Arthrose: Forscher identifizieren Gene LGALS3 und SMAD7 als Therapieziele
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 08:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschende der Technischen Universität München und der University of Sheffield haben eine regulatorische Karte aus Primärgewebe erstellt, die krankheitsassoziierte genetische Varianten mit ihren Effektorgenen bei Osteoarthrose verknüpft.
Wie biocentury.com berichtete, priorisiert die sogenannte Gewebe-eQTL-Karte insbesondere die Gene LGALS3 und SMAD7 als Ansatzpunkte für ein Drug Repurposing – also die Umnutzung bereits existierender Wirkstoffe für die Behandlung von Arthrose.
Was eine eQTL-Karte leistet
Genomweite Assoziationsstudien identifizieren seit Jahren zahlreiche Genvarianten, die statistisch mit Osteoarthrose in Verbindung stehen. Häufig bleibt jedoch unklar, welches konkrete Gen durch eine solche Variante tatsächlich beeinflusst wird und in welchem Gewebe dieser Effekt auftritt.
Genau hier setzt die Arbeit der Forschungsteams aus München und Sheffield an: Durch das regulatorische Mapping in Primärgewebe lassen sich krankheitsassoziierte Varianten direkt mit den Genen verknüpfen, auf die sie tatsächlich einwirken – den sogenannten Effektorgenen.
Neben LGALS3 und SMAD7 identifizierte die Karte laut dem Bericht auch FGF1 und den TGF-beta-Signalweg als relevante Zielstrukturen. Diese Gene und Signalwege sind in der Zell- und Molekularbiologie bereits aus anderen Zusammenhängen bekannt, etwa bei Entzündungsprozessen und Geweberegeneration – ihre Rolle in der Arthrose-Pathologie wird durch die neue Kartierung nun genauer eingeordnet.
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Bedeutung für die Wirkstoffentwicklung
Der Ansatz des Drug Repurposing gilt in der biomedizinischen Forschung als vergleichsweise schneller Weg zu neuen Therapien, da bereits zugelassene oder in klinischer Erprobung befindliche Wirkstoffe auf ihre Eignung für ein neues Anwendungsgebiet geprüft werden, anstatt komplett neue Moleküle von Grund auf zu entwickeln.
Indem die Gewebe-eQTL-Karte konkrete Effektorgene wie LGALS3 und SMAD7 benennt, verengt sie das Suchfeld für Substanzen, die auf diese Zielstrukturen wirken.
Osteoarthrose zählt zu den häufigsten chronischen Gelenkerkrankungen und ist bislang vor allem symptomatisch behandelbar. Krankheitsmodifizierende Therapien, die den strukturellen Gelenkverfall selbst aufhalten oder verlangsamen, fehlen bislang weitgehend.
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Ansätze, die auf einer genetisch fundierten Priorisierung von Zielgenen basieren, sollen dazu beitragen, diese Lücke zu schließen, indem sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein identifizierter Wirkmechanismus tatsächlich krankheitsrelevant ist.
Einordnung
Die von TU München und University of Sheffield vorgelegte Gewebe-eQTL-Karte reiht sich in eine wachsende Zahl genetischer und molekularer Ansätze ein, mit denen Forschungsgruppen versuchen, die komplexe Biologie der Arthrose besser zu verstehen und daraus gezielte Therapieansätze abzuleiten.
Ob die identifizierten Kandidatengene LGALS3 und SMAD7 tatsächlich zu neuen oder umgenutzten Medikamenten führen, hängt von weiteren experimentellen und klinischen Prüfungen ab, die auf eine solche Kartierung üblicherweise folgen.
