Asthma und COPD: Semaglutid zeigt 40% weniger Anfälle
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 18:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Untersuchungsergebnisse aus dem September 2026 geben neue Hinweise auf einen potenziellen Zusatznutzen von GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen.
Im Rahmen des ERS-Kongresses in Barcelona präsentierte Professorin Chloe Bloom vom Imperial College London eine Beobachtungsstudie, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Semaglutid und einer verringerten Rate an Atemwegskomplikationen aufzeigt.
Untersuchungen zum therapeutischen Potenzial bei Atemwegserkrankungen
Die von Professorin Bloom vorgestellte Analyse deutet darauf hin, dass die Anwendung von Semaglutid mit rund 40 % weniger Asthmaanfällen und einer Reduktion von COPD-Schüben um 20 % assoziiert ist.
Diese Ergebnisse basieren auf einer umfangreichen Datenauswertung des Imperial College London, für die vier parallele Auswertungen britischer Gesundheitsakten herangezogen wurden. Jede dieser Auswertungen umfasste eine Stichprobengröße von 20.000 bis 22.000 Personen.
Innerhalb der Studie wurden die Auswirkungen des Wirkstoffs im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht, die Sulfonylharnstoffe erhielt. Dabei stellten die Forscher fest, dass der beobachtete Effekt bei Patienten mit schwererem Asthma sowie bei der Anwendung höherer Dosen des GLP-1-Rezeptoragonisten stärker ausgeprägt war.
Die Daten legen nahe, dass die Wirkung über eine reine Unterstützung bei der Gewichtsabnahme hinausgehen könnte, wobei die Autoren betonten, dass die Ergebnisse nicht unmittelbar auf eine Anwendung zur reinen Gewichtsreduktion übertragbar seien.
Differenzierte Betrachtung nach Wirkstoffen und Patientengruppen
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Ergänzend zu den Analysen aus London liefern weitere Untersuchungen aus dem September 2026 ein detailliertes Bild zur Wirksamkeit verschiedener GLP-1-Präparate. Eine dänische Kohortenstudie, die 27.523 Asthma-Patienten umfasste, wies unter dem Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten eine Reduktion von Asthma-Exazerbationen nach, wobei die Incidence Rate Ratio (IRR) mit 0,74 angegeben wurde.
Parallel dazu zeigt eine britische Studie mit 8.266 Patienten eine Gesamtreduktion von Exazerbationen um 14 %. In der detaillierten Aufschlüsselung nach Wirkstoffen ergaben sich signifikante Unterschiede: Während bei Semaglutid eine Reduktion von 30 % beobachtet wurde, lag dieser Wert bei Exenatid bei 23 % und bei Dulaglutid bei 12 %.
Bezogen auf die spezifischen Krankheitsbilder verzeichnete diese Untersuchung eine Verringerung der Komplikationen um 38 % bei Asthma und um 21 % bei COPD.
Methodische Einschränkungen und klinische Relevanz
Trotz der vielversprechenden statistischen Zusammenhänge mahnen Forscher und Mediziner zur Einordnung der Ergebnisse. Das Imperial College London wies darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die noch keinem Peer-Review-Verfahren unterzogen wurde. Eine direkte Kausalität könne aus den vorliegenden Daten daher nicht abgeleitet werden.
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Fachleute betonten im September 2026, dass die aktuelle Studienlage noch nicht ausreicht, um die bestehende Verschreibungspraxis zu verändern. Es gebe derzeit keine offizielle Empfehlung für eine Off-Label-Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten zur Behandlung von Asthma oder COPD.
Um die Ergebnisse abzusichern und die therapeutische Wirksamkeit zweifelsfrei nachzuweisen, forderten Experten die Durchführung randomisierter kontrollierter Studien (RCTs). Erst durch solche klinischen Prüfungen ließe sich verifizieren, ob die beobachteten Effekte direkt auf die Wirkstoffklasse zurückzuführen sind und wie diese in zukünftige Behandlungsleitlinien integriert werden könnten.
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