Atlas-Roboter: Samsung SDI liefert 70 Zellen für ein 1,3-kWh-Akkupaket
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer südkoreanische Batteriehersteller Samsung SDI liefert die Akkuzellen für die neue, vollelektrische Generation des humanoiden Roboters Atlas von Boston Dynamics. Wie aus einem Branchenbericht von thelec.net hervorgeht, setzt jeder humanoide Roboter auf 70 zylindrische Batteriezellen des Typs 2170 von Samsung SDI.
Die einzelnen Rundzellen besitzen einen Durchmesser von 21 Millimetern, eine Höhe von 70 Millimetern und weisen jeweils eine Kapazität von 5.000 Milliamperestunden auf. Daraus ergibt sich eine Gesamtkapazität des Batteriepakets von rund 1,3 Kilowattstunden.
Aufteilung der Zulieferer und Batteriemontage
Dem Bericht zufolge übernimmt Samsung SDI praktisch alle Erstlieferungen für den Atlas und fungiert bei den vorerst begrenzten Stückzahlen als alleiniger Lieferant. Allerdings wurde mit LG Energy Solution bereits ein weiterer Zellhersteller als künftiger Lieferant ausgewählt.
Für das gesamte Batteriepaket des humanoiden Roboters zeichnet der Automobilzulieferer Hyundai Mobis verantwortlich. Bei früheren Projekten von Boston Dynamics griffen die Entwickler auf andere Partner zurück; so hatten Valeo Kapec und Powerlogics die Batterien für den vierbeinigen Roboter Spot 2 geliefert.
Die im Atlas integrierte Packkapazität von rund 1,3 Kilowattstunden entspricht etwa 1,6 Prozent der Batteriegröße eines Elektroautos wie dem Hyundai Ioniq 5 Long Range, der über 84 Kilowattstunden verfügt. Laut den Berichten ermöglicht das Akkupaket dem Roboter eine Betriebslaufzeit von vier Stunden.
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Ein autonomer Batteriewechsel bei niedrigem Ladestand lässt sich in unter drei Minuten durchführen, während an anderer Stelle im Bericht die Dauer für einen regulären Wechsel mit einer Stunde und der Ladevorgang mit unter drei Minuten angegeben wird.
Technische Daten und industrielle Hochskalierung
Der vollelektrische Atlas stellt eine grundlegende Neuentwicklung dar, die von hydraulischen Antrieben auf elektrische Aktuatoren umgestellt wurde, um einen leiseren und energieeffizienteren Betrieb zu gewährleisten. Der Roboter ist rund 1,9 Meter groß, wiegt etwa 90 Kilogramm und verfügt über 56 Freiheitsgrade sowie eine Reichweite von 2,3 Metern.
Zu den Leistungsdaten zählen eine dauerhafte Nutzlast von 30 Kilogramm sowie eine kurzzeitige Spitzenlast von 50 Kilogramm. Ausgestattet mit Schutzklasse IP67 und ausgelegt für Temperaturbereiche von minus 20 bis 40 Grad Celsius, verfügt die Maschine über 360-Grad-Kameras und Tastsensoren.
Boston Dynamics, das zum Hyundai-Konzern gehört, fertigte nach Angaben des Branchendienstes Semafor im Mai lediglich vier Atlas-Einheiten pro Monat, was einer Jahresrate von rund 48 Exemplaren entspricht. Nach Angaben des Korea Herald belaufen sich die aktuellen Baukosten auf 130.000 bis 140.000 US-Dollar pro Einheit; diese sollen bei einer Produktionsmenge von 50.000 Einheiten auf 30.000 US-Dollar sinken.
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Umfassende Fertigungspläne bei Hyundai
Für die Hyundai Motor Group bildet der Atlas das Kernstück einer großangelegten Automatisierungsinitiative. Die Serienproduktion des humanoiden Roboters ist für 2028 oder später angesetzt, während die Produktionskapazitäten für 2026 bereits vollständig durch interne Hyundai-Bedarfe und Tests mit Google DeepMind belegt sind. Erste externe Kunden werden für Anfang 2027 erwartet.
Bis 2028 plant Hyundai den Aufbau eines Produktionssystems in den USA mit einer Jahreskapazität von 30.000 Atlas-Einheiten. In einem ersten Rollout sollen 25.000 Roboter in Werken von Hyundai und Kia eingesetzt werden, was fünf Sechsteln der geplanten US-Jahresproduktion entspricht.
Im September 2026 richtete Boston Dynamics dazu ein Trainingszentrum auf dem Campus der Metaplant America in Georgia ein, um den Atlas auf die Teile-Sequenzierung und Montage vorzubereiten. Die eigentliche Teile-Sequenzierung am Standort ist für 2028 vorgesehen.
Parallel dazu formierte sich auch auf Arbeitnehmerseite Reaktion: Die Kia-Gewerkschaft fordert die Einrichtung eines Gremiums, um Arbeitsrechte im Zeitalter der Automatisierung und Künstlichen Intelligenz abzusichern.
