Autonome Fahrzeuge: Kalifornien und Texas verschärfen Regeln am 2. Juni
03.06.2026 - 07:40:10 | boerse-global.deDie Regulierungswelle rollt: Mehrere US-Bundesstaaten und Städte ziehen die Zügel für autonome Lieferdienste und Fahrzeuge an. Kalifornien, Texas und Pennsylvania gehen voran – mit neuen Gesetzen, Gebühren und Betriebsbeschränkungen.
Kalifornien und Texas handeln auf Landesebene
Der kalifornische Senat verabschiedete am 2. Juni 2026 den Gesetzesentwurf SB 1246. Er schreibt vor, dass Remote-Assistenten für kommerzielle autonome Fahrzeuge ihren Standort in den USA haben müssen – und einen gültigen kalifornischen Führerschein besitzen. Zudem verlangt das Gesetz Notfallprotokolle, manuelle Übersteuerungssysteme und regelmäßige Datenberichte an die zuständigen Behörden. Der Entwurf geht nun ins Abgeordnetenhaus.
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Texas zog am selben Tag nach: SB 2807 verpflichtet Unternehmen zu einer staatlichen Lizenzierung und zur Vorlage von Notfallplänen speziell für die Polizei. Ein öffentliches Beschwerdeportal für Bürger wird eingerichtet. Das ist bemerkenswert, denn erst am 28. Mai 2026 hatte Texas den kommerziellen Betrieb von Level-4-Fahrzeugen ohne menschlichen Fahrer erlaubt. In Austin, wo Waymo, Zoox und Tesla aktiv sind, wurden 2026 bereits 75 Vorfälle mit autonomen Fahrzeugen registriert – darunter eine Kollision und mehrere Fälle, in denen Fahrzeuge Polizeianweisungen ignorierten.
Städte erheben Gebühren und fordern Pausen
In Philadelphia schlug Stadtrat Jeffery Young am 27. Mai 2026 eine Gebühr von 1.000 Euro pro Lieferung vor, die ein Roboter auf dem Bürgersteig durchführt. Auslöser war der Einsatz von 68 Kilogramm schweren Uber-Eats-Robotern im Stadtzentrum. Andere Lokalpolitiker fordern Betriebsbeschränkungen in stark frequentierten Bereichen.
Die kalifornische Stadt Glendale erwägt ein Moratorium für Lieferroboter-Programme. Grund sind Bedenken zur Barrierefreiheit auf Gehwegen und die mögliche Verdrängung von Lieferfahrern. Serve Robotics hatte bis Ende Mai 2025 rund 500 Roboter in 40 Vierteln von Los Angeles eingesetzt. Der Rivale Coco Robotics betreibt dort etwa 300 Einheiten.
Hintergrund sind mehrere Sicherheitsvorfälle: Ein Roboter verletzte in New Jersey einen Radfahrer (Knochenbruch), ein anderer kollidierte in Chicago mit einer Bushaltestelle. Chicago hat bereits reagiert und die lokalen Betriebsregeln verschärft.
Kommerzielle Expansion trifft auf Arbeitsplatzängste
Trotz der Regulierungswelle bauen die Unternehmen ihr Angebot aus. Serve Robotics kündigte am 2. Juni 2026 eine Partnerschaft mit NoScrubs für einen Pilotversuch zur autonomen Wäschelieferung an. Der Start ist für diese Woche in ausgewählten Vierteln von Los Angeles geplant. Die Firma nutzt ihre bestehende Flotte von rund 2.000 Robotern und will die Wäschelieferungen außerhalb der Stoßzeiten für Essenslieferungen durchführen. Das Management sieht den Schritt als Vorboten für die Expansion in die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Waren.
In New York City stehen die Zeichen dagegen auf Stopp: Waymos Genehmigungen für Testfahrten liefen Ende März 2026 aus. Die Stadt zögert mit einer Verlängerung. Offiziell geht es um die Auswirkungen auf die rund 180.000 lizenzierten Fahrdienst- und Taxifahrer. Waymo verweist auf eine 92-prozentige Reduzierung schwerer Unfälle im Vergleich zu menschlichen Fahrern – doch Gewerkschaften und die Stadtverwaltung bleiben skeptisch.
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Internationale Entwicklungen: Drohnen in Brasilien, Robotaxis in Kroatien
Der Trend zur regulierten autonomen Lieferung zeigt sich auch international. In Brasilien startete der Lieferdienst iFood am 2. Juni 2026 einen Drohnen-Lieferservice im Großraum São Paulo. Die 3,6 Kilometer lange Route wird streng von der Luftfahrtbehörde ANAC und der Flugsicherung DECEA überwacht.
In Europa, wo die Regulierungen generell strenger sind als in den USA, starten neue Dienste zunächst mit menschlicher Aufsicht. Ein kommerzieller Robotaxi-Dienst soll noch diese Woche in Zagreb, Kroatien, Premiere feiern. Das Projekt, unterstützt von Uber und mit Technologie von Pony.ai, beginnt mit einem Sicherheitsfahrer an Bord – bis die weiteren behördlichen Genehmigungen für den fahrerlosen Betrieb vorliegen.
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