Auracast, Hörgeräte

Auracast für Hörgeräte: Fünf Hersteller decken 90 Prozent des Markts ab

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fünf Hersteller mit rund 90 Prozent Marktanteil bieten Auracast-Hörgeräte; zugleich wächst die Zahl ausgestatteter Veranstaltungsorte.
Ein moderner, leerer Theatersaal mit ordentlichen Sitzreihen in einer ruhigen, atmosphärischen Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die fünf weltweit führenden Hörgerätehersteller Sonova, Demant, GN, WS Audiology und Starkey bieten inzwischen Modelle mit Unterstützung für Auracast-Broadcast-Audio an. Da diese fünf Unternehmen zusammen rund 90 % des globalen Hörgerätemarkts abdecken, markiert dieser Schritt einen entscheidenden Meilenstein für die Etablierung des modernen Audioübertragungsstandards.

Die Branchenorganisation Bluetooth SIG bestätigte das Angebot der genannten Hersteller. Für die Nutzung des Systems sind ein entsprechend kompatibles Hörgerät sowie ein mit der Sendetechnik ausgestatteter Veranstaltungsort erforderlich.

Die technologische Weiterentwicklung trifft auf einen stark wachsenden Bedarf. Nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis 2050 fast 2,5 Mrd. Menschen von einem gewissen Grad an Hörminderung betroffen sein, was etwa einem Viertel der gesamten Weltbevölkerung entspricht. Über 700 Mio. Menschen werden demnach voraussichtlich eine Hörrehabilitation benötigen.

Weltweiter Ausbau an öffentlichen Orten

Parallel zur Hardware-Verfügbarkeit schreitet die Installation von Auracast-Sendern an öffentlichen Orten international voran. In Neuseeland wurde unter anderem das Stadium Taranaki mit 21.000 Plätzen mit der Technik ausgerüstet, ebenso das Isaac Theatre Royal in Christchurch.

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Auch der neuseeländische Anbieter Resonate Health setzt auf den Standard. In Japan rüstet die Kinokette MOVIX von Shochiku Multiplex Theaters 20 Standorte aus. In Deutschland gehört SONEO Hörgeräte im Saarland zu den Akteuren, die entsprechende Installationen vorgenommen haben.

Veranstaltungsorte erproben dabei zunehmend neue Konzepte für barrierefreies Hören. Das Tidemark Theatre hat ein hybrides Assistenzsystem eingeführt, das Streaming über Wi-Fi mit Auracast verknüpft.

Besucher können dadurch ihre eigenen Bluetooth-Geräte verwenden oder Hörgeräte direkt über Auracast verbinden, anstatt auf traditionelle Leih-Headsets mit Infrarot- oder FM-Funktechnik angewiesen zu sein. Vor Vorstellungen bieten örtliche Hörkliniken zudem praktische Unterstützung bei der Einrichtung direkt vor Ort an.

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Breitere Unterstützung auch bei Unterhaltungselektronik

Neben der Medizintechnik greift auch der Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik die Technologie verstärkt auf. Bose erweitert die QuietComfort Ultra Headphones Gen 2 über ein Firmware-Update um Auracast als Beta-Funktion. Bei erfolgreichem Verlauf beabsichtigt der Hersteller, die Funktion auf weitere Modellreihen auszudehnen. Bei Wettbewerbern wie Sony, JBL und Samsung ist die Unterstützung für Auracast bereits vorhanden.

Auch im hochpreisigen Segment findet der Standard Eingang: Der Hersteller T+A stellte das Modell Solitaire T Pro zum Preis von 1590 € vor. Der Kopfhörer arbeitet mit Bluetooth 6.0, unterstützt unter anderem Auracast und soll Ende Oktober 2026 erstmals ausgeliefert werden.

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