Augengesundheit, Fischverzehr

Augengesundheit: Fischverzehr senkt das Risiko für späte AMD um 31 Prozent

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Leitfaden verbindet mediterrane Kost mit Nährstoffempfehlungen; Studien zeigen mögliche Vorteile für Makula und Linse.
Frische mediterrane Zutaten wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Fisch auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Erhalt der Sehkraft gewinnt mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Das irische Unternehmen Scope Eyecare thematisiert diesen Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Leitfadens „THE EYE HEALTH DIET“. Das Konzept basiert auf einer mediterranen, entzündungshemmenden Ernährungsweise und bündelt Empfehlungen zu zentralen Nährstoffen, die degenerative Prozesse am Auge verlangsamen und die Funktion des Sehapparats unterstützen sollen.

Ernährungsempfehlungen nach mediterranem Vorbild

Der Leitfaden von Scope Eyecare sieht vor, täglich mindestens fünf Portionen farbiges Obst und Gemüse zu verzehren. Ergänzt wird dies durch die Empfehlung, mindestens viermal pro Woche Vollkornprodukte sowie Hülsenfrüchte auf den Speiseplan zu setzen. Bei den Proteinquellen rät das Unternehmen zu fettreichem Fisch, der zwei- bis dreimal wöchentlich nach dem sogenannten SMASH-Prinzip konsumiert werden sollte.

Gleichzeitig wird eine deutliche Begrenzung von hochverarbeiteten Lebensmitteln, zuckergesüßten Getränken sowie übermäßigen Mengen an Omega-6-haltigen Pflanzenölen angeraten. Als physiologisch maßgebliche Schlüsselnährstoffe definiert Scope Eyecare die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die Carotinoide Lutein, Zeaxanthin und Astaxanthin, die Vitamine A, C, E und D sowie die aus Sanddorn gewonnene Omega-7-Fettsäure.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Makuladegeneration und Katarakt

Die Wirksamkeit gezielter Nährstoffkombinationen wird durch klinische Daten gestützt. Die AREDS2-Studie zeigte, dass eine spezifische Antioxidantien-Kombination mit Lutein und Zeaxanthin das Fortschreiten einer mittleren altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bremst.

Die in der Studie definierte Tagesdosis umfasst 500 mg Vitamin C, 400 IU Vitamin E, 80 mg Zink, 10 mg Lutein und 2 mg Zeaxanthin. Da Beta-Carotin durch Lutein und Zeaxanthin ersetzt wurde, gilt diese Formulierung auch für Raucher als sicher.

Eine Meta-Analyse bestätigt den Nutzen einer mediterranen Ernährungsweise für die Augengesundheit: Personen mit dem höchsten Fischverzehr wiesen ein um 31 Prozent geringeres Risiko für das Fortschreiten zu einer späten AMD auf. Eine höhere Obstaufnahme war zudem mit einer langsameren Progression einer geografischen Atrophie assoziiert.

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Die Autoren der Meta-Analyse betonen, dass eine angepasste Ernährung die AREDS2-Supplementierung ergänzen, sie jedoch nicht ersetzen soll. Während bei früher AMD Blattgemüse und Fisch vorteilhaft erscheinen, steht bei geografischer Atrophie die Reduktion von rotem Fleisch und Alkohol im Vordergrund.

Für die Linse spielt der Schutz vor oxidativem Stress eine zentrale Rolle. Eine höhere Aufnahme von Vitamin C ist Untersuchungen zufolge mit einem um 33 Prozent geringeren Risiko für das Fortschreiten eines Grauen Stars verbunden.

Vitamin E in Form von Alpha-Tocopherol schützt die Linsenmembranen vor Lipidperoxidation; reichhaltige Quellen sind Mandeln mit 7,3 mg sowie Sonnenblumenkerne mit 10 mg pro Unze oder gekochter Spinat mit 2,1 mg pro Tasse.

Physiologische Funktionen von Carotinoiden und Fettsäuren

In den retinalen Photorezeptoren macht die Docosahexaensäure (DHA) etwa 60 Prozent der mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus. Regelmäßiger Konsum von Lachs geht in Beobachtungsstudien mit einem verringerten AMD-Risiko einher.

Für Patienten mit trockenen Augen werden zwei bis drei Portionen fettreicher Fisch pro Woche, beispielsweise Lachs oder Saury, beschrieben. Erste Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren den Augeninnendruck bei einem Glaukom leicht senken können, wenngleich die Datenlage hierzu begrenzt bleibt.

Für die Makula spielen Pigmente eine entscheidende Schutzfunktion: 100 Gramm gekochter Spinat liefern rund 12 mg Lutein. Anthocyane aus Blaubeeren, Maulbeeren, schwarzen Trauben, schwarzem Goji oder lila Süßkartoffeln lindern Beschwerden wie Augenermüdung, korrigieren jedoch keine anatomische Kurzsichtigkeit.

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Ein Mangel an Vitamin A wiederum unterbricht die Produktion von Rhodopsin, was zunächst zu Nachtblindheit führt und unbehandelt in eine Xerophthalmie bis hin zur Erblindung übergehen kann.

Grenzen von Supplementen und Bedeutung der Früherkennung

Trotz der belegten präventiven Effekte können Nahrungsergänzungsmittel einen bereits manifesten Grauen Star nicht umkehren, sondern allenfalls dessen Fortschreiten verlangsamen. Auch Früchte wie Kiwi, Maulbeeren oder Avocado ersetzen keine medizinische Therapie bei Makuladegeneration.

Augenärzte betonen, dass Supplemente keine Augenerkrankungen heilen können, und raten neben einer ausgewogenen Ernährung zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sowie einfachen Selbsttests durch wechselweises Abdecken der Augen.

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