Automatisierung: 60 Prozent der Telekom-Anfragen laufen über KI-Assistenten
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts des demografischen Wandels gerät der deutsche Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck. Mit einer schrumpfenden Zahl an Erwerbstätigen bei gleichzeitig steigenden Rentnerzahlen wächst der Bedarf an Produktivitätssteigerungen. Telekom-Chef Tim Höttges sieht in künstlicher Intelligenz erhebliche Chancen, um diese Lücken im Personalbestand zu bewältigen und bestehende Defizite im Wirtschaftsstandort auszugleichen.
Produktivitätsschub gegen den demografischen Wandel
Der zunehmende Mangel an Arbeitskräften erfordert nach Einschätzung von Tim Höttges tiefgreifende technologische Antworten. Künstliche Intelligenz biete für Deutschland das Potenzial, Kompetenzlücken, beispielsweise im Bereich der Softwareentwicklung, gezielt zu schließen und die gesamtwirtschaftliche Produktivität spürbar zu erhöhen. Höttges bezeichnete die Technologie gar als das bedeutendste Geschenk, das die Menschheit zu seinen Lebzeiten erhalten habe.
Als zentralen Treiber für den notwendigen Einsatz von Automatisierungstechnologien nennt der Telekom-Chef die demografische Entwicklung. Weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter stünden einer wachsenden Zahl von Ruheständlern gegenüber. Daher plädiert er für mehr Optimismus in der Debatte: Baustellen im Land seien langfristig positiv zu bewerten, da sie signalisierten, dass aktiv gehandelt und an Lösungen gearbeitet werde.
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Verschiebung von Aufgabenprofilen im Arbeitsalltag
Die Transformation durch KI-gestützte Werkzeuge betrifft vor allem konkrete Arbeitsabläufe. Demnach werden vor allem Routinetätigkeiten durch künstliche Intelligenz abgebaut, während an anderer Stelle neue Berufsbilder und Aufgaben entstehen.
Beim Bonner Telekommunikationskonzern selbst zeigt sich dieser Wandel bereits in der Praxis. Nach Unternehmensangaben laufen rund 60 Prozent der Kundenanfragen über automatisierte KI-Assistenten. Dies verdeutlicht, wie Systeme zur Text- und Sprachverarbeitung bereits jetzt dazu beitragen, personelle Kapazitäten auf komplexere Fragestellungen zu konzentrieren.
Forderung nach klaren Regeln und breitem Nutzen
Gleichzeitig mahnt Höttges zu Wachsamkeit und warnt vor einem naiven Umgang mit den neuen Instrumenten. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile dürften nicht ausschließlich einigen wenigen Technologiekonzernen zugutekommen, sondern müssten in der breiten Bevölkerung ankommen.
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Aus diesem Grund verlangt der Manager klare regulatorische Leitplanken. Die Technologie müsse demokratisiert und domestiziert werden, um zu verhindern, dass automatisierte Systeme Verbraucher manipulieren. Nur wenn der Zugriff transparent gestaltet und Risiken wie gezielte Einflussnahme unterbunden werden, könne künstliche Intelligenz ihre Rolle als nachhaltiger Produktivitätstreiber im Fachkräftemangel verlässlich erfüllen.
