Autonome Fahrzeuge: 75 Zwischenfälle in Austin lösen Regulierung aus
03.06.2026 - 06:03:30 | boerse-global.deKalifornien und Texas ziehen die Zügel an: Neue Gesetze sollen Sicherheitsstandards für selbstfahrende Autos deutlich erhöhen. Die Entwicklung betrifft auch deutsche Autobauer, die auf dem US-Markt expandieren wollen.
Kalifornien setzt auf strenge Auflagen
Der kalifornische Senat verabschiedete am 2. Juni 2026 den Gesetzesentwurf SB 1246. Das Regelwerk verlangt, dass Fernassistenten oder Fahrer kommerzieller autonomer Fahrzeuge ihren Sitz in den USA haben müssen – und einen gültigen kalifornischen Führerschein besitzen. Die Betreiber sind zudem verpflichtet, manuelle Übersteuerungssysteme einzubauen und schnelle Reaktionspläne für Unfälle zu entwickeln.
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Die California Highway Patrol und die Feuerwehr müssen einheitliche Notfalltrainings für Ersthelfer erstellen. AV-Unternehmen werden künftig Betriebs- und Notfalldaten an die Behörden melden müssen. Die Zulassungsbehörde DMV veröffentlicht dann Zusammenfassungen aller Systemeingriffe.
Texas reagiert auf Zwischenfälle
In Texas gelten seit dem 28. Mai 2026 neue Regeln für selbstfahrende Nutzfahrzeuge. Das Gesetz SB 2807 verlangt eine aktive Genehmigung der texanischen Verkehrsbehörde TxDMV. Seit dem 2. Juni können Bürger und Polizei über ein Online-Portal den Status von AV-Betreibern prüfen und Sicherheitsbeschwerden einreichen.
15 Unternehmen haben bereits eine Zulassung erhalten – darunter Waymo, Aurora, Kodiak Robotics, Tesla Robotaxi und Nuro. Der Schritt folgt auf 75 gemeldete AV-Zwischenfälle in Austin allein in den ersten Monaten des Jahres 2026. Besonders brisant: Im März ignorierten Fahrzeuge bei einem Großeinsatz mehrfach Polizeianweisungen.
Bundesweite Regeln in Sicht
Auf Bundesebene hat der Verkehrsausschuss des Repräsentantenhauses am 22. Mai 2026 den BUILD America 250 Act gebilligt. Das Gesetzespaket schafft erstmals einen einheitlichen Rahmen für autonome Fahrzeuge der Stufen 3 bis 5. Hersteller müssen einen Sicherheitsnachweis erbringen. Bei Unfällen im autonomen Modus der Stufen 4 und 5 haften die Hersteller. Schulbusse und Gefahrguttransporter bleiben von fahrerlosen Betrieb ausgenommen.
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Europa und Asien ziehen nach
Der Europäische Verkehrssicherheitsrat forderte die EU-Staaten am 2. Juni auf, nationale Zulassungen für überwachte autonome Systeme zurückzustellen – bis eine transparente Debatte auf EU- oder UN-Ebene stattgefunden hat. Großbritannien und Japan hatten zuvor eine Pause der internationalen Regulierungsarbeit beantragt.
In Südkorea diskutiert ein Regierungsgremium, ob autonome Taxibetreiber konventionelle Taxilizenzen kaufen müssen – Kostenpunkt: over 100 Millionen Won. Der chinesische Hersteller BYD kündigte am 28. Mai an, für ein Jahr nach Fahrzeugauslieferung die volle Haftung bei Unfällen mit seinem Stadtsystem zu übernehmen.
Tesla unter Druck
Teslas „Full Self-Driving"-Software (FSD) steht erneut in der Kritik. Eine Recherche vom 1. Juni zeigt: Ehemalige Datentrainer berichten, dass die Software weiterhin an grundlegenden Manövern scheitert – etwa beim Erkennen von Schulbussen oder Ausweichen von Einsatzfahrzeugen.
In Austin arbeiteten Mitarbeiter Überstunden, um Roten manuell zu kartieren und die Software auf lokale Gefahren zu trainieren. Ex-Angestellte zweifeln, ob sich diese Anstrengungen auf andere Regionen übertragen lassen. Sicherheitsforscher kritisieren zudem, dass Teslas Behauptung, das System sei zehnmal sicherer als menschliche Fahrer, auf fragwürdigen Datenvergleichen beruhe.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA führt derzeit vier aktive Untersuchungen zu Teslas FSD- und Autopilot-Systemen. In China haben zehn Fahrzeughalter Klage eingereicht – sie werfen Tesla Verbrauchertäuschung bei der Vermarktung von FSD vor.
Mittelwesten setzt auf autonome Lastwagen
Während die Küstenstaaten strengere Regeln erlassen, treiben andere Regionen die kommerzielle Nutzung voran. In Oklahoma sollen vollautonome Lastwagen auf den Fernstraßen I-35 und I-40 starten. Die Unternehmen verweisen auf Millionen Testkilometer ohne selbstverschuldete Unfälle. Die Fahrzeuge sind mit Spezialsensoren ausgestattet, die Objekte auf 600 Meter Entfernung erkennen – und bei Einsatzfahrzeugen automatisch anhalten.
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