Atomkraftwerk Kudankulam: Hacker leaken 19.000 Dateien mit Bauplänen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 20:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Hackergruppe hat tausende sensible Dokumente des Kernkraftwerks Kudankulam veröffentlicht – darunter Baupläne und Sicherheitsdaten.
Der indische Energiekonzern Reliance Group hat einen Sicherheitsvorfall an seinem Rechenzentrum eingeräumt. Die Erpresserbande „World Leaks" veröffentlichte im Darknet rund 19.000 Dateien des Atomkraftwerks Kudankulam (KKNPP) – insgesamt 14,3 Gigabyte Daten. Der Vorfall wurde am heutigen Mittwoch bekannt.
Baupläne und Versicherungsdaten im Darknet
Die veröffentlichten Unterlagen umfassen technische Zeichnungen von Kühl- und Lüftungssystemen, Grundrisse der zentralen Leitwarte sowie Protokolle von Inspektionsbesprechungen aus dem Jahr 2024. Die Gruppe behauptet, Zugriff auf einen noch deutlich größeren Datenschatz von 1,2 Terabyte mit über 858.000 Dateien zu haben.
Betroffen ist ein Server des Rechenzentrumsbetreibers Yotta. Erste verdächtige Aktivitäten wurden bereits am 29. Mai entdeckt. Das indische Computer-Notfallteam CERT-In ermittelt nun zum genauen Ausmaß des Einbruchs.
Besonders brisant: Die geleakten Dokumente enthalten auch die Versicherungspolicen des Kraftwerks – darunter eine Terrorismusdeckung in Höhe von 112 Millionen Euro. Sicherheitsexperten warnen, dass die Veröffentlichung derart detaillierter Struktur- und Logistikdaten die physische Sicherheit der Anlage gefährden könnte.
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Die betroffenen Dateien stammen aus dem Zeitraum 2016 bis Mitte 2025. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Reaktorsteuerung selbst kompromittiert wurde.
Ausbau der Atomkraft mit Sicherheitsrisiken
Das Kernkraftwerk Kudankulam im Bundesstaat Tamil Nadu ist ein zentraler Pfeiler der indischen Energieversorgung. Die Blöcke 3 und 4 befinden sich derzeit im Bau und sollen 2027 ans Netz gehen – mit einer zusätzlichen Leistung von 2.000 Megawatt.
Es ist nicht der erste Cybersicherheitsvorfall an diesem Standort. Bereits 2019 war das Kraftwerk Ziel nordkoreanischer Schadsoftware. Indien liegt laut Branchendaten weltweit auf Platz drei der Länder mit den meisten Datenlecks – rund 28,9 Millionen Konten waren betroffen.
Die Gruppe „World Leaks" hat in der Vergangenheit bereits Großkonzerne wie Nike und die Tata-Gruppe ins Visier genommen.
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Lidl meldet Datenleck bei Dienstleister
Ebenfalls am heutigen Mittwoch wurde ein weiterer Sicherheitsvorfall bekannt: Der europäische Einzelhändler Lidl warnte Kunden in Deutschland, Belgien und den Niederlanden vor einem Datenleck bei einem externen IT-Dienstleister.
Betroffen sind Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Geburtsdaten. Nach Angaben des Unternehmens wurden keine sensiblen Finanzdaten wie Passwörter, Rechnungsadressen oder Zahlungsinformationen gestohlen. Lidl hat die betroffenen Nutzer informiert und arbeitet mit den Datenschutzbehörden zusammen, um die Sicherheitslücke beim Dienstleister zu schließen.
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