Asahi Linux: M3-MacBooks mit stabiler Tastatur-Unterstützung
01.07.2026 - 13:26:08 | boerse-global.de
In einem am 1. Juli veröffentlichten Fortschrittsbericht melden die Entwickler wesentliche Erfolge bei der Unterstützung von Apples M3-Chips. Kernfunktionen wie PCIe, WLAN, Bluetooth und NVMe-Speicher laufen nun stabil.
Wichtige Hardware-Features funktionsfähig
Die Liste der unterstützten Komponenten auf M3-MacBooks ist beeindruckend. Neben den genannten Schnittstellen haben die Entwickler auch CPU-Frequenzsteuerung, Task-Scheduling und Hardware-Sensoren zum Laufen gebracht. Die Audio-Ausgabe funktioniert ebenfalls. Einzig der Installer für M3-Systeme ist noch nicht für den allgemeinen Gebrauch freigegeben – hier arbeiten die Entwickler noch.
Ein besonderer Erfolg gelang am 30. Juni: Entwickler Michael Reeves reichte neue Treiber-Patches für die Tastatur-Unterstützung ein. Der sogenannte „apple-dockchannel“-Treiber ermöglicht die Nutzung der internen Tastatur auf M2- und M3-MacBooks – ohne externes Firmware-Update. Getestet wurde auf einem MacBook Air M3 (Modell J613). Das Trackpad soll in einer folgenden Version folgen.
Boot-Problem mit macOS 27 gelöst
Ein zentrales Problem hatte zuletzt für Frust gesorgt: Die Beta von macOS 27 veränderte die Art und Weise, wie das APFS-Dateisystem bootfähige Flags setzt. Dadurch ließ sich Linux auf betroffenen Rechnern nicht mehr starten. Das Asahi-Team hat seine Tools nun aktualisiert, sodass das Flag korrekt gesetzt wird – der Dual-Boot funktioniert wieder.
Weitere technische Verbesserungen betreffen den m1n1-Bootloader. Dessen „Stage 2“-Operationen wurden auf die Programmiersprache Rust umgestellt. Auch ein Problem mit der Akkuverwaltung, ausgelöst durch Änderungen in der SMC-Firmware, wurde behoben – der Fix ist im Linux-Kernel 7.0.12 enthalten.
Sie möchten Asahi Linux auf Ihrem M3-MacBook nutzen? Der neue Treiber-Patch macht die interne Tastatur stabil – die Installation ist aber noch nicht trivial. Dieser Guide führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess. Jetzt Installations-Guide anfordern
Video-Decoding in 4K in Arbeit
Parallel arbeiten die Entwickler an Treibern für den Apple Video Decoder (AVD). Ziel ist es, hardwarebeschleunigtes AVC/H.264-Video-Decoding in bis zu 4K-Auflösung zu ermöglichen. Dafür werden eigene Firmware und V4L2-Treiber entwickelt.
Die aktuellen Arbeiten dienen laut Projektteam auch als Grundlage für künftige Hardware – konkret genannt werden der M4-Chip und der A18 Pro.
ARM-Desktop: Fortschritt mit Hindernissen
Dual-Boot nach macOS 27-Update defekt? Das Asahi-Team hat das Problem behoben – doch die Einrichtung erfordert Sorgfalt. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie das Boot-Flag korrigieren und Ihr System wieder zum Laufen bringen. Boot-Problem-Lösung jetzt sichern
Die Erfolge von Asahi Linux sind umso bemerkenswerter, als andere Bereiche des ARM-Desktop-Marktes weiter kämpfen. Erst Anfang der Woche berichtete ein führender ARM-Ingenieur von Red Hat, dass er seinen einjährigen Test mit einer 80-Kern-Workstation auf Ampere-Altra-Basis beendet habe. Grund: anhaltende PCIe-Probleme, häufige Kernel-Patches und fehlende Laufzeitumgebungen für NVIDIA-Hardware unter AArch64. Der Ingenieur kehrte zu einem AMD-Ryzen-System zurück.
Während Asahi Linux die Lücke für Apple-Hardware kontinuierlich schließt, bleibt der breitere Branchen-Umstieg auf ARM-basierte High-Performance-Desktops ein schwieriges Unterfangen – oft sind spezialisierte Kernel-Entwicklungen nötig, um hardwarespezifische Hürden zu überwinden.
