Asthma, BMI-Anstieg

Asthma bei Kindern: BMI-Anstieg erhöht Risiko um 2,4% jährlich

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Ozon, Schulraum-Bakterien, erhöhtem BMI und eingeschränkter Lungenfunktion bei Kindern weltweit.

Kinderlungen im Fokus: Wie Schadstoffe und BMI die Atemwege beeinflussen
Ein heller, leerer Klassenraum mit großen Fenstern und Blick ins Grüne, der eine saubere Lernumgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Untersuchungen zum Einfluss von Umweltfaktoren auf die kindliche Gesundheit verdeutlichen einen engen Zusammenhang zwischen der Luftqualität und der respiratorischen Entwicklung.

Ein zentrales Ergebnis aus London zeigt, dass die Reduktion der Verkehrspollution innerhalb der Ultra Low Emission Zone (ULEZ) mit einem schnelleren Wachstum der Lungenkapazität bei Kindern verbunden war. Diese Beobachtungen decken sich mit verschiedenen internationalen Forschungsarbeiten, die im September 2026 vorgestellt wurden.

Ozonbelastung und die Rolle der körperlichen Aktivität

Im Rahmen der ATS-Konferenz 2026 präsentierte Dr. James Scales von der Queen Mary University of London Daten aus der sogenannten CHILL-Studie. Die Untersuchung begleitete über einen Zeitraum von vier Jahren mehr als 3.400 Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine hohe Ozonbelastung die positiven Effekte mindert, die intensive körperliche Aktivität normalerweise auf das Lungenwachstum hat.

Den Analysen zufolge erwies sich Ozon als ein maßgeblicherer Faktor für die Beeinträchtigung der Lungenentwicklung als Feinstaub. Während Bewegung im Freien grundsätzlich als gesundheitsfördernd gilt, scheint die Belastung durch Bodenozon diesen Nutzen bei Kindern signifikant zu limitieren.

Bakterielle Belastungen und Schadstoffe in Schulen

Neben der Außenluft steht auch die Luftqualität in Innenräumen, insbesondere in Bildungseinrichtungen, im Fokus der Wissenschaft. Auf dem ERS-Kongress 2026 in Barcelona stellte Dr. Soutrik Banerjee von der Universität Ferrara Ergebnisse der SINPHONIE-Studie vor. Diese untersuchte rund 300 Schulklassen in 22 Ländern und identifizierte Bakterien im Klassenstaub als Risikofaktor für eine reduzierte Lungenfunktion.

Konkret wurde das Vorkommen von Streptomyces mit einer Verringerung der forcierten Vitalkapazität (FVC) um 0,08 Liter in Verbindung gebracht. Bakterien der Gattung Mycobacterium korrelierten mit einer Reduktion des Einsekundenkapazitätswerts (FEV1) um 0,06 Liter sowie einer Senkung des Spitzenflusses (PEF) um 0,13 Liter pro Sekunde.

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Ergänzend dazu lieferte das portugiesische Projekt „Respirar Fundo“ Daten aus 13 Schulen. An neun von zwölf untersuchten Standorten überschritten die Werte für Feinstaub (PM2,5) und Stickstoffdioxid (NO2) bereits die EU-Grenzwerte, die ab dem Jahr 2030 gelten sollen.

Besonders im Norden des Landes, etwa an der EB Freixo oder der ES António Sérgio, wurden Überschreitungen aktueller Grenzwerte gemessen, wobei die Spitzenwerte meist während der Hauptverkehrszeiten auftraten.

Risikofaktoren BMI und regionale Disparitäten

Zusätzlich zur Umweltbelastung spielen physische Faktoren eine Rolle bei Atemwegserkrankungen. Die ALLIANCE-Studie der Universität Köln mit 424 Kindern im Durchschnittsalter von 6,24 Jahren zeigte einen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und Asthma.

Ein steigender BMI gehe laut der Untersuchung mit einem früheren Beginn der Erkrankung sowie einer schlechteren Asthma-Kontrolle nach GINA-Standards einher. Das Risiko für unkontrolliertes Asthma steige demnach pro Jahr um 2,4 Prozent.

International weisen Berichte auf große Defizite in der Versorgung und Diagnose hin. Eine im Fachmagazin Lancet Child & Adolescent Health veröffentlichte Studie untersuchte die Situation von 20.000 Schülern in sechs afrikanischen Ländern.

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Während 12 Prozent der Jugendlichen Symptome zeigten, war die Erkrankung nur bei 20 Prozent dieser Gruppe tatsächlich diagnostiziert. Rund 45 Prozent der Betroffenen benötigten eine Notfallbehandlung, die jedoch nicht verfügbar war.

In Indonesien berichtete die Organisation WVI im September 2026 von akuten gesundheitlichen Folgen durch Rauchbelastung in Kalimantan Barat. Atemnot sei dort die häufigste Beschwerde bei Kindern, was zu zahlreichen Fällen von akuten Atemwegsinfektionen (ISPA) geführt habe. In den betroffenen Gebieten wurden umfangreiche Hilfsaktionen mit der Verteilung von Masken und Wasser eingeleitet, die bis Oktober 2026 andauern sollen.

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