Arthrose-Behandlung: Embolisation senkt Schmerzen von 7 auf 3
23.06.2026 - 16:34:38 | boerse-global.de
Minimalinvasive Verfahren ersetzen zunehmend langwierige Therapien oder große Operationen. Besonders die analgetische Embolisationstherapie rückt als Option bei Arthrose und Sehnenbeschwerden in den Fokus.
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Wie die Embolisation wirkt
Die analgetische Embolisation ist ein minimalinvasiver Eingriff unter örtlicher Betäubung. Ärzte verschließen dabei gezielt entzündungsförnde Blutgefäße. Dazu bringen sie kleinste Gelatine-Partikel über einen Katheter in die betroffenen Areale ein. Der Eingriff erfolgt ambulant.
Prof. Dr. Ulrich Grosse vom Kantonsspital Frauenfeld setzt die Methode bei verschiedenen Beschwerden ein: Knie- und Hüftarthrose, Plantarfasziitis, Achillessehnenbeschwerden und anhaltende Schmerzen nach Gelenkersatz. Voraussetzung ist, dass konservative Behandlungen zuvor keine ausreichende Linderung brachten.
Was die Studien zeigen
Eine Studie der Charité Berlin in der Fachzeitschrift „Radiology" belegt die Wirksamkeit bei Kniearthrose. 194 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren wurden beobachtet. Der durchschnittliche Schmerzwert sank auf einer Skala von 0 bis 10 von anfangs 7 auf 4 nach sechs Wochen. Nach sechs und zwölf Monaten stabilisierte sich der Wert bei 3.
Rund 80 Prozent der Teilnehmer erreichten innerhalb eines Jahres eine klinisch relevante Verbesserung. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf. In 6,7 Prozent der Fälle gab es leichte Reaktionen. Dr. Leigh Casadaban von der University of Colorado bestätigt: Etwa 70 Prozent der Patienten halbieren ihre Schmerzwerte durch den ein- bis zweistündigen Eingriff.
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Weitere Innovationen in der Schmerztherapie
Neben der Embolisation entwickeln Forscher neue regenerative Verfahren. Das Unternehmen BIONCaRT arbeitet an MesemCart, einer Zelltherapie mit Stammzellen aus Nabelschnurgewebe. Sie soll Knorpelschäden im Knie regenerieren. Eine Phase-I/IIa-Studie mit 55 Patienten läuft bereits.
Parallel etabliert sich der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall (MRgFUS). Das Sana Klinikum Duisburg nutzt die schnittfreie Technik gegen Tremor-Erkrankungen. Die Energie wird punktgenau auf den Thalamus gebündelt und lindert so unwillkürliches Zittern.
Neue Regeln für Schmerzpatienten
Seit Oktober 2025 gelten geänderte Regelungen für die Anerkennung von Behinderungen. Die Versorgungsmedizin-Verordnung erlaubt nun, dass Schmerzen und psychische Beschwerden den Grad der Behinderung (GdB) erhöhen können. Voraussetzung: Die Beschwerden übersteigen das übliche Maß der Grunderkrankung und liegen als eigenständige Diagnose vor. Eine Hüftarthrose mit chronischer Schmerzstörung kann so zur Schwerbehinderung führen.
Ab 2026 sollen GdB-Daten elektronisch an Finanzbehörden übermittelt werden. Mit der GKV-Reform 2027 drohen chronisch Kranken zudem höhere Zuzahlungen bei Arzneimitteln und geringere Erstattungen bei Zahnersatz.
