Arthrose: 5% Gewichtsverlust senkt Schmerzen wie Entzündungshemmer
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von Arthrose stützt sich zunehmend auf nicht-medikamentöse Strategien, wobei körperliche Aktivität und Gewichtsmanagement eine Schlüsselrolle einnehmen.
Wie aus Berichten vom September 2026 hervorgeht, können gezielte Lebensstiländerungen Effekte erzielen, die in ihrem Ausmaß mit der Wirkung klassischer entzündungshemmender Medikamente vergleichbar sind. Experten betonen dabei den Vorteil, dass diese Maßnahmen ohne die typischen Nebenwirkungen von Arzneimitteln auf Magen und Nieren auskommen.
Die Bedeutung der Gewichtsreduktion bei Gelenkerkrankungen
Ein zentraler Faktor in der Therapie ist die Reduzierung des Körpergewichts. Laut dem Arthrose-Experten Yves Henrotin von der Universität Lüttich (ULiège) führt bereits ein Gewichtsverlust von 5 % zu einer signifikanten Senkung des Schmerzniveaus. Als ideal gilt demnach eine Reduktion des Gewichts um 10 %. Der damit verbundene Effekt auf die Beschwerden entspreche einer dreimonatigen Einnahme von Anti-Inflammatorika.
Henrotin wies in diesem Zusammenhang auf die besondere Rolle von Abdominalfett hin. Dieses Bauchfett wirke im Körper besonders entzündungsfördernd und befeuere somit die degenerativen Prozesse in den Gelenken. Eine Gewichtsabnahme reduziere daher nicht nur die mechanische Last auf die Gelenke, sondern greife direkt in das entzündliche Geschehen ein.
Bewegung als biologisches Medikament
Neben der Gewichtsabnahme fungiert regelmäßige Bewegung als wesentlicher Wirkfaktor. Körperliche Aktivität stabilisiere die Muskulatur und setze körpereigene anti-inflammatorische Faktoren frei.
Der Experte Henrotin bezeichnete Bewegung daher als eine Art Medikament. Dabei sei es wichtig, zwischen dem sogenannten „Dérouillage“-Schmerz – einem Anlaufschmerz zu Beginn der Bewegung – und einer Überlastung zu unterscheiden. Ein normaler Belastungsschmerz nach dem Training sollte laut seinen Erkenntnissen maximal 24 h anhalten.
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Als besonders empfehlenswert gelten Sportarten wie Radfahren, Schwimmen sowie Walking oder Nordic Walking. Diese Aktivitäten fördern die Gelenkgesundheit, ohne die betroffenen Strukturen durch zu hohe Stoßbelastungen zu schädigen.
Physiotherapeutische Ergänzungen und Wandersport
Ergänzend dazu stützen physiotherapeutische Empfehlungen den Nutzen moderater Bewegung wie dem Wandern. Die Bewegung des Gelenks sorge dafür, dass der Knorpel über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt werde. Besonders beim Wandern in der Herbstsaison sollten Betroffene jedoch auf spezifische Regeln achten. Dazu gehöre der Einsatz von Trekkingstöcken, um Knie und Hüften vor allem beim Bergabgehen zu entlasten.
Weitere Empfehlungen umfassen die Wahl flacherer Wege, das Tragen dämpfender Schuhe sowie kurze Schritte bei Gefälle. Auch kurze, bewegte Pausen und das konsequente Achten auf Schmerzsignale seien entscheidend. Langfristig diene zudem die gezielte Kräftigung der Oberschenkel-, Hüft- und Rumpfmuskulatur als notwendiger Gelenkschutz.
Bewertung begleitender Therapieverfahren und Hausmittel
In der Fachwelt werden ergänzende Behandlungsformen differenziert betrachtet. Die Rheuma-Liga verwies in einer aktuellen Stellungnahme auf die Leitlinie Kniearthrose, die aufgrund einer dünnen Studienlage derzeit vom Einsatz der Elektrotherapie (TENS/NMES) abrate. Auch die Low-Dose-Radiotherapie (LDRT) zeige in Placebo-Vergleichsstudien keinen klaren Vorteil und werde lediglich als letzte Reserve eingestuft.
Etablierter ist hingegen die Akupunktur. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in Deutschland bereits seit 2007 die Kosten für bis zu 10 Sitzungen innerhalb von 6 Wochen bei chronischen Rückenschmerzen oder Kniearthrose. Für spezielle Fälle, etwa bei Entzündungen im Stadium I oder II, kann laut Leitlinie eine Radiosynoviorthese (RSO) erwogen werden, die jedoch in Deutschland oft als Off-Label-Behandlung durchgeführt wird.
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Zusätzliche Linderung im Alltag können Hausmittel und eine angepasste Ernährung bieten. Während bei akuten Entzündungen Kälteanwendungen empfohlen werden, hilft bei chronischen Zuständen Wärme.
Studien deuten zudem darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren Gelenkschmerzen und Steifheit lindern können. Auch pflanzliche Mittel wie Beinwell oder Arnika sowie entzündungshemmende Lebensmittel wie Kurkuma und Beeren werden zur Unterstützung der Basistherapie herangezogen.
