Arthrose, Piperin

Arthrose: Piperin kann die Aufnahme von Curcumin bis zum 2000-Fachen steigern

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 08:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kurkuma, Ingwer und weitere Pflanzenstoffe können Arthrosebeschwerden ergänzend lindern, ersetzen aber weder eine Therapie noch heilen sie die Erkrankung.
Kleine Glasschalen mit Kurkuma-Pulver, frischer Ingwerwurzel und schwarzen Pfefferkörnern auf einem hölzernen Küchentisch. Illustration mit AI erstellt.

In Deutschland leiden rund 5 Millionen Menschen an Arthrose. Die degenerative Gelenkerkrankung geht oft mit chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher.

Ratgeberbeiträge und medizinische Fachleute verweisen in diesem Zusammenhang zunehmend auf das Potenzial bestimmter Küchengewürze: Pflanzenstoffe aus Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel und Chili weisen entzündungshemmende Eigenschaften auf, die Betroffenen als ergänzende Maßnahme zur Schmerzlinderung dienen können.

Entzündungshemmende Eigenschaften von Kurkuma und Ingwer

Im Zentrum des Interesses steht vor allem Kurkuma (Curcuma longa). Der Botaniker Dr. Marko Lj. Nestorovi? erläutert, dass der darin enthaltene Wirkstoff Curcumin ausgeprägte entzündungshemmende sowie antioxidative Eigenschaften besitzt.

Laut Nestorovi? kann der Stoff Entzündungen ähnlich wirksam wie etablierte Medikamente senken, ohne deren typische Nebenwirkungen hervorzurufen; selbst bei längerer Anwendung komme es nicht zu Magenreizungen, wie sie bei klassischen Entzündungshemmern auftreten können.

Wissenschaftliche Studien liefern zudem Hinweise darauf, dass Curcumin-Präparate Schmerzen bei Kniearthrose lindern können. Ein Problem stellt jedoch die Bioverfügbarkeit dar: Der Körper nimmt Curcumin nur schwer auf. Durch den Zusatz von Piperin, einem Bestandteil von schwarzem Pfeffer, lässt sich die Aufnahme jedoch um das bis zu 2000-fache steigern.

Für die tägliche Ernährung empfehlen Fachberichte Erwachsenen rund 1 bis 3 Gramm Kurkuma-Pulver, was etwa einem halben bis einem Teelöffel entspricht. Dabei weise die Kurkumasorte Alleppey deutlich höhere Gehalte an Curcumin und ätherischen Ölen auf als die Sorte Madras. Empfohlen wird unter anderem der Verzehr zusammen mit Pfeffer in einem warmen Milchgetränk.

Anzeige

Wer sich mit der Wirkung von Natursubstanzen befasst, sucht oft nach weiteren Wegen, Gelenkschmerzen ohne Medikamente zu lindern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie Arthrose-Beschwerden durch gezielte Druckpunkte an Knie, Schulter und Fingern selbst aktiv lindern können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken

Auch Ingwer gilt als wirksames Hausmittel. Der Orthopäde Dr. Martin Rinio empfiehlt, mehrmals wöchentlich mehrere Scheiben frischen Ingwer mit heißem Wasser aufzubrühen. Ratgeber nennen eine tägliche Menge von etwa 2 bis 4 Gramm frischem Ingwer oder den Konsum von Ingwertee ein- bis zweimal am Tag.

Kreuzkümmel, Capsaicin und Mikronährstoffe

Neben Kurkuma und Ingwer kommen weitere Pflanzenstoffe infrage. Dr. Rinio weist darauf hin, dass auch Kreuzkümmel antiinflammatorisch wirkt. Bei Chili verhält es sich differenzierter: Der Scharfstoff Capsaicin hilft vor allem als äußerlich aufgetragene Creme gegen Gelenkschmerzen. Für den Verzehr scharfer Chilischoten ist eine lindernde Wirkung bei Arthrose hingegen nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Die Ernährungsexpertin Mitushi Ajmera betont, dass eine Kombination aus Kurkuma, Zimt, Knoblauch, Nelke und Ingwer dazu beitragen kann, Entzündungspfade im Körper zu dämpfen. Typische Treiber von Entzündungsprozessen seien hingegen Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum sowie eine hohe Zufuhr von Zucker und Transfetten.

Eine gezielte Nährstoffzufuhr kann die Gelenke zusätzlich unterstützen: Vitamin C fördert die körpereigene Kollagenbildung, Vitamin E fungiert als Antioxidans und Vitamin D unterstützt den Knochen- und Knorpelstoffwechsel.

Anzeige

Neben der richtigen Nährstoffwahl spielt auch die allgemeine Ernährung eine entscheidende Rolle bei der Schmerzbewältigung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche 12 Lebensmittel aus dem Supermarkt wie natürliche Entzündungs-Killer wirken können. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung anfordern

Grenzen pflanzlicher Wirkstoffe und Vorsichtsmaßnahmen

Trotz der positiven Effekte ist Arthrose durch Gewürze oder Vitamine weder heilbar noch lassen sich bestehende Knorpelschäden dadurch rückgängig machen. Dr. Rinio hält fest, dass sich Beschwerden in vielen Fällen nach einigen Wochen zwar so weit bessern, dass Patienten ihre Schmerzmittel-Medikation einschränken können; eine medizinische Therapie vollständig ersetzen können Naturmittel jedoch keineswegs.

Zudem erfordert der Einsatz hochkonzentrierter Präparate Vorsicht. Zwar sollen Curcuma-Kapseln – oft kombiniert mit Piperin – entzündliche Prozesse regulieren und werden meist ein- bis zweimal täglich eingenommen, sie eignen sich jedoch nicht für jeden.

Vor einer Einnahme sollte zwingend Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gehalten werden, insbesondere bei bestehenden Gallenproblemen oder bei gleichzeitiger Anwendung von Medikamenten wie Blutverdünnern.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70449098 |