Asthma-Prävention: Stallbakterien erklären zwei Drittel des Schutzes
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kinder auf Bauernhöfen leiden seltener an Asthma und Allergien. Jetzt haben Forscher die schützenden Bakterien identifiziert.
Die Schutzfaktoren aus der Stallluft
Ein Team um Prof. Dr. Markus Ege vom LMU Klinikum München und Helmholtz Munich hat in der Fachzeitschrift NEJM Evidence zwei Bakterienarten als maßgeblich für den sogenannten Bauernhofeffekt ausgemacht: Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis.
Die Mikroorganismen stammen ursprünglich aus dem Verdauungstrakt von Kühen. Über die Stallluft gelangen sie in die Atemwege der Kinder und trainieren dort das Immunsystem. Die Analyse von Daten über 1.000 Kinder zeigt: Diese Mikroben erklären einen signifikanten Teil des Schutzeffekts.
Wie stark die Bakterien schützen
Die Zahlen sind beachtlich: Rund zwei Drittel des Schutzes vor Asthma geht auf die identifizierten Bakterien zurück. Bei Heuschnupfen und Neurodermitis sind es etwa die Hälfte der präventiven Wirkung.
Die Forscher verglichen dafür die Mikrobiome von Stadtkindern mit denen von Kindern vom Bauernhof. Entscheidend ist offenbar der Zeitpunkt: Bereits in der frühen Kindheit muss die Exposition gegenüber der Keimvielfalt des Kuhstalls erfolgen, damit sich die Immunabwehr entsprechend entwickelt.
Wer sich mit dem Thema Immunsystem und Prävention befasst, erkennt schnell die Bedeutung einer ganzheitlichen Gesundheit. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit nur 12 Lebensmitteln aus dem Supermarkt Entzündungen im Körper natürlich lindern können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt entdecken
Der Preis des urbanen Lebens
Dass moderne Lebensstile die mikrobielle Vielfalt verändern, zeigt eine aktuelle Analyse in Nature Communications. Beim Vergleich von Menschenaffen und urban lebenden Menschen fanden Fachleute deutlich reduzierte Prevotella-Bakterien bei den Stadtmenschen.
Die Entkopplung von natürlichen, tierischen Umgebungen führt demnach zu einem Verlust an mikrobieller Diversität. Während der Kontakt zu Nutztieren auf dem Land das Immunsystem stärkt, fehlen diese Reize in der Stadt zunehmend.
Forschung mit Weitblick
Die Erkenntnisse zum Bauernhofeffekt sind Teil eines größeren Trends: Auch in der Onkologie zeigen Umweltfaktoren ihre Wirkung. Eine Studie mit rund 500 Patienten belegt Fortschritte bei Bauchspeicheldrüsenkrebs – die durchschnittliche Überlebenszeit stieg von 6,7 auf 13,2 Monate.
Chronische Beschwerden und Müdigkeit sind oft Anzeichen dafür, dass das körpereigene Schutzsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie stille Entzündungen frühzeitig erkennen und durch gezielte Ernährung bekämpfen. Zum kostenlosen Ratgeber für antientzündliche Ernährung
Und auch die Pandemieprävention setzt zunehmend auf Umweltbeobachtung. Ein langfristiges Monitoring von Wildtieren, wie es EMBO Reports beschreibt, kann helfen, Krankheitserreger frühzeitig zu identifizieren – bevor sie auf den Menschen übertragen werden. Die Botschaft ist klar: Die Umwelt prägt unsere Gesundheit weit stärker als lange gedacht.
