Atemtechniken: Stanford-Studie belegt messbare Effekte gegen Stress
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bewusste Atemtechniken rücken zunehmend als niedrigschwelliges Mittel gegen Stress und Entzündungsprozesse in den Fokus der Forschung. Mehrere Studien und Übersichtsarbeiten deuten darauf hin, dass wenige Minuten gezielter Atemübungen messbare Effekte auf Körper und Psyche haben können – wenngleich die Wirkmechanismen im Detail unterschiedlich bewertet werden.
Stanford-Studie vergleicht Atemtechniken mit Meditation
Eine Studie von Forschenden aus Stanford, veröffentlicht in Cell Reports Medicine, untersuchte vier Gruppen, die einen Monat lang täglich fünf Minuten entweder Atemübungen oder Achtsamkeitsmeditation praktizierten.
Die Teilnehmenden der Atemgruppen berichteten dabei von mehr positiven Gefühlen als jene, die meditierten. Besonders die Technik des sogenannten „Cycling Sighing“ – eine Abfolge tiefer Atemzüge mit betonter Ausatmung – senkte nachweislich die Atemfrequenz der Probanden.
Ergänzend dazu wertete eine Übersichtsarbeit im Frontiers in Human Neuroscience 15 Einzelstudien aus und kam zu dem Schluss, dass langsame Atemtechniken das allgemeine Wohlbefinden verbessern und Angstzustände reduzieren können. Eine Metaanalyse von zwölf randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 785 erwachsenen Teilnehmenden bestätigte einen kleinen bis mittleren Effekt auf das Stressempfinden.
Die 4-7-8-Technik und die Grenzen kurzfristiger Effekte
Zu den populärsten Methoden zählt die sogenannte 4-7-8-Atemtechnik, die kurzfristig beruhigend wirkt. Allerdings weisen Berichte darauf hin, dass eine langfristige Regulierung des Nervensystems bei chronischem Stress deutlich mehr Zeit erfordert – die Rede ist von Wochen bis Monaten.
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Ein überreiztes Nervensystem äußert sich demnach häufig durch innere Unruhe, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Muskelverspannungen und Herzklopfen. Nach traumatischen Erlebnissen kann die Regeneration des Nervensystems Berichten zufolge etwa einen Monat oder länger in Anspruch nehmen.
Als unterstützende Maßnahmen zur Regulierung des Nervensystems werden neben Atemarbeit auch Bewegung, gezielte Stimulation des Vagusnervs, Yoga, Meditation, ausreichender Schlaf sowie die Zufuhr von B-Vitaminen und Magnesium genannt.
Atemtherapie auch bei Lungengesundheit relevant
Im Zusammenhang mit der Regeneration der Lunge wird Atemtherapie ebenfalls als ein Baustein unter mehreren beschrieben. Als wirksamste Einzelmaßnahme gilt demnach ein Rauchstopp, ergänzt durch den Schutz vor Schadstoffen, Bewegung beziehungsweise pulmonale Rehabilitation, gezielte Atemtherapie, eine nährstoffreiche Ernährung und Impfungen gegen Atemwegsinfekte. Kurzfristige Verbesserungen der Lungenfunktion sind laut Berichten oft bereits nach wenigen Wochen spürbar.
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Die Kosten liegen bei 300 Euro inklusive Materialien; da der Kurs nach § 20 SGB V zertifiziert ist, übernehmen Krankenkassen die Gebühren teilweise oder vollständig. Ein Infotreffen findet am 25. September von 17 bis 18 Uhr statt.
Auch die Urania Barnim e. V. in Bernau bei Berlin startet einen siebenteiligen Kurs mit dem Titel „Yoga und Atemschulung“, der Rückentraining, Atemübungen und Entspannungsmeditationen kombiniert. Der Kurs kostet 20,00 Euro, ermäßigt 15,00 Euro, und wird von Kursleiterin Stephanie Lehmann geleitet.
Einordnung: Ein Baustein unter vielen
Die vorliegende Forschung legt nahe, dass bewusstes Atmen ein wirksames, leicht zugängliches Werkzeug zur kurzfristigen Stressregulation sein kann – etwa durch Techniken wie das Cycling Sighing.
Für eine nachhaltige Regulierung eines chronisch überlasteten Nervensystems reicht Atemarbeit allein den vorliegenden Berichten zufolge jedoch meist nicht aus. Sie wird von Fachleuten eher als ein Baustein neben Bewegung, ausreichend Schlaf, gezielter Nervensystemarbeit und gegebenenfalls strukturierten Kursangeboten wie MBSR verstanden.
