Arthritis-Früherkennung, KI-Ultraschall

Arthritis-Früherkennung: KI-Ultraschall soll entzündliche Erkrankungen erkennen

07.07.2026 - 04:10:33 | boerse-global.de

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein fördert zwölf Medizinprojekte mit über 678.000 Euro, darunter KI-Diagnostik und robotergestützte Chirurgie.

UKSH investiert Rekordsumme in KI und Robotik
Arthritis-Früherkennung - Roboterarm führt präzise Operation durch, umgeben von medizinischen Fachkräften und holographischen Bildschirmen mit 3D-Daten. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Förderstiftung des Klinikums hat auf ihrer 18. Kuratoriumssitzung am 6. Juli 2026 eine Rekordsumme von 678.389 Euro für zwölf innovative Projekte freigegeben. Schwerpunkte sind künstliche Intelligenz, 3D-Bildgebung und roboterassistierte Chirurgie.

Nervenschonende OP und KI-Diagnostik

Am Campus Kiel fördert die Stiftung den Einsatz des HandX-Systems für eine nervenschonende Brustchirurgie mit rund 61.160 Euro. In der Onkologie fließen 100.000 Euro in eine intraprozedurale 3D-Bildgebung zur Früherkennung von Lungenkrebs. Die Herzchirurgie setzt künftig auf 3D- und Virtual-Reality-gestützte Planungen (VR).

Das größte Einzelprojekt der Runde ist ein KI-gestütztes Ultraschall-Screening zur Früherkennung entzündlicher Arthritiden – gefördert mit 120.000 Euro. Am Campus Lübeck stehen neue Ultraschalltechnologien für Herzerkrankungen sowie Ultra-Weitwinkel-Bildgebungsverfahren zur Vermeidung von Blindheit im Fokus.

Digitale Messkabine entlastet Notaufnahme

Neben der Forschung digitalisiert das UKSH auch seine klinischen Abläufe. In der Kieler Notaufnahme testet das Klinikum eine digitale Messkabine, die Routine-Messungen automatisiert durchführt. Die Vitaldaten gehen in Echtzeit ins Krankenhausinformationssystem.

Das Pilotprojekt soll Wartezeiten verkürzen und Personal entlasten. Pro Patient spart das System rund fünf Minuten. Bei durchschnittlich 140 Patienten täglich in der Kieler Notaufnahme summiert sich das zu einer deutlichen Kapazitätssteigerung. Die abschließende medizinische Triage bleibt aber beim Fachpersonal. Bei Erfolg ist eine Ausweitung auf den Standort Lübeck geplant.

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Rekordförderung aus Stiftungsmitteln

Die UKSH-Förderstiftung finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Seit ihrer Gründung 2013 hat sie 168 Projekte mit über 4,3 Millionen Euro unterstützt. Das Kuratorium umfasst 85 Unternehmerpersönlichkeiten. Die Gesamteinnahmen der Stiftung liegen bei über 9,3 Millionen Euro, der Stiftungsstock bei mehr als 3,6 Millionen Euro.

Die aktuelle Förderrunde unterscheidet zwischen Kuratoriumsprojekten (über 20.000 Euro) und kleineren Vorstandsprojekten. Sieben große Vorhaben erhielten rund 613.000 Euro, fünf kleinere Projekte über 65.000 Euro. Ein Teil der Mittel fließt in die Qualitätssicherung – etwa eine neue Anlage für Radiopharmaka in der Nuklearmedizin.

Cyberangriff traf 9.000 Patienten

Die digitale Transformation hat auch ihre Schattenseiten. Mitte April 2026 kam es zu einem Cyberangriff auf einen externen Dienstleister. Davon waren rund 9.000 privatversicherte Patienten des UKSH betroffen, deren Daten gestohlen wurden. Insgesamt erbeuteten die Angreifer Daten aus 28 Universitätskliniken.

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Der Vorstandsvorsitzende des UKSH musste sich am 28. Mai 2026 vor dem Sozialausschuss dazu anhören. Der Vorfall zeigt: Je stärker die Medizin auf Digitalisierung setzt, desto wichtiger wird der Schutz der Patientendaten.

de | wissenschaft | 69709655 |