Arzneimittel, Produktion

Arzneimittel: 95% Produktion in Deutschland – Hevert trotzt Globalisierung

13.06.2026 - 06:06:48 | boerse-global.de

Der Naturarznei-Hersteller Hevert produziert über 95 Prozent seiner Präparate in Deutschland und trotzt damit dem Globalisierungstrend der Pharmabranche.

Hevert: Naturheilkunde-Spezialist setzt auf Produktion in Deutschland
Arzneimittel - Nahaufnahme einer pharmazeutischen Produktionslinie, die eine Blisterpackung mit Naturheilmitteln hervorhebt. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mit über 100 Präparaten hat sich Hevert als Spezialist für naturheilkundliche Arzneimittel und Mikronährstoffe etabliert. Die Schwerpunkte: psychische Gesundheit, Schlaf, Erkältungskrankheiten und Vitaminmangel.

Während die Pharmabranche zunehmend auf biotechnologische Innovationen setzt – Anfang Juni kamen gleich fünf neue Wirkstoffe wie Remibrutinib gegen chronische Nesselsucht auf den Markt – besetzt Hevert eine klare Nische. Komplementäre Behandlungsansätze sind gefragt, auch wenn jährlich rund 900 Millionen Packungen verschreibungspflichtiger Medikamente über die Apotheken gehen.

Produktion made in Germany

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Ein entscheidender Faktor der Unternehmensstrategie: die Fertigungstiefe. Über 95 Prozent der Produkte entstehen an den Standorten Bad Sobernheim und Nussbaum. Das ist kein Zufall, sondern Teil eines größeren Trends. Die Politik will die Abhängigkeit bei der Arzneimittelversorgung reduzieren.

Forschungsministerin Dorothee Bär betonte zuletzt die strategische Bedeutung von Mikroelektronik und Biotechnologie für den Pharmastandort. Branchenvertreter wie BPI-Chef Oliver Kirst fordern stabile Rahmenbedingungen. Die Sorge: Geplante Sparreformen in der gesetzlichen Krankenversicherung könnten eine De-Industrialisierung auslösen.

Mittelstand unter Druck

Die Herausforderungen für kleinere Hersteller sind gewaltig. Steigende Kosten, komplexe Genehmigungsverfahren. Der ehemalige Bundesminister Thomas de Maizière schlug im Frühsommer Genehmigungsfiktionen vor, um Prozesse zu beschleunigen. Die Verbände warnen vor reinen Sparplänen ohne strukturelle Reformen.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, macht klar: Strategische Abhängigkeiten reduzieren und den therapeutischen Mehrwert in den Fokus stellen. Hevert begegnet dem mit der Initiative „Gute Gesundheit 2030“ – ein Bündnis aus Industrie und Politik für eine verlässliche Versorgung.

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Nische mit Zukunft

Ab September kommen cannabisbasierte Schmerzmittel als Alternative zu Opioiden auf den Markt. Neue Konkurrenz für die Naturheilkunde? Nicht unbedingt. Die Nachfrage nach etablierten Präparaten bleibt stabil.

Die 70-jährige Firmengeschichte zeigt: Regionale Produktion und ein spezialisiertes Portfolio bieten eine stabile Basis – auch wenn der globale Pharmamarkt volatil bleibt.

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