Asthma-Schutz: Neun Bakteriengruppen erklären Bauernhof-Effekt
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen haben seit längerem einen Zusammenhang zwischen dem Aufwachsen auf einem Bauernhof und einem verringerten Risiko für Asthma und Allergien festgestellt. Eine im Fachjournal NEJM Evidence veröffentlichte Studie des LMU Klinikums und von Helmholtz Munich liefert nun detaillierte Einblicke in die biologischen Ursachen dieses Phänomens. Die Forscher identifizierten spezifische Bakteriengruppen, die maßgeblich für die schützende Wirkung der ländlichen Umgebung verantwortlich sind.
Die Rolle grampositiver Bakterien bei der Asthmaprävention
In der Untersuchung, die am 31. Juli 2026 im Fachmagazin NEJM Evidence publiziert wurde, konnten insgesamt neun Gruppen grampositiver Bakterien bestimmt werden, die eine Schlüsselrolle beim sogenannten Bauernhof-Effekt spielen. Zu den identifizierten Mikroorganismen gehören unter anderem Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis.
Den Studienergebnissen zufolge erklären diese Bakteriengruppen etwa zwei Drittel des beobachteten Schutzes vor Asthma. Über die Atemwege hinaus wirken sich die Mikroorganismen auch auf andere allergische Erkrankungen aus: Die Analyse zeigt, dass die Bakterien etwa die Hälfte des Schutzes vor Heuschnupfen sowie vor dem atopischen Ekzem (Neurodermitis) vermitteln.
Stoffwechselprodukte aus der Tierhaltung als Wirkmechanismus
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Die Herkunft und die Wirkweise der Bakterien konnten im Rahmen der Forschung präzisiert werden. Die identifizierten Mikroorganismen stammen ursprünglich aus dem Verdauungstrakt von Kühen. Gelangen diese in die Umgebung und werden vom Menschen aufgenommen, produzieren sie spezifische Stoffwechselprodukte. Zu diesen Metaboliten zählen Kynurenin, Xanthin sowie Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure.
Diese Substanzen interagieren direkt mit dem menschlichen Immunsystem. Sie aktivieren die Rezeptoren AhR (Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor) und PPAR? (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor gamma). Diese Aktivierung führt dazu, dass Entzündungsprozesse im Körper gebremst werden, was die Entstehung von Asthma und allergischen Reaktionen verhindert oder abmildert.
Internationale Validierung der Studienergebnisse
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Die Studie wurde unter der Leitung von Prof. Markus Ege durchgeführt. Die Datenbasis umfasste eine Analyse von über 1000 Kindern aus verschiedenen europäischen Studien, um eine belastbare statistische Grundlage zu schaffen. Wie aus Berichten vom 1. August 2026 hervorgeht, konnten die in der Kernuntersuchung gewonnenen Erkenntnisse durch weitere Daten aus Frankreich und Finnland bestätigt werden.
Die Identifizierung der spezifischen Bakterien und ihrer Stoffwechselwege gilt als wichtiger Schritt, um die schützenden Mechanismen der bäuerlichen Umwelt besser zu verstehen. Während der Zusammenhang zwischen Stallnähe und Gesundheit bereits länger bekannt war, bietet die aktuelle Analyse eine konkrete molekularbiologische Erklärung für die beobachtete Prävention von Atemwegs- und Hauterkrankungen bei Kindern, die in einem landwirtschaftlichen Umfeld aufwachsen.
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