Arthrose, Selen

Arthrose: Selen senkt Kniearthrose-Risiko um 40 Prozent

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bewegung, Medikamente und gezielte Nährstoffe können Arthrosebeschwerden lindern. Studien zeigen positive Effekte von Vitaminen, Selen und mediterraner Kost.

Arthrose-Therapie: Multimodale Strategien für schmerzfreie Gelenke
Medizinische Nahaufnahme eines menschlichen Knies zur Veranschaulichung der Arthrose-Behandlung und Gelenkgesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Arthrose ist nicht heilbar – doch ein multimodaler Ansatz aus Bewegung, Medikamenten und gezielter Nährstoffversorgung kann den Verlauf deutlich beeinflussen. Im Fokus stehen Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und der Erhalt der verbliebenen Knorpelsubstanz.

Vitamine und Spurenelemente: Die stille Hilfe für die Gelenke

Die Versorgung mit Mikronährstoffen spielt eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen in den Gelenken. Bereits eine Studie aus dem Jahr 1986 deutete darauf hin, dass Vitamin E in einer Dosierung von 400 I.E. über sechs Wochen zur Schmerzlinderung beitragen kann. Bei entzündlichen Prozessen steigt zudem der Bedarf an Vitamin C deutlich an.

Besonders wichtig ist Vitamin D für die Knochengesundheit. 80 bis 90 Prozent des Bedarfs deckt der Körper durch Sonneneinstrahlung – empfohlen werden täglich 5 bis 25 Minuten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät jedoch von unkontrollierten Hochdosis-Supplementierungen ab und nennt 800 IE täglich als Richtwert ohne medizinische Indikation. Für Krebspatienten sieht eine aktuelle S3-Leitlinie regelmäßige Spiegelmessungen vor.

Auch Spurenelemente machen Hoffnung. Eine Studie mit 940 Probanden aus dem Jahr 2005 zeigte: Höhere Selenwerte korrelieren mit einem um 40 Prozent verringerten Risiko für Kniearthrose. Mangan gilt zudem als wichtiger Faktor für das Knorpelwachstum.

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Knorpelregeneration: Was biologische Bausteine leisten können

Knorpel besteht zu über 50 Prozent aus Kollagen-Peptid Typ 2 – kein Wunder also, dass dessen Einsatz zur Anregung körpereigener Reparaturmechanismen untersucht wird. Fachleute setzen zusätzlich auf Chondroitinsulfat-Natriumsalz und Glucosamin, um die Produktion von Gelenkschmiere zu fördern und den Verschleiß zu verlangsamen. Auch Haifischknorpelpulver mit seinen natürlichen Glucosaminoglykanen wird als unterstützende Komponente angeführt.

Essen gegen Entzündungen: Die mediterrane Alternative

Die richtige Ernährung bildet eine weitere Säule der Gelenkunterstützung. Fachleute empfehlen eine anti-entzündliche Kost nach Vorbild der mediterranen Diät. Die zentralen Bausteine:

  • Omega-3-Fettsäuren: Fetter Fisch zweimal pro Woche oder Nüsse fördern die Gelenkschmierung.
  • Pflanzliche Sekundärstoffe: Brokkoli, Grünkohl und Lycopin-reiche Tomaten unterstützen die Gelenkgesundheit.
  • Antioxidantien: Grüner Tee und Vitamin-C-reiche Früchte schützen die Zellen vor oxidativem Stress.

Gleichzeitig gilt: verarbeitete Lebensmittel, Zucker, raffinierte Kohlenhydrate und gesättigte Fette meiden – sie befeuern Entzündungsprozesse zusätzlich.

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Was die Leitlinien sagen

Die klinische Praxis orientiert sich bei Hüftarthrose an der NICE-Richtlinie NG226. Ihr Kern: Kräftigungs- und Ausdauertraining sowie Gewichtsreduktion wirken besser als körperliche Schonung. Nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Naproxen sollen nur gezielt eingesetzt werden. Erst wenn konservative Methoden erschöpft sind, rückt eine Hüftprothese in den Fokus.

Bei der Rhizarthrose, dem Verschleiß des Daumensattelgelenks, beschreibt Dr. Stephan Gora vom FEK Neumünster konservative Ansätze mit Schienen und Medikamenten. Operative Verfahren wie die Resektionsarthroplastik kommen infrage, wenn Schmerzen bei Drehbewegungen und Schwellungen chronisch werden.

Übrigens: Muskelschmerzen können auf Defizite bei Magnesium, Calcium oder Vitamin D hindeuten, chronische Müdigkeit oft auf fehlende B-Vitamine oder Vitamin C. Schätzungen zufolge sind 80 bis 90 Prozent der Deutschen unzureichend mit Folsäure versorgt.

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