AtheroPTM: Proteinmodifikationen könnten neue Therapieziele in Arterien eröffnen
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deWeltweit gilt die Atherosklerose als die führende Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Bisherige therapeutische Ansätze konzentrieren sich vor allem darauf, Risikofaktoren im gesamten Organismus zu bekämpfen, insbesondere durch die systemische Senkung von Cholesterinwerten und Entzündungsprozessen.
Einen alternativen Ansatz verfolgt die biomedizinische Forschung im Projekt AtheroPTM. Das Vorhaben widmet sich der Frage, wie molekulare Veränderungen von Proteinen die Progression von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steuern und wie sich daraus gezielte therapeutische Strategien ableiten lassen.
Lokale Prozesse in der Arterienwand im Fokus
Im Zentrum von AtheroPTM steht die Untersuchung sogenannter Proteinmodifikationen (PTMs). Ziel des Vorhabens ist es zu entschlüsseln, inwiefern diese Modifikationen als Treiber und zugleich als therapeutische Angriffspunkte der Atherosklerose wirken.
Statt wie etablierte Behandlungsformen auf den gesamten Kreislauf einzuwirken, streben die beteiligten Fachleute die Entwicklung neuer Biomarker sowie lokaler Therapieziele direkt in der betroffenen Arterienwand an.
Auf diese Weise sollen Mechanismen aufgedeckt werden, die den Gefäßumbau vorantreiben. Erkenntnisse über spezifische Proteinmodifikationen könnten die Grundlage dafür schaffen, kardiovaskuläre Ereignisse wie Infarkte und Schlaganfälle künftig präziser und mit geringeren systemischen Begleitwirkungen zu verhindern.
Internationale Kooperation dreier Forschungseinrichtungen
Geleitet wird das Vorhaben von Miguel Ángel del Pozo. Die Koordination liegt beim spanischen Forschungszentrum CNIC. Für die Umsetzung des Programms arbeitet das CNIC mit zwei weiteren internationalen Einrichtungen zusammen.
Atherosklerose bleibt weltweit die führende Ursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle — doch etablierte Therapien wirken systemisch und bringen Begleitwirkungen mit. Ein internationales Konsortium untersucht Proteinmodifikationen als mögliche lokale Therapieziele in der Arterienwand. Kostenlosen Forschungs-Report jetzt anfordern
Dem Konsortium von AtheroPTM gehören mehrere Spezialisten an:
- Seitens des CNIC sind Miguel Ángel del Pozo und Jesús Vázquez an der Projektarbeit beteiligt.
- Die Yale University bringt sich über den Wissenschaftler Martin Schwartz in das Konsortium ein.
- Das renommierte Karolinska Institutet ist durch die Forscherin Ljubica Matic vertreten.
Dieser Verbund bündelt Fachwissen aus der vaskulären Biologie und Proteomforschung, um die komplexen Prozesse der Arterienveränderung institutionsübergreifend zu analysieren.
Finanzierung über das Health-Research-Programm 2026
Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt aus dem privaten Stiftungssektor. Die Fundación "la Caixa" fördert AtheroPTM mit einer Summe von 999.100 Euro, wie aus einem Bericht des CNIC vom 16. Oktober 2026 hervorgeht.
Für die Arterienwand fehlen bislang lokale Biomarker, die den Gefäßumbau frühzeitig abbilden. Die PTM-Forschung setzt genau dort an und könnte künftig präzisere, nebenwirkungsärmere Strategien ermöglichen. Der Report fasst den Stand und die offenen Fragen zusammen. PTM-Überblick jetzt sichern
Die Zuwendung ist Teil einer größeren Initiative: Im Rahmen ihres Health-Research-Programms 2026 fördert die Fundación "la Caixa" insgesamt 80 neue biomedizinische Vorhaben in Spanien und Portugal. Mit Projekten wie AtheroPTM rücken dabei zunehmend Forschungsarbeiten in den Mittelpunkt, die grundlegende Zell- und Proteinmechanismen erforschen, um das chronische Krankheitsmanagement bei weit verbreiteten Leiden langfristig zu verbessern.
