Arthrose: Selen senkt Kniearthrose-Risiko um 40 Prozent
14.06.2026 - 09:33:45 | boerse-global.de
Doch Forschung zeigt: Mit der richtigen Ernährung, gezielten Mikronährstoffen und einem aktiven Lebensstil lässt sich der Verlauf der Erkrankung deutlich beeinflussen.
Vitamine und Spurenelemente als Helfer
Verschiedene Nährstoffe spielen eine zentrale Rolle im Gelenkstoffwechsel. Vitamin E etwa zeigte bereits 1986 in einer Studie Wirkung: 400 I.E. über sechs Wochen reduzierten Schmerzen messbar.
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Auch Selen hat Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. Eine Untersuchung mit 940 Probanden aus dem Jahr 2005 belegte: Hohe Selenspiegel senken das Risiko für Kniearthrose um bis zu 40 Prozent. Für den Knorpelaufbau ist zudem Mangan essenziell.
Bei entzündlichen Prozessen verdoppelt sich der Bedarf an Vitamin C auf 20 bis 30 Milligramm täglich. Von anderen Hilfsmitteln raten Experten dagegen ab: Kupferarmbänder haben keine heilende Wirkung. Und für Bor-Präparate fehlt ein belegter Nutzen.
Was auf den Teller kommt, entscheidet mit
Die Ernährung beeinflusst Entzündungen in den Gelenken direkt. Zucker und gesättigte Fettsäuren schaden Knorpel und Knochen. Besonders kritisch: Arachidonsäure aus Fleisch, Innereien, Eiern, Wurst und Milchprodukten – sie fördert Entzündungen.
Entzündungshemmend wirken dagegen ungesättigte Fettsäuren. Hochwertige Pflanzenöle wie Oliven-, Walnuss- und Leinöl sowie Kaltwasserfische wie Hering und Makrele sind empfehlenswert.
Auch Genussmittel haben Einfluss: Alkohol und Nikotin verschlechtern die Sauerstoffversorgung des Knorpelgewebes und können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.
Die Psyche spielt mit
Neue Forschung untersucht den Zusammenhang zwischen psychischer Verfassung und Gelenkerkrankungen. Eine Studie der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum wertete Daten von 14.348 Personen aus der Schweiz aus.
Das Ergebnis: Depressionen erhöhen das Risiko für Arthrose und Arthritis. Etwa ein Drittel der Befragten mit depressiven Symptomen litt gleichzeitig an mindestens einer körperlichen Erkrankung.
Die Forscher vermuten dahinter entweder bewegungsmangelbedingte Folgen der Depression oder gemeinsame entzündliche Basisprozesse, die sowohl Psyche als auch Gelenke betreffen.
Bewegung als Schlüssel
Regelmäßige körperliche Aktivität bleibt ein Grundpfeiler der Arthrose-Prävention und -Therapie. Regionale Initiativen machen Angebote für ältere Menschen zugänglich. Im Juni 2026 laufen Programme wie „Fit55+“ in Stadtroda mit Rückentraining und Seniorenübungen. Der „Yogasommer“ im Kreis Melsungen fördert ebenfalls die Mobilität.
Dass Bewegung auch die soziale Gesundheit stärkt, war Thema der Gesundheitskonferenz des Lahn-Dill-Kreises Anfang Juni 2026. Experten diskutierten dort über Isolation und Alltagsfitness als Mittel zur Steigerung der Lebensqualität im Alter.
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Was wir von Hunden lernen können
Interessante Parallelen zeigt die Veterinärmedizin. Auch bei Hunden gilt Arthrose als unheilbar. Die effektivste Maßnahme: Gewichtsreduktion. Schon sechs Prozent Gewichtsverlust können Lahmheit messbar reduzieren.
Wie beim Menschen ist die Evidenz für Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) am stärksten. Für Präparate wie Glucosamin oder Chondroitin fehlen dagegen belegte Effekte.
