ART-System: Anthropics Claude-Agenten entdecken Enzymfund ähnlich CRISPR
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat über sein internes Biologielabor einen neuen wissenschaftlichen Fund gemeldet. Autonome Claude-Agenten stießen im Rahmen von Berechnungen auf ein bislang nicht charakterisiertes Enzymsystem in Bakteriophagen.
Forschende vergleichen die Entdeckung mit dem bekannten Gen-Editing-Werkzeug CRISPR. Welche praktische Funktion das System besitzt und welche konkreten Anwendungen sich daraus ergeben könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch unklar.
Millionen Tokens für die Identifikation von ART
Wie Fachmedien in Berichten vom 23. September 2026 bekanntgaben, identifizierte die Künstliche Intelligenz ein System namens ART, die Abkürzung für „array-associated reverse transcriptases“. Dieses Enzymsystem kommt vor allem in Bakteriophagen vor, also in Viren, die Bakterien befallen. Anthropic verglich den Fund explizit mit CRISPR-Mechanismen.
Der Entdeckung ging ein intensiver Rechenprozess voraus: Knapp 950 Claude-Agenten suchten über einen Zeitraum von 21 Stunden hinweg genomische Datensätze ab und verbrauchten dabei 210 Mio. Tokens. Im Zuge dieser automatisierten Recherche sammelten die Agenten über 200.000 Reverse-Transcriptasen.
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Daraus filterte das System zunächst 3.500 Kandidatensysteme heraus und priorisierte schließlich 20 davon für eine genauere Betrachtung. Erste Labortests konnten bereits zeigen, dass die sogenannten ART-Arrays als kurze RNAs exprimiert werden, doch ihre genaue biologische Funktionsweise bleibt weiterhin unaufgeklärt.
Grundlagenforschung und Laborautomatisierung
Anthropic bestätigte im Zuge der Veröffentlichung die Existenz eines eigenen Biologielabors. Nach Angaben von Eric Kauderer-Abrams werden die entsprechenden Experimente teils intern und teils gemeinsam mit externen Partnern durchgeführt.
Die Anwendung Claude Science greift dabei auf mehr als 60 wissenschaftliche Datenbanken zu. Parallel dazu trainiert Anthropic das Modell für die Steuerung von Laborrobotern, betont jedoch, dass menschliche Fachkräfte aus Sicherheitsgründen durchgehend in den Prozess eingebunden bleiben.
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Die Ausrichtung des Labors unterscheidet sich laut Unternehmensangaben von rein pharmazeutischen Entwicklungsabteilungen. Ein Sprecher erklärte gegenüber TechCrunch, dass der Fokus primär auf der biologischen Grundlagenforschung liege und nicht spezifisch auf der Arzneimittelforschung.
Präklinische Untersuchungen zu seltenen Krankheiten wurden zwar separat angekündigt, klinische Studien an menschlichen Probanden plant Anthropic jedoch nicht. Medienberichten zufolge baute Anthropic seine Kapazitäten in diesem Bereich zudem durch einen Zukauf aus: Das Unternehmen erwarb Coefficient Bio für rund 400 Mio. US-Dollar in Aktien.
