Automate 2026: Humanoide Roboter R-noid startet mit 70% Autonomie
23.06.2026 - 16:09:46 | boerse-global.de
Die Systeme sollen Logistik, Gastronomie und Industrie grundlegend verändern.
Humanoide Roboter starten in der Praxis
Das Unternehmen Robot.com – früher als Kiwibot bekannt – stellte am Montag seinen humanoiden Roboter R-noid vor. Die Maschine ist für fünf Einsatzbereiche konzipiert: Verpacken, Kommissionieren, Falten, Empfang und Restauranthilfe. Über ein Robot-as-a-Service-Modell (RaaS) verspricht der Hersteller, dass der Roboter innerhalb von acht bis zwölf Wochen eigenständig arbeiten kann.
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Das System beherrscht 19 verschiedene Aufgaben und nutzt KI-Modelle von Physical Intelligence, konkret das ?0.7-Modell. Hardware-Komponenten kommen von Yukai Engineering und NVIDIA. Erste Installationen laufen bereits in Lebensmittelfabriken und auf dem Harbor Links Golf Course. Aktuell erreicht der R-noid zu Beginn rund 70 Prozent Autonomie – weniger als 40 Einheiten sind bei etwa zwölf Kunden im Einsatz.
Logistik: Schneller, stärker, intelligenter
Im Bereich der Materialwirtschaft gab es mehrere Neuheiten. Doosan Robotics präsentierte sein KI-gesteuertes Palettiersystem PalletizHD+, das bis zu elf Kartons pro Minute verarbeitet. Die Software SwiftMove AI optimiert die Bewegungsabläufe, die Bedienung erinnert an ein Smartphone. Ebenfalls neu: Scan&Go 2.0, eine Lösung für industrielle Schleif- und Schweißarbeiten.
Cobot zeigte die zweite Generation seines Transportroboters Proxie. Mit 40 Prozent weniger Bauteilen und 500 Einzelverbesserungen – basierend auf 12.627 Betriebsstunden Felddaten – ist der Gen2 Proxie deutlich effizienter. Er hebt 90 Kilogramm und bewegt Wagen mit bis zu 680 Kilogramm Gewicht. Ab rund 4.600 Euro monatlich rollt der Roboter mit selbstwechselnden Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4) durch die Hallen. Eine zweihändige Version ermöglicht komplexere Greifaufgaben.
Der Logistikdienstleister Cainiao erweiterte sein Portfolio um den ZeeBot, einen Kletterroboter. Er bewegt sich horizontal und vertikal mit vier Metern pro Sekunde und erklimmt ein fünfstöckiges Regal in etwa zehn Sekunden. In einem Lager im chinesischen Dongguan verdoppelten 120 ZeeBots die Arbeitsproduktivität und verbesserten die Raumausnutzung um 40 Prozent. Weitere Standorte in den Niederlanden, Spanien, Hongkong und Guangzhou folgen.
Sicherheitsplattformen und KI-Modelle
NVIDIA launchte mit Halos for Robotics eine Sicherheitsplattform, die das IGX-Thor-Computermodul mit dem Halos-Betriebssystem kombiniert. Die Software basiert auf 18.000 Entwicklerjahren und enthält 21 Milliarden Sicherheitstransistoren. Sie erfüllt die Norm IEC 61508 SIL 3. Partner wie Agility und Boston Dynamics setzen die Plattform bereits für Industrieroboter und Humanoide ein.
Das Unternehmen RLWRLD veröffentlichte im Mai 2026 sein Foundation-Modell RLDX-1. Mit 8,1 Milliarden Parametern und offenem Quellcode ermöglicht es hardwareunabhängige Fünf-Finger-Geschicklichkeit. Zur Datensammlung kooperierte RLWRLD mit LOTTE HOTEL & RESORT. Entwickelt wurde das System auf AWS-EC2-Instanzen mit NVIDIA H200 GPUs.
Partnerschaften für einfachere Programmierung
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Vention und FANUC America kündigten eine Zusammenarbeit an. Ventions Plattform unterstützt nun mehrere FANUC-Robotermodelle, darunter die CRX- und LR-Mate-Serien. Im Fokus stehen KI-gestützte, kollisionsfreie Bewegungsplanung und zielorientierte Programmierung. Auf der Automate 2026 demonstrierten die Partner Anwendungen in der Maschinenbedienung und adaptiven Bewegungssteuerung.
Markt wächst – aber KI hält nur langsam Einzug
Die Branche blickt auf ein solides Jahr zurück: Die weltweiten Auslieferungen von Industrierobotern stiegen 2025 um 5,1 Prozent, die Umsätze legten um 0,8 Prozent zu. Analysten warnen jedoch, dass die KI-Integration aufgrund von Cybersicherheitsbedenken und Komplexität nur schleppend vorankommt. Ein Lichtblick: Der Markt für Halbleiter-Robotik soll bis 2030 jährlich um 7,8 Prozent wachsen.
