Automatisierungswelle, JDcom

Automatisierungswelle: JD.com will 700.000 Zusteller durch Roboter ersetzen

23.06.2026 - 19:54:00 | boerse-global.de

JD.com plant 700.000 Zusteller durch Roboter zu ersetzen, Oracle streicht 21.000 Jobs. Eine EZB-Studie bestätigt den Trend zur Automatisierung in vielen Branchen.

Automatisierungswelle: JD.com, Oracle und GM bauen massiv Stellen ab
Automatisierungswelle - Ein Roboterarm mit Sensoren montiert ein Bauteil in einer Fabrik. Im Hintergrund sind unscharfe menschliche Silhouetten zu sehen. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Logistikriesen, Autobauer und Beratungsfirmen ersetzen massenhaft menschliche Arbeitskraft durch Maschinen.

700.000 Zusteller vor dem Aus

Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com will langfristig 700.000 Zusteller durch Roboter ersetzen. Gründer Richard Liu stellte die Pläne am 21. Juni vor. Statt Entlassungen setzt das Unternehmen auf Umschulung. Der sogenannte „Nirvana-Plan“ sieht eine Kooperation mit rund 120 Schulen vor. Arbeiter sollen für die Wartung von Robotern oder Bürotätigkeiten qualifiziert werden.

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In China arbeiteten 2026 rund 320 Millionen Menschen in der Gig-Economy. Die Jugendarbeitslosigkeit lag im Mai bei über 15 Prozent.

Autobauer setzen auf Kollaboration

Auch General Motors baut Stellen ab. Im Juni kündigte der Konzern den Abbau von mehr als 1.000 Jobs in Detroit an. Im Gegenzug kommen 50 kollaborative Roboter zum Einsatz. Grund sind die hohen Lohnkosten von rund 500 US-Dollar pro Fahrzeug.

In der Lagerlogistik sind Unternehmen wie die Bilstein Group oder Geberit bereits weiter. Sie nutzen seit Ende 2022 spezifische Kommissionier-Roboter. Die Maschinen erreichen eine Verfügbarkeit von über 98 Prozent und helfen, CO2 in der Transportkette zu reduzieren.

Oracle streicht 21.000 Stellen

Die Automatisierung erreicht längst auch hochqualifizierte Jobs. Oracle baute innerhalb von zwölf Monaten bis Mai 2026 rund 21.000 Stellen ab. Die Belegschaft schrumpfte von 162.000 auf 141.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen nennt KI-Investitionen als zentralen Grund.

Große Beratungsgesellschaften wie PwC reagieren ebenfalls. In den USA sollen die Einstiegspositionen um 35 Prozent sinken. KI übernimmt Aufgaben, die früher Berufseinsteiger erledigten. Zwischen 2019 und 2025 schrumpften solche Jobs mit hoher KI-Exposition bereits um rund 10 Prozent.

EZB-Studie bestätigt Trend

Die Europäische Zentralbank untermauert die Entwicklung mit einer Studie vom Juni 2026. Berufe mit hohem Automatisierungsrisiko – etwa Ökonomen – verloren zwischen 2019 und 2025 über 4 Prozent ihrer Beschäftigungsanteile. Im Gegensatz dazu legten Niedrigrisiko-Berufe wie das Elektrohandwerk um 13 Prozent zu. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung stieg von 23 auf 25 Prozent.

Deutsche Wirtschaft setzt auf KI

In Deutschland nutzen bereits 54,5 Prozent der Unternehmen KI-Technologien. Das ergab eine Erhebung des ifo-Instituts vom Juni. Knapp 20 Prozent der KI-nutzenden Betriebe gehen davon aus, dass akademische Fachkräfte teilweise ersetzbar sind. Praktische Berufserfahrung gilt dabei als deutlich schwerer substituierbar als formale Abschlüsse.

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Verunsicherung bei Arbeitnehmern

Die Entwicklung verunsichert die Beschäftigten. Eine Studie von Adaptavist vom Juni zeigt: Rund 40 Prozent der Wissensarbeiter suchen aktiv nach neuen Stellen. 41 Prozent befürchten, dass ihre Position überflüssig werden könnte. Ein Drittel erwägt sogar, den Ruhestand vorzuziehen.

Experten wie Carson Block von Muddy Waters warnen vor den gesamtwirtschaftlichen Folgen. KI könnte perspektivisch bis zu 15 Prozent der Wissensarbeiter in den USA ersetzen. Das dürfte Diskussionen über Arbeitszeitverkürzungen oder ein bedingungsloses Grundeinkommen forcieren.

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