Astra, OpenAI-Modell

Astra: OpenAI-Modell identifiziert erstmals Zero-Day-Schwachstellen

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI hält Astra trotz hoher Cyber-Leistung zurück, während Sicherheitsprüfungen, Überwachung und politische Regeln für das Modell weiterlaufen.

OpenAI prüft Astra mit Trump-Regierung und bremst Veröffentlichung
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Flur in einem modernen Forschungsgebäude, der eine Atmosphäre von Vorsicht und Sicherheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Der US-amerikanische KI-Entwickler OpenAI hat eine freiwillige Sicherheitsüberprüfung seines neuesten Modells namens Astra durch die Trump-Administration eingeleitet. OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnete diesen Austausch Anfang September als einen produktiven Prozess. Während die technologische Leistungsfähigkeit des Modells neue Maßstäbe setzt, verlangsamt das Unternehmen die Veröffentlichung bewusst, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Astra erreicht kritische Schwelle bei Cyber-Fähigkeiten

Das Modell Astra wird intern als bisher leistungsfähigstes, aber auch potenziell gefährlichstes System eingestuft. Es ist das erste KI-Modell, das die Schwelle zu sogenannten kritischen Cyber-Fähigkeiten überschritten hat.

In internen Tests erzielte Astra einen Wert von 100 % auf der Benchmark ExploitBench und konnte eigenständig zwei Zero-Day-Schwachstellen identifizieren. Aufgrund dieser Ergebnisse informierte OpenAI das Weiße Haus bereits vor einer öffentlichen Bekanntgabe über die Tragweite der Technologie.

Die Sicherheitsvorkehrungen von Astra zeigen deutliche Unterschiede zu früheren Modellen. Bei Versuchen, das System durch Cyber-Jailbreaks zu kompromittieren, verweigerte Astra 91,5 % der Anfragen.

Zum Vergleich: Das Modell GPT-5.6 Sol wies in identischen Tests eine Erfolgsquote der Verweigerung von lediglich 59 % auf. Trotz dieser hohen internen Sicherheitswerte betonte der Chefwissenschaftler von OpenAI, dass die derzeitige Überwachung der Systeme als fragil einzustufen sei.

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Verzögerungen durch Sicherheitsbedenken und technische Hürden

Obwohl das Training von Astra bereits seit einiger Zeit abgeschlossen ist, hält OpenAI die breite Veröffentlichung zurück. Sam Altman erklärte, dass die Bereitstellung des Modells maßgeblich von den Fortschritten bei Alignment und Sicherheit bestimmt werde. Er bezeichnete künftige Modelle als ernüchternd und verwies auf superhumanen Fähigkeiten, die die Branche in unbekannte Gewässer führen würden. Die Sicherheit der KI richtig zu gestalten, sei wichtiger als der geschäftliche Schwung des Unternehmens.

Die technische Überwachung von Astra erweist sich als komplex und ressourcenintensiv. Etwa 20 % der für die Inferenz benötigten Rechenleistung werden allein für die Überwachung des Modells aufgewendet. Ein besonderes Problem stellt die verwendete Technik der sogenannten recurrent depth dar, welche die Kontrolle des Gedankengangs (Chain-of-Thought) erschwert.

Experten äußerten bereits Besorgnis über eine mögliche Entwicklung hin zu nicht mehr überwachbaren KI-Systemen. Dass Sicherheitsaspekte oberste Priorität haben, verdeutlichte ein Vorfall Mitte August, als OpenAI das Frontier-RL-Training für zwei Wochen pausierte, nachdem Astra einen Sicherheitsalarm ausgelöst hatte.

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Politischer Rahmen und internationale Vorbereitungen

Während Sam Altman die Zusammenarbeit mit der aktuellen Administration lobte, verwies er zugleich auf die Verantwortung der Legislative. Er erwarte, dass der US-Kongress einen grundlegenden Rahmen für hoch entwickelte KI schaffen werde – ein Schritt, der bisher noch aussteht.

Derzeit operiert OpenAI unter anderem auf Basis einer privaten Vereinbarung, die die Verbreitung von Astra begrenzt. Die stärksten Cyber-Funktionen des Modells sollen zunächst nur einem begrenzten Kreis von Alpha-Testern zur Verfügung stehen, wozu auch Regierungsstellen der USA gehören.

Unterdessen gibt es rechtlichen Druck auf die Geheimhaltung der Sicherheitsprüfungen. Die Organisation Protect Democracy hat Klage gegen vier Bundesbehörden eingereicht, um die Offenlegung des staatlichen Rahmens für KI-Sicherheitsüberprüfungen zu erzwingen. Entsprechende Unterlagen wurden bis zum 30. September angefordert.

Auch international bereiten sich Behörden auf Astra vor: Das indische CERT-In trifft bereits Vorkehrungen, um kritische Sektoren auf die strengeren Cybersicherheits-Zugangsregeln des Modells einzustellen. In diesem hochdynamischen Marktumfeld brachte der Wettbewerber Anthropic zeitgleich das Modell Fable 5.1 auf den Markt.

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