Arthrose und Rheuma: Bewegung hilft, Feinstaub schadet
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von Arthrose und rheumatoider Arthritis erlebt einen Umbruch. Neue Studien zeigen: Bewegung hilft, Umweltfaktoren sind riskanter als gedacht – und manche Nahrungsergänzungsmittel können schaden.
Bewegung als Medizin gegen Gelenkschmerzen
Rund 45 Prozent der Über-45-Jährigen leiden unter Gelenkschmerzen. Bei Kniearthrose setzen Experten zunehmend auf Bewegungstherapie. Moderate Aktivität stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern lindert direkt Schmerzen.
Empfohlen werden Schwimmen, Radfahren, sanftes Yoga und gezieltes Krafttraining. Der Grundsatz: Inaktivität fördert Gelenksteifigkeit. Ergänzend helfen ergonomische Anpassungen und Physiotherapie, um Operationen hinauszuzögern.
Feinstaub als Auslöser für Rheuma-Schübe
Eine südkoreanische Studie mit Patientendaten von 2021 bis 2024 identifiziert Feinstaub (PM2.5) als Risikofaktor. Schon eine Belastung von über zwei Wochen erhöht das Risiko für Krankheitsschübe deutlich. Besonders empfindlich reagieren Frauen und Nichtraucher.
Spannend: Ozon zeigte kaum Einfluss. Die Erkenntnisse könnten die Therapieplanung verändern – etwa durch Luftqualitäts-Warnungen für Risikopatienten.
Drei neue Therapieansätze im Fokus
Cannabigerol (CBG) senkte in einer israelischen Studie den Entzündungsmarker Interleukin-6 bei rheumatoider Arthritis um 98 Prozent. Vielversprechend, aber noch nicht praxistauglich.
Wer unter Arthrose oder Rheuma leidet, weiß: Bewegung tut gut, aber Feinstaub kann Schübe auslösen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen in 3 Schritten, wie Sie Ihre Gelenke schützen – mit konkreten Übungen und Tipps gegen Umweltbelastung. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Im Johannes-Wesling-Klinikum Minden läuft eine weltweit neue Therapie für schwere Rheumafälle. Die Testphase war erfolgreich, nun folgt der Ausbau.
Eine Fallserie im New England Journal of Medicine zeigt: CAR-T-Zelltherapie kann bei systemischem Lupus erythematodes langfristige Remissionen ermöglichen. Sogar komplikationslose Schwangerschaften nach der Behandlung wurden dokumentiert.
Warnung vor Glucosamin bei kognitiven Problemen
Eine Nature-Metabolism-Studie (2026) schlägt Alarm: Bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen steigt das Demenzrisiko durch Glucosamin um 25 Prozent. Bei gesunden Personen deuteten frühere Daten auf ein leicht reduziertes Risiko hin. Die Einnahme sollte also differenziert betrachtet werden.
Cannabis-Verordnungen werden strenger
Seit dem 30. Juli 2026 sind Cannabisblüten in Deutschland nicht mehr erstattungsfähig. Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung setzen auf einen sechsmonatigen Therapieversuch mit Fertigarzneimitteln – etwa bei Multipler Sklerose oder chronischen Rückenschmerzen. Das seit Juni 2026 verfügbare Exilby spielt dabei eine Rolle.
Fachärzte für Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Neurologie können unter bestimmten Voraussetzungen ohne Genehmigungspflicht verordnen. Das soll den Zugang für Schmerzpatienten erleichtern.
Glucosamin gilt als Wundermittel für Gelenke – doch bei leichten kognitiven Beeinträchtigungen steigt das Demenzrisiko. Erfahren Sie, worauf Sie bei Nahrungsergänzung achten sollten und wie Sie Ihre Gelenke sicher stärken. Ratgeber zu Gelenkgesundheit jetzt sichern
Zebrafisch-Forschung liefert neue Rückenschmerz-Theorie
Forscher der Universitäten Edinburgh und Bristol entdeckten: Ein Defekt im Gen col9a1b führt zur Mineralisierung der Bandscheiben. Schuld ist ein gestörter Fett- und Phosphatstoffwechsel. In Versuchen verlangsamte das Medikament Etidronat den Prozess – ein möglicher Ansatz für die Behandlung degenerativer Bandscheibenerkrankungen.
