Ashwagandha-Alarm, Supplements

Ashwagandha-Alarm: Supplements bis 15-Fach über Grenzwert

30.05.2026 - 18:21:32 | boerse-global.de

Chronischer Stress und Kontrollverlust gelten als Hauptrisiken. Studien zeigen Wege zur Früherkennung und Prävention auf.

Ashwagandha-Alarm: Supplements bis 15-Fach über Grenzwert - Foto: über boerse-global.de
Ashwagandha-Alarm: Supplements bis 15-Fach über Grenzwert - Foto: über boerse-global.de

Ihr Ziel: zwischen normaler Belastung und krankhafter Überlastung unterscheiden zu können. Entscheidend ist dabei nicht allein der Stress selbst, sondern das subjektive Gefühl der Kontrolle.

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Die Grenze zwischen Herausforderung und Gefahr

Der Regensburger Hirnforscher Volker Busch betont: Resilienz entsteht nicht durch Vermeidung von Stress, sondern durch die positive Erfahrung, Schwierigkeiten zu überwinden. Wird Stress jedoch chronisch oder empfinden Betroffene einen völligen Kontrollverlust, kippt die Situation ins Pathologische.

Zu den häufigsten Warnsignalen zählen Ärzte zufolge Leistungsabfall, Herzrasen, Reizdarm, Schlafstörungen und sozialer Rückzug. Der Stressforscher Mazda Adli stellt klar: Umweltfaktoren wie Dichte oder Reizüberflutung machen nicht automatisch krank. Erst das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, macht Stress gefährlich. Besonders riskant ist Stress, wenn er als unberechenbar, endlos oder unveränderlich wahrgenommen wird.

Eine US-Studie aus dem Jahr 2025 deutet zudem darauf hin, dass Selbstmitgefühl die negativen körperlichen Folgen von Stress abmildern kann.

Krankenstand auf Rekordniveau

Die Zahlen der Krankenkassen belegen einen besorgniserregenden Trend. Eine Analyse der DAK-Gesundheit für das Jahr 2025 zeigt: Versicherte Arbeitnehmer waren im Schnitt 19,5 Kalendertage krankgeschrieben – eine Quote von 5,4 Prozent. Während Atemwegsinfekte weiterhin die häufigste Ursache waren, legten psychische Erkrankungen um 6,9 Prozent zu. Auf 100 Versicherte kamen 366 Fehltage wegen psychischer Leiden. Das Gesundheitswesen verzeichnete mit 6,2 Prozent die höchste Krankenquote.

Bestimmte Berufsgruppen stehen vor besonderen körperlichen Herausforderungen. Forscher der Hochschule Osnabrück um Prof. Dr. Dirk Möller analysieren mit sensorbasierten Bewegungsanalysen die physische Überlastung bei Tänzern und Musikern. Diese trainieren oft vier bis sieben Stunden täglich in unphysiologischen Haltungen. Als Konsequenz wurde in Osnabrück die bundesweit erste Professur für Performing Arts Physiotherapy eingerichtet, unterstützt durch das DFG-Projekt PA.H|LIFETIME.ai.

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Der Social-Media-Cortisol-Hype

Endokrinologen schlagen Alarm: In sozialen Medien schreiben Nutzer immer häufiger verschiedene Symptome einem angeblichen Cortisol-Ungleichgewicht zu. Die Ärzte Scott Isaacs und Caroline Messer betonen, dass Cortisol ein lebenswichtiges Hormon mit natürlichem Tagesrhythmus ist. Echte Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom oder die Addison-Krankheit sind selten. Die derzeitige Besessenheit von „Cortisolwerten" beruht oft auf einem Missverständnis der Hormonfunktionen.

Besorgniserregend ist auch der Markt für Nahrungsergänzungsmittel. Ein Marktcheck im April 2026 ergab, dass viele Ashwagandha-Produkte die empfohlenen Dosierungen massiv überschreiten. Einige enthielten bis zum 15-Fachen des polnischen Grenzwerts für Withanolide. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät vom Verzehr dieser Präparate ab – unter anderem wegen Berichten über Leberschäden aus den Niederlanden. Experten empfehlen statt Pillen lieber Bewegung, Schlaf und bewährte Stressreduktionstechniken.

Geschlechtsspezifische Unterschiede – ein blinder Felck

Die medizinische Forschung weist zunehmend auf eine „Gender Data Gap" hin. Die Medizinerin Sriusdiga Manivannan erklärt: Frauen zeigen bei schweren Erkrankungen oft andere Symptome. Ein Herzinfarkt äußert sich bei Frauen häufiger durch Nackenschmerzen statt der klassischen Brustschmerzen wie bei Männern.

Zudem werden Symptome bei Frauen öfter als psychosomatisch abgetan. Das führt zu Verzögerungen bei der Diagnose von Erkrankungen wie Endometriose, PCOS oder ADHS. Ähnliche Probleme gibt es bei chronischen neuroimmunologischen Erkrankungen wie ME/CFS, von dem in Österreich rund 80.000 Menschen betroffen sind. Regionale Initiativen planen derzeit spezialisierte Zentren – etwa in Bad Tatzmannsdorf – um die Versorgung und Forschung für diese oft übersehenen Krankheitsbilder zu verbessern.

Technologie als Frühwarnsystem

Auf dem Life Summit Berlin Ende Mai 2026 diskutierten Experten neue Trends im Bereich Longevity und Gesundheitsmessung. Moderne Technologien sollen physiologische Indikatoren per Selfie, Sprachaufzeichnung oder Tippverhalten erfassen können – um Entzündungen oder Stress frühzeitig zu erkennen.

Der Onko-Mediziner Prof. David Khayat bezeichnete Stresskontrolle als wichtigste Maßnahme für ein langes Leben. Neben technologischen Überwachungsmethoden zählen derzeit auch molekulare Wasserstoffbehandlungen, Infrarot-Hydrojets und spezielle Bluttests zur Messung der Telomerlänge zu den aktuellen Wellnesstrends.

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