Arthrose-Behandlung, KI-Systeme

Arthrose-Behandlung: KI-Systeme planen Knieprothesen präziser

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 06:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Regenerative Verfahren wie PRP gewinnen an Bedeutung, während KI und Roboter bei fortgeschrittener Arthrose helfen.

Eigenbluttherapie und KI: Neue Wege in der Orthopädie 2026
Nahaufnahme eines menschlichen Kniegelenks mit subtilem, regenerierendem Lichteffekt, der Heilung symbolisiert, in einem medizinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Eigenbluttherapie – auch PRP- oder ACP-Therapie genannt – etabliert sich als ambulante Alternative bei Arthrose und Sehnenreizungen.

Wie die Behandlung funktioniert

Konzentriertes Eigenblut soll Heilungsprozesse direkt im betroffenen Gewebe anregen. Orthopäden wie Marilena Constantinidou-Rens in Berlin-Mitte setzen das Verfahren bei Gelenkschmerzen und chronischen Sehnenreizungen ein. Pro Behandlung sind drei bis fünf Sitzungen nötig, jede dauert rund 30 Minuten.

Die Methode gilt als risikoarm: Weil körpereigenes Material zum Einsatz kommt, sind Abstoßungsreaktionen praktisch ausgeschlossen. Auch in der Sportmedizin wächst das Interesse. Dr. Daniel Steurer plant für Herbst 2026 eine Praxis in Wolfurt, die neben Stoßwellentherapie explizit auf PRP setzt.

Wer die Kosten trägt

Die Eigenbluttherapie ist in Deutschland meist eine Selbstzahlerleistung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Private Versicherungen zahlen teilweise – aber nur bei entsprechender medizinischer Indikation.

Das führt dazu, dass die Therapie vor allem in spezialisierten Praxen als Ergänzung zur konservativen Behandlung angeboten wird. Experten betonen: Die Wahl der Methode muss auf einer gründlichen Diagnostik basieren.

Warum Bildgebung allein nicht reicht

Ein Problem der Orthopädie: MRT-Befunde und tatsächliche Schmerzen klaffen oft auseinander. Bandscheibenvorwölbungen oder degenerative Veränderungen zeigen sich bei über 30 Prozent der 20-Jährigen und mehr als 80 Prozent der 80-Jährigen – ohne dass sie Beschwerden verursachen.

Deshalb warnen Fachleute vor übereilten Therapien. Passive Verfahren wie Reizstrom oder Ultraschall haben oft schwache Evidenz. Stattdessen rücken aktive Bewegungstherapie und gezielte Kräftigung in den Vordergrund. Regenerative Verfahren wie ACP können diese unterstützen.

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Moderne Bildgebung hilft bei der präzisen Diagnose. Die Praxis Ortho4Sport in Köln nutzt seit 2024 die Digitale Volumentomographie (DVT). Die 3D-Technik arbeitet mit einer Schichtdicke von 0,2 mm bei geringer Strahlendosis – das verbessert die Planung konservativer und operativer Schritte.

Wenn die Regeneration an Grenzen stößt

Bei fortgeschrittener Arthrose helfen regenerative Verfahren nicht mehr. Dann kommen zunehmend KI-gestützte Systeme zum Einsatz. Im Alexianer Klinikum Hochsauerland läuft seit Juli 2026 die Plattform Pheno4U® des Herstellers Aesculap. Sie ermöglicht eine individuellere Planung und Implantation von Knieprothesen – besonders bei komplexen Wechsel-Operationen oder Fehlstellungen.

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Ähnliche Fortschritte zeigt die roboterassistierte Chirurgie. Im OrthoCentrum Jugenheim unterstützt das System „Cori“ Knie-Operationen. In Braunau werden seit 2023 roboterassistierte Knieprothesen implantiert – allein 2025 waren es rund 430 Eingriffe. Laut Primar Jürgen Barth führt die Methode zu präziserer Platzierung, weniger postoperativen Schmerzen und besserer Frühfunktion.

Die Behandlung der Kniearthrose 2026 vereint biologische Regeneration und Hightech-Chirurgie. Welches Verfahren zum Zug kommt, entscheidet die Präzisionsdiagnostik – und der individuelle Degenerationsgrad.

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