Autoimmun-Gastritis, Bryan

Autoimmun-Gastritis: Bryan Johnson plant Zelltherapie mit KI-Antikörpern

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach der Diagnose einer chronischen Autoimmun-Gastritis will Johnson Immunzellen experimentell zurücksetzen und den Krankheitsverlauf überwachen.

Bryan Johnson plant KI-gestützte Zelltherapien gegen Autoimmun-Gastritis
Eine Petrischale mit einer klaren Flüssigkeit auf einem sterilen Labortisch in einem medizinischen Forschungsumfeld. Illustration mit AI erstellt.

Der US-amerikanische Unternehmer und Biohacker Bryan Johnson thematisiert seine Diagnose einer unheilbaren Autoimmunerkrankung und plant, die betroffenen Zellen mithilfe von Methoden auf Basis künstlicher Intelligenz zurückzusetzen.

Bei dem Gründer wurde nach einer Koloskopie sowie einer bidirektionalen Endoskopie eine chronische Autoimmun-Gastritis (AIG) festgestellt. Die Mitteilung stieß auf weltweite Resonanz: Binnen 48 Stunden nach der Bekanntgabe erschienen international 1.800 Artikel zu dem Fall. Johnson kündigte an, die fehlerhaften Prozesse auf zellulärer Ebene gezielt stoppen zu wollen.

Das Krankheitsbild und die klinischen Hürden

Bei der Autoimmun-Gastritis richtet sich das eigene Immunsystem gegen die Magenschleimhaut. Typische Symptome dieser chronischen Entzündung umfassen Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl, Verdauungsstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen.

Für die Erkrankung existiert bislang keine zugelassene Heilung. Die medizinische Standardbehandlung beschränkt sich auf das Management der Symptome, die Regulierung von Mangelerscheinungen wie Anämien sowie Anpassungen des Lebensstils.

Johnson selbst litt elf Jahre lang unter Eisenmangel, hervorgerufen durch eine beeinträchtigte Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt. Als Risikofaktoren für AIG gelten genetische Veranlagungen, das Alter, die Beschaffenheit des Darmmikrobioms sowie bestehende Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Typ-1-Diabetes.

Johnson führt zudem eine von Zucker und Fast Food geprägte Ernährung in seiner Kindheit als eine denkbare Mitursache an. Schätzungen zufolge sind zwischen zwei und fünf Prozent der Weltbevölkerung von AIG betroffen, während Autoimmunerkrankungen dieser Art global zunehmen.

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Geplante Zellinterventionen mittels künstlicher Intelligenz

Anstatt sich auf die konventionelle Linderung von Symptomen zu beschränken, plant Johnson, die Autoimmunerkrankung nach eigenen Angaben zu lösen. Sein therapeutischer Ansatz sieht vor, diejenigen Immunzellen zurückzusetzen, welche die Schleimhaut des Magens angreifen.

Hierbei setzt er auf experimentelle Therapien, die zelluläre Reprogrammierung sowie den Einsatz von durch Algorithmen entwickelten Antikörpern umfassen. Diese mithilfe künstlicher Intelligenz entworfenen Antikörper sollen fehlerhafte Zellen zerstören.

Begleitend zu den experimentellen Eingriffen beabsichtigt Johnson, seine Ferritin- und Eisenwerte kontinuierlich zu überwachen. Zudem sind wiederholte Gewebebiopsien vorgesehen, um den Verlauf der Erkrankung und mögliche Veränderungen an der Magenschleimhaut engmaschig zu kontrollieren.

Der Kontext des Blueprint-Programms

Johnson, der sein Unternehmen Braintree einst für 800 Millionen US-Dollar an PayPal veräußerte, unterzieht seinen Körper seit Jahren intensiven Interventionen. Für sein Projekt Blueprint investierte er zunächst zwei Millionen US-Dollar.

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Berichten zufolge belaufen sich die laufenden Ausgaben für sein Anti-Aging-Regime auf jährlich zwei Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,6 Millionen Pfund. Die Gesamtkosten für bisherige Therapien werden auf zehn Millionen US-Dollar oder umgerechnet 7,5 Millionen Pfund geschätzt.

Das Programm stützt sich auf die Auswertung von 4,2 Milliarden Datenpunkten seiner eigenen Biologie. Johnson ernährt sich streng vegan mit täglich 1.977 Kalorien, nimmt zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel sowie Medikamente ein und nutzt Verfahren wie die hyperbare Sauerstofftherapie.

In der Vergangenheit erhielt er zudem Infusionen mit dem Blutplasma seines jugendlichen Sohnes mit dem Ziel, sein biologisches Alter auf 18 Jahre zurückzusetzen. Laut Angaben zum Projekt Blueprint habe das Gesamtsystem seinen Alterungsprozess verlangsamt und sein biologisches Alter um 31 Jahre gesenkt.

In einem Interview mit Axios erklärte Johnson, dass künstliche Intelligenz es Menschen ermöglichen könnte, über 500 Jahre alt zu werden. Die Menschheit könne die erste Generation stellen, die nicht mehr sterbe.

Seine Maßnahmen stehen zudem im Mittelpunkt der Netflix-Dokumentation Don't Die: The Man Who Wants to Live Forever. Ob die nun geplanten KI-gestützten Zelltherapien bei einer chronischen Autoimmun-Gastritis messbare Erfolge erzielen, bleibt Gegenstand seiner angekündigten Untersuchungen.

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