Ashwagandha: Meta-Analyse aus fünf Studien sieht Vorteile für den Schlaf
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Bewältigung von anhaltendem Stress steht zunehmend im Mittelpunkt medizinischer und ernährungswissenschaftlicher Betrachtungen. Während auf biochemischer Ebene Botenstoffe wie das adrenocorticotrope Hormon die körperliche Anpassung steuern, greifen viele Menschen auf pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel wie Ashwagandha zurück, um das Stressempfinden zu regulieren.
Die hormonelle Stressachse: ACTH und CRH
Die physiologische Reaktion auf Belastungen wird maßgeblich über hormonelle Regelkreise gesteuert. Das Corticotropin-Releasing-Hormon, ein aus 41 Aminosäuren bestehendes Peptid, fungiert dabei als zentraler Regulator der Stressantwort. Es regt die Freisetzung von ACTH (adrenocorticotropes Hormon) im Hypophysenvorderlappen an.
ACTH selbst ist ein 39-Aminosäure-Peptid und stellt den primären Regulator für Wachstum, Erhalt und Funktion der Nebennieren dar. Das Hormon entsteht aus dem Vorläuferprotein Proopiomelanocortin (POMC), aus dem auch das Corticotropin-Like Intermediate Peptide (CLIP) als biologisch aktives Spaltprodukt hervorgeht. Über diesen Mechanismus wird die Ausschüttung weiterer Stresshormone in den Nebennieren angestoßen.
Studienergebnisse zu Ashwagandha und Stoffwechselmarkern
Zur Dämpfung chronischer Stressreaktionen wird häufig der Wurzelextrakt der Pflanze Ashwagandha (Withania somnifera) diskutiert. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen kann das Präparat den Cortisolspiegel senken, das Stressempfinden reduzieren und die Schlafqualität steigern. Einige Untersuchungen beobachteten zudem einen leichten Anstieg des Testosteronspiegels bei Männern, wenngleich die allgemeine Studienlage weiterhin begrenzt ist.
Hinsichtlich der Schlafregulation zeigte eine Meta-Analyse von fünf Studien positive Effekte bei einer Dosis von zweimal täglich 300 Milligramm Ashwagandha. In einer weiteren Untersuchung berichteten Teilnehmende bereits nach der Einnahme von 120 Milligramm Extrakt über eine signifikant verbesserte Schlafqualität.
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Ein subjektiver Erfahrungsbericht mit 600 Milligramm des KSM-66-Wurzelextrakts nach dem Training beschrieb neben einem stark gesunkenen Stressempfinden allerdings auch ein fast vollständiges Fehlen von Angst, wodurch Stress als biologisches Warnsignal ausblieb; ein kausaler Nachweis liegt hierfür jedoch nicht vor.
Über die reine Stresswahrnehmung hinaus deuten Untersuchungen auf metabolische und körperliche Effekte hin. Eine Übersicht über 24 Studien, darunter fünf klinische Untersuchungen an Menschen mit Diabetes, zeigte, dass Ashwagandha Blutzucker, HbA1c, Insulin, Blutfettwerte und Marker für oxidativen Stress signifikant verringern konnte.
Bei Dosierungen von 250 bis 500 Milligramm täglich wurde eine mögliche Verbesserung der Insulinempfindlichkeit festgestellt. Zudem verzeichnete eine Studie bei täglicher Einnahme im Vergleich zu Placebo eine nahezu doppelte Kraftzunahme sowie ein stärkeres Muskelwachstum.
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Nebenwirkungen, Risiken und Kombinationsprodukte
Trotz der beworbenen Effekte auf Schlaf, Angst linderung und Blutdruck mahnen Fachleute zur Vorsicht vor unerwünschten Wirkungen. Zu den bekannten Nebenwirkungen zählen Magen- und Verdauungsbeschwerden sowie Schläfrigkeit.
In seltenen Fällen traten Leberschäden und Effekte auf die Schilddrüse auf. Ohne ärztliche Rücksprache ist das Präparat bei bestimmten Autoimmun- und Schilddrüsenerkrankungen sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet.
Zunehmend werden auch Kombinationsprodukte wie Gummis angeboten, die Ashwagandha mit Cannabidiol (CBD) verbinden. Je nach Herstellungsverfahren und Regulierung kann CBD Spuren von THC aufweisen; die wissenschaftliche Datenlage zu solchen Kombinationen ist derzeit begrenzt.
CBD birgt eigene Nebenwirkungsrisiken wie Schläfrigkeit, Durchfall, Appetitveränderungen oder dosisabhängige Leberfunktionsstörungen und kann Wechselwirkungen mit Medikamenten eingehen. Weder Ashwagandha noch CBD stellen ein Heilmittel für manifeste Angststörungen oder Insomnie dar.
