlich greifen. Dieser Leitfaden liefert Sicherheits-Checkliste und konkrete Haftungsstrategien. NHTSA-Fahrplan jetzt sichern

Auch technisch bleibt Waymo nicht verschont. Am 13. Juni meldete das Unternehmen einen Rückruf von 3.871 Fahrzeugen der fünften Generation, die zwischen Mai 2022 und Mai 2026 gebaut wurden. Ein Software-Fehler erlaubte es den Fahrzeugen, in aktive Baustellen einzufahren. Waymo entwickelte ein Update und schränkte Autobahnfahrten vorübergehend ein.

In San Antonio ist der Dienst seit einem Vorfall mit Hochwasser am 20. April komplett offline. Und in Austin und San Francisco sorgen Waymo-Fahrzeuge für ungewöhnliche 911-Notrufe: Passanten alarmieren die Polizei, weil sie schlafende Fahrgäste in den Robotaxis sehen. Rund 250 solcher Vorfälle gab es 2025 in San Francisco. Nur etwa drei Prozent der Fälle erforderten medizinische Hilfe – oft ging es um kleine Übelkeiten oder Reinigungskosten für Hinterlassenschaften in den Fahrzeugen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69771817 |