Atemwegsinfekte, Deutschland

Atemwegsinfekte in Deutschland: 6,6 Millionen Neuerkrankungen binnen einer Woche

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

XFG stellt laut Fachleuten keine schwerere Gefahr dar; zugleich steigen Atemwegsinfekte und die Stiko fokussiert Auffrischungen auf Risikogruppen.

Covid-19 im Herbst: XFG verbreitet, Behörden bestätigen Verhaltensregeln
Ein heller, leerer Wartebereich in einer modernen medizinischen Einrichtung mit neutralen Möbeln und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts saisonal steigender Atemwegserkrankungen bestätigen Gesundheitsbehörden wie die britische UKHSA und der National Health Service (NHS) die bestehenden Verhaltensregeln bei Covid-19-Symptomen. Personen, die unter Fieber oder allgemeinem Unwohlsein leiden, wird empfohlen, möglichst zu Hause zu bleiben und direkte Kontakte zu gefährdeten Personengruppen zu vermeiden.

Nach einem positiven Testergebnis sehen die behördlichen Leitlinien vor, dass Erwachsene Kontakte für fünf Tage meiden. Für Personen unter 18 Jahren wird ein Zeitraum von drei Tagen empfohlen, während der Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen für mindestens zehn Tage unterbleiben sollte.

Kinder mit Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl sollen Schulen und Betreuungseinrichtungen fernbleiben. Bei milden Symptomen dürfen sie laut NHS jedoch teilnehmen, sofern ihr Allgemeinzustand gut ist.

Symptombild und die Zirkulation von XFG

Die bekannten Krankheitszeichen ähneln jenen früherer Virusvarianten. Die UKHSA führt unter anderem Fieber, Schüttelfrost, Husten, Halsschmerzen, Atemnot, Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie den Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn an.

Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall zählen dazu. Ärzte berichten bei der Variante XFG, die der Omikron-Familie angehört und inoffiziell mitunter als Stratus bezeichnet wird, zudem gehäuft über Heiserkeit sowie eine raue oder kratzige Stimme.

Trotz der Verbreitung der Variante sehen Fachleute keinen Anlass zu gesteigerter Besorgnis hinsichtlich der Pathogenität. Der UKHSA-Epidemiologe Alex Allen erklärte, es gebe keine Hinweise auf schwerere Erkrankungsverläufe oder eine beschleunigte Ausbreitung durch XFG. Diese Einschätzung teilen auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die spanische Fachgesellschaft Seimc.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzte den Anteil von XFG in den Kalenderwochen 34 und 35 des Jahres 2026 auf rund 54 Prozent der gemeldeten Sequenzen in europäischen Berichtsdaten. In Deutschland machte die Linie zuletzt knapp die Hälfte der untersuchten Proben aus.

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Das RKI zählte in der Kalenderwoche 39 rund 8.000 akute Atemwegserkrankungen je 100.000 Einwohner — hochgerechnet etwa 6,6 Millionen Neuerkrankungen binnen einer Woche. Wer ab 75 ist oder eine relevante Vorerkrankung hat, findet in diesem kostenlosen Leitfaden eine Schritt-für-Schritt-Checkliste zum Impfschutz und einen 5-Schritte-Plan für den Fall von Covid-Symptomen. Kostenlosen Schutzplan jetzt anfordern

Fallzahlen und Krankenhausdaten im Herbst

Die epidemiologischen Erhebungen zeigen eine Zunahme der Infektionen im Spätsommer und Frühherbst. Im Vereinigten Königreich stiegen die registrierten Covid-Fälle von 1.374 im August auf 4.589 im September, was einem Zuwachs von 230 Prozent entspricht. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen stieg im selben Zeitraum von 950 auf 4.939 (+420 Prozent).

In der Woche bis zum 4. Oktober 2026 stieg die Positivrate bei Covid-Tests in britischen Krankenhäusern von 7,9 Prozent auf 9,1 Prozent, während 1.638 hospitalisierte Covid-Fälle erfasst wurden. Besonders bei Personen ab 85 Jahren legte die Positivrate in Kliniken auf 13,1 Prozent zu.

In Deutschland erfasste das Robert Koch-Institut (RKI) für die Kalenderwoche 39 (21. bis 27. September 2026) eine Rate von rund 8.000 akuten Atemwegserkrankungen je 100.000 Einwohner, nach rund 6.600 in der Vorwoche. Dies entspricht einer Hochrechnung von etwa 6,6 Millionen Neuerkrankungen an Atemwegsinfekten binnen einer Woche.

Empfehlungen zur Impfung und Prävention

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt ab der Saison 2026/27 eine jährliche Covid-Auffrischungsimpfung vorrangig für Menschen ab 75 Jahren, Personen mit relevanten Vorerkrankungen sowie Bewohner von Pflegeheimen.

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Die Stiko empfiehlt ab der Saison 2026/27 die jährliche Covid-Auffrischung vorrangig ab 75 Jahren, für Menschen mit relevanten Vorerkrankungen und für Pflegeheimbewohner — die allgemeine Basisimmunisierung für gesunde Erwachsene entfällt dagegen. Wenn Sie unsicher sind, ob die Auffrischung für Sie noch gilt oder entfallen kann, ordnet dieser kostenlose Leitfaden die aktuellen Empfehlungen ein und zeigt, welche zwei Wochen bis zum vollen Impfschutz einzuplanen sind. Stiko-Empfehlungen jetzt einordnen

Die allgemeine Empfehlung zur Basisimmunisierung für gesunde Erwachsene entfällt. Bei Personen mit intaktem Immunsystem kann die jährliche Auffrischung zudem entfallen, wenn im laufenden Jahr bereits eine Infektion nachgewiesen wurde.

Bis zum Aufbau des vollständigen Impfschutzes vergehen laut Fachleuten etwa zwei Wochen. Während in Ländern wie Deutschland und Österreich bei Erwachsenen auf den angepassten Impfstoff LP.8.1 gesetzt wird, kommen in anderen Staaten Impfstoffe auf Basis von XFG zum Einsatz.

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