Arthritis, Pim1-Kinase

Arthritis: Pim1-Kinase als neuer Angriffspunkt entdeckt

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 14:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pim1-Kinase als neuer Angriffspunkt bei Arthritis identifiziert. Kurkuma etabliert sich zunehmend als pflanzliche Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln.

Schmerztherapie im Wandel: Neue Wirkstoffe und Kurkuma als NSAR-Alternative
Nahaufnahme einer medizinischen Gellanwendung auf einem Knie zur Behandlung von Gelenkschmerzen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die lokale Schmerztherapie erlebt einen Umbruch: Neben bewährten NSAR-Wirkstoffen wie Diclofenac rücken neue molekulare Zielstrukturen und pflanzliche Alternativen in den Fokus.

Bewährte Wirkstoffe, neue Formulierungen

Bei akuten Gelenkschmerzen und Sportverletzungen setzen Ärzte weiterhin auf nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Präparate wie DicloAkut nutzen Diclofenac, um Entzündungen zu hemmen und Schwellungen zu reduzieren. Auch Ibuprofen und Naproxen kommen oral und topisch zum Einsatz – besonders bei Schulterschmerzen und Entzündungen im Bewegungsapparat.

Ein wichtiger Rohstoff für Schmerzgele ist Methylsalicylat. Spezialhersteller wie Ningbo Inno Pharmchem produzieren den Wirkstoff mit einem Reinheitsgrad von mindestens 99 Prozent. Die Verbindung erzeugt ein Wärmegefühl auf der Haut und lenkt als Counter-Irritant von tiefer liegenden Schmerzen ab. Zusätzlich wird sie im Körper zu Salicylaten metabolisiert, was lokal entzündungshemmend wirkt.

Loxoprofen-Natrium ergänzt das Spektrum. Als Prodrug wird es erst nach der Aufnahme in seine aktive Form umgewandelt. Fachleute sehen darin einen Vorteil: Der Wirkmechanismus ermöglicht eine schnelle Wirkung und senkt das Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen. Eingesetzt wird das Medikament unter anderem bei rheumatoider Arthritis, Arthrose und dem Schulter-Arm-Syndrom.

Forscher entdecken neuen Angriffspunkt gegen Arthritis

Die Grundlagenforschung meldet Fortschritte: Ein Team um Prof. Zhongyu Xie von der Sun Yat-sen University untersuchte die Rolle der Pim1-Kinase bei entzündlichen Gelenkerkrankungen. Die im Juli 2026 veröffentlichte Studie zeigt: Das Enzym ist in CD4+ T-Zellen und im Gelenkgewebe von Patienten mit rheumatoider Arthritis und ankylosierender Spondylitis hochreguliert.

Die Pim1-Kinase phosphoryliert das Protein MICU1, erhöht dadurch den mitochondrialen Kalziumeinstrom und fördert die Differenzierung von Th17-Zellen – ein Schlüsselprozess bei chronischen Entzündungen. In Mausversuchen reduzierte das Ausschalten der Kinase Gelenkschwellungen sowie Knorpel- und Knochenschäden. Der bereits zugelassene Wirkstoff Nilotinib erwies sich als effektiver Hemmstoff und linderte die Arthritis-Symptome im Tiermodell.

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Kurkuma als ernstzunehmende Alternative

Pflanzliche Präparate gewinnen an Bedeutung. Bei muskulären Verspannungen setzen Patienten häufig auf Wärmecremes mit Capsaicin oder durchblutungsfördernde Salben. Auch Extrakte aus Beinwell und Arnika kommen zum Einsatz.

Besonders Kurkuma etabliert sich. In Thailand fördert der Staat den Einsatz des Extrakts als Alternative zu herkömmlichen NSAR – mit Erfolg: Über 2,17 Millionen Rezepte für Kurkuma-Kapseln wurden 2025 ausgestellt. Studien deuten darauf hin, dass Kurkuma bei Kniearthrose ähnlich wirkt wie konventionelle Schmerzmittel, aber weniger Nebenwirkungen verursacht.

Bei Arthrose diskutieren Experten zudem die Zufuhr von Glucosamin, Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure. Da Knorpelgewebe stark wasserhaltig ist und oft ein Mangel an Proteoglykanen vorliegt, könnten diese Nährstoffe den Knorpelerhalt unterstützen. Auch Vitamin C und Kupfer spielen dabei eine Rolle.

Abklärung bleibt Pflicht

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Trotz der Vielfalt topischer Optionen gilt: Bei anhaltenden Schmerzen ist die ärztliche Diagnose unerlässlich. Das gilt besonders für seltene Ursachen wie Bandscheibenvorfälle in der Brustwirbelsäule. Sie machen zwar nur ein bis zwei Prozent aller Vorfälle aus, können aber schwerwiegende neurologische Symptome verursachen. Die Diagnose erfolgt per MRT, die Therapie meist konservativ mit Schmerzmedikation und Physiotherapie.

Zur Prävention raten Mediziner einhellig zu ergonomischen Anpassungen am Arbeitsplatz, regelmäßiger Bewegung und Gewichtskontrolle.

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