ATTR-CM, Rückflussvolumen

ATTR-CM: Schon 38 ml Rückflussvolumen erhöhen das Risiko deutlich

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine internationale Untersuchung ordnet bei ATTR-CM mehr Patienten der Hochrisikogruppe zu als bisherige Leitlinienkriterien.
Ein steriler, modern ausgestatteter klinischer Untersuchungsraum mit medizinischen Geräten in einer ruhigen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Beurteilung von Herzklappenfehlern stützt sich in der Kardiologie auf etablierte Richtlinien. Eine internationale Untersuchung unter Federführung der MedUni Wien vom 14. Oktober 2026 deutet jedoch darauf hin, dass diese allgemeinen Grenzwerte für bestimmte Patientengruppen nicht ausreichen.

Bei Betroffenen mit Transthyretin-Amyloidose-Kardiomyopathie (ATTR-CM) liegt die Risikoschwelle für schwerwiegende klinische Ereignisse deutlich unter den bisherigen Leitlinienvorgaben.

Früheres Risiko bei Transthyretin-Amyloidose-Kardiomyopathie

Die von der MedUni Wien geleitete Studie erfasste 1.101 Patienten aus acht Zentren in Österreich, Italien, Deutschland und den Niederlanden. Die in der Fachzeitschrift Circulation publizierten Ergebnisse (DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.125.079085) zeigen, dass krankheitsspezifische Schwellenwerte für Mitralklappeninsuffizienz bei ATTR-CM notwendig sind.

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Die geltenden Leitlinien definieren eine hochgradige Mitralklappeninsuffizienz erst ab 45 ml Rückflussvolumen pro Herzschlag — bei ATTR-CM liegt die Risikoschwelle jedoch bereits bei mehr als 38 ml. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie betroffene Patienten frühzeitiger identifizieren. Kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern

Bestehende kardiologische Leitlinien definieren eine hochgradige Mitralklappeninsuffizienz erst ab einem Rückflussvolumen von 45 ml pro Herzschlag. Die Daten der MedUni Wien belegen dagegen, dass bei ATTR-CM bereits ab einem Rückflussvolumen von mehr als 38 ml pro Herzschlag ein hohes Risiko für Tod sowie herzinsuffizienzbedingte Hospitalisierungen besteht.

Deutliche Ausweitung der kardiologischen Risikogruppe

Die Anpassung der Schwellenwerte hat spürbare Auswirkungen auf die klinische Risikostratifizierung. Nach dem neuen, krankheitsspezifischen Berechnungsschema der MedUni Wien fallen 21 Prozent der untersuchten Patienten in die Hochrisikogruppe. Bei der Anwendung der bisherigen Leitliniendefinitionen wurden dagegen lediglich 12 bis 13 Prozent dieser Risikokategorie zugeordnet.

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Nach den bisherigen Leitlinienkriterien fallen nur 12 bis 13 Prozent der ATTR-CM-Patienten in die Hochrisikogruppe — nach dem krankheitsspezifischen Schema sind es 21 Prozent. Wer die allgemeinen Schwellenwerte unverändert anwendet, unterschätzt die Gefährdung. Die Checkliste zeigt, welche Patienten Sie gezielt nachprüfen sollten. Risiko-Checkliste jetzt abrufen

Eine undifferenzierte Anwendung allgemeiner Schwellenwerte birgt somit die Gefahr, die Gefährdung von ATTR-CM-Patienten mit begleitender Mitralklappeninsuffizienz zu unterschätzen. Die Studienautoren plädieren daher für eine Überprüfung der bisherigen Beurteilungskriterien, um betroffene Patienten frühzeitiger identifizieren und gezielter behandeln zu können.

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