Auszubildende: 73,6% der Belasteten brechen Ausbildung ab
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Förderung der mentalen Gesundheit und die Prävention von Belastungen rücken verstärkt in den Fokus von Bildungseinrichtungen. Ein aktuelles Beispiel für die Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen im Schulalltag zeigt sich in Ober-Ramstadt. Dort wurde die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule durch Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel erneut mit dem Zertifikat für gesundheitsfördernde Schulen ausgezeichnet.
Etablierte Projekte zur Stärkung der Resilienz
Die Auszeichnung würdigt die Verstetigung spezifischer Konzepte, die darauf abzielen, das Wohlbefinden der Schulgemeinschaft langfristig zu sichern. Zu den fest im Schulprofil verankerten Projekten gehören unter anderem Tanzpausen und Lerncoachings. Ein zentraler Baustein des Konzepts ist zudem der sogenannte Lichtenbergsalon, ein Format, das sich explizit mit Fragen der mentalen Gesundheit auseinandersetzt.
Diese Maßnahmen dienen dazu, frühzeitig Strategien gegen Stress und emotionale Überlastung zu vermitteln. Die erneute Zertifizierung unterstreicht die Relevanz einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit präventiven Gesundheitsangeboten im pädagogischen Kontext, um den Anforderungen des Schulalltags begegnen zu können.
Studie belegt hohes Belastungspotenzial bei Auszubildenden
Die Bedeutung solcher Präventionsmaßnahmen wird durch aktuelle Erhebungen zur Situation junger Menschen am Übergang in das Berufsleben unterstrichen. Eine im Frühjahr 2026 durchgeführte Umfrage der Bertelsmann-Stiftung unter mehr als 900 Auszubildenden im Alter zwischen 15 und 25 Jahren verdeutlicht das Ausmaß psychischer Belastungen. Laut der Studie weisen 15 % der Befragten ein stark eingeschränktes Wohlbefinden auf.
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Zudem zeigt die Untersuchung, dass mentale Probleme erhebliche Auswirkungen auf die Fehlzeiten haben. Ein Drittel der Auszubildenden gab an, aufgrund von psychischen Beschwerden bereits krankgemeldet gewesen zu sein. Ergänzend dazu weist der DGB-Jugend-Report darauf hin, dass sich rechnerisch jeder zweite Auszubildende psychisch belastet fühlt.
Eine gemeinsame Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft zur Generation Z und Generation Alpha kommt zu dem Ergebnis, dass sich 20 % der Auszubildenden emotional belastet fühlen.
Zusammenhang zwischen psychischem Wohlbefinden und Abbruchrisiko
Ein zentraler Befund der Forschung ist die Korrelation zwischen mentaler Gesundheit und der Beständigkeit des Ausbildungsverhältnisses. Rund 40 % der befragten Jugendlichen nennen psychische Belastungen als Grund für einen möglichen Abbruch der Ausbildung. Während lediglich 12 % der Auszubildenden mit stabilem Wohlbefinden einen Abbruch in Erwägung ziehen, steigt dieser Anteil bei den stark belasteten Personen auf 73,6 %.
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Trotz der hohen Belastungswerte besteht eine deutliche Hürde bei der Kommunikation dieser Probleme. Laut den Daten der Bertelsmann-Stiftung trauen sich 34,5 % der Betroffenen nicht, ihre Belastungen gegenüber Verantwortlichen anzusprechen.
In der Gruppe der besonders stark belasteten Auszubildenden liegt dieser Wert mit 62,8 % signifikant höher. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit von niederschwelligen Beratungsangeboten und einer offenen Gesprächskultur, wie sie in zertifizierten Projekten zur Gesundheitsförderung angestrebt wird.
