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Autonome Fahrzeuge: NHTSA setzt Herstellern Frist bis Ende Juli

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 04:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde fordert von Herstellern autonomer Fahrzeuge bis Ende Juli konkrete Lösungen zur Erkennung von Einsatzfahrzeugen.

NHTSA setzt Ultimatum: Autonome Fahrzeuge müssen bis Juli nachbessern
Autonomes Robotaxi hält an einer Unfallstelle, Blaulicht von Polizei und Krankenwagen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat den Herstellern eine klare Frist gesetzt: Sie müssen ihre Systeme so umrüsten, dass sie Einsatzfahrzeuge nicht mehr behindern und Gefahrenstellen zuverlässig erkennen.

„Kein seltener Ausnahmefall"

Hintergrund der Anordnung sind mehrere spektakuläre Vorfälle, bei denen fahrerlose Taxis Rettungskräfte blockierten oder sich bei öffentlichen Veranstaltungen festfuhren. NHTSA-Direktor Jonathan Morrison stellte am 8. Juli klar: „Einsatzstellen sind für Entwickler kein seltener Sonderfall." Die Behörde habe dokumentierte Muster festgestellt – Fahrzeuge erkennen Rauch, Leuchtfackeln oder Absperrhütchen nicht oder versperren Krankenwagen den Weg.

Bis Ende Juli müssen nun alle Hersteller, die im „Standing General Order" des Verkehrsministeriums gelistet sind, konkrete Lösungen präsentieren. Ein persönliches Treffen mit den Bundesbehörden ist Pflicht.

Technische Autonomie trifft auf Sicherheitsauflagen

Die Frist fällt in eine Phase grundlegender regulatorischer Weichenstellungen. Die NHTSA hatte erst Ende Juni vorgeschlagen, die Pflicht zu manuellen Bremspedalen zu streichen – ein Schritt, der Unternehmen wie Tesla oder Zoox entgegenkommt. Doch die neue Anordnung macht klar: Technische Freiheit darf nicht auf Kosten der öffentlichen Sicherheit gehen.

Ein zentrales Problem: Die derzeitige Fernsteuerung leidet oft unter Verzögerungen. Bei kritischen Einsatzorten reicht das nicht aus, so die Behörde. Die geplanten Änderungen der Bundes-Sicherheitsstandards (FMVSS) könnten weitreichende Folgen haben – besonders für Fahrzeuge ohne herkömmliche Bedienelemente.

Chaos in San Francisco

Besonders brisant: Die Vorfälle am 4. Juli in San Francisco. Dutzende Waymo-Robotaxis strandeten im Stadtteil Presidio, nachdem Feuerwerksbedingter Stau die Batterien leer gesaugt hatte. Mehrere Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, eines fuhr sogar über ein brennendes Feuerwerk.

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Die Stadt reagiert jetzt mit eigenen Maßnahmen. Supervisor Bilal Mahmood kündigte eine Untersuchung der Auswirkungen autonomer Fahrzeuge auf den Nahverkehr und die Rettungsdienste an. Zudem prüft San Francisco ein gestaffeltes Bußgeldsystem: Je schwerwiegender und länger ein Robotaxi Rettungskräfte blockiert, desto höher die Strafe.

Die Liste der Pannen ist lang: Ein Waymo-Fahrzeug fuhr in Los Angeles in eine laufende Polizeiarrestszene, ein anderes blockierte den Zugang zu einer Wohnungsexplosion in Dallas County. Bereits im Dezember 2025 waren in San Francisco mehr als 1.000 Waymo-Fahrzeuge bei einem Blackout liegengeblieben.

Neue Regeln in Kalifornien

Kalifornien hat bereits reagiert: Seit Mitte 2026 müssen alle Betreiber autonomer Fahrzeuge Notruf-Hotlines und direkte Kommunikationskanäle für Rettungskräfte vorhalten. Die Behörden können nun direkt Bußgelder gegen die Hersteller verhängen.

Markt in Bewegung

Parallel zu den regulatorischen Turbulenzen verändert sich die Branche. Uber und Waymo beendeten Anfang Juli ihre Robotaxi-Kooperation in Phoenix – in Atlanta und Austin arbeiten sie weiter zusammen.

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Andere Hersteller zeigen Wachstum: Rivian Automotive nahm durch den Verkauf von 86,25 Millionen Aktien zu je 15,50 Dollar rund 1,32 Milliarden Euro ein. Nach einem starken zweiten Quartal hob der Hersteller seine Auslieferungsprognose für 2026 auf 65.000 bis 70.000 Fahrzeuge an.

Die Frage bleibt: Schaffen es die Entwickler, die Sicherheitslücken bis Ende Juli zu schließen? Oder droht der nächste regulatorische Hammer?

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